Morgen startet die Breakpoint 2009 – diesmal ohne Linux

Morgen startet die Breakpoint 2009 – diesmal ohne Linux

Pixelschlacht

Am Osterwochenende findet in Bingen am Rhein zum sechsten Mal die Demo-Party Breakpoint statt. Vom 7. bis zum 10. April erwarten die Organisatoren bis zu 1.000 versierte Programmierer, Grafiker und Musiker aus mehr als 30 Ländern.

Das diesjährige Motto der Veranstaltung „Everything is under Control“ spielt auf die zunehmende staatliche Überwachung, sowie den Kontrollverlust in der aktuellen Wirtschaftskrise an. Dies sind auch Themen der traditionell selbst als Demo verfassten Einladung, die sich Linux-Nutzer leider nur als Video auf der Breakpoint-Homepage anschauen können.

Kern der Breakpoint bilden die zahlreichen Wettbewerbe, kurz Compos genannt, in denen Programmierer, Grafiker und Musiker ihr Können unter Beweis stellen. So gilt es beispielsweise bei der 4K INTRO Competition ein komplettes Demo in nur 4096 Bytes zu quetschen. Neu sind der Wettbewerb für handgemalte Grafiken, der vom Filmstudio 20th Century Fox ausgerufene Wolverine Contest und eine inoffizielle Compo für Tracker-Musiken. Teilnehmen dürfen traditionsgemäß auch die eigentlich längst zum alten Eisen gehörende Veteranen Amiga und Commodore 64, aus denen ihre Besitzer immer noch atemberaubende Effekte kitzeln.

Linux-Liebhaber müssen allerdings in diesem Jahr eine recht bittere Pille schlucken: Da in den vergangenen Jahren nur sehr wenige Demos für das freie Betriebssystem eingereicht wurden, schließen sie die Veranstalter diesmal in der wichtigen Kategorie PC komplett aus. Sie begründen diesen Schritt mit den offiziellen (Vorführ-)Computern, für die noch keine stabilen Grafikkartentreiber vorliegen. Der Wartungsaufwand während der laufenden Breakpoint wäre einfach zu hoch. Damit bleiben prinzipiell nur noch der 96K Game, der Wolverine und der inoffizielle ASCII/ANSI Wettbewerb, von denen Linux-Beiträge zumindest nicht offiziell ausgeschlossen wurden.

Immerhin kann die Veranstaltung auch in diesem Jahr planmäßig starten, was noch bis vor wenigen Tagen alles andere als sicher war: Erst sprangen die finanzkräftigen Hauptsponsoren Intel und Nvidia ab. Dann forderte die Stadt Bingen plötzlich höhere Reinigungskosten für die gemietete Rundsporthalle, die Organisatoren drohten sogar mit einem Umzug nach Mainz. Ein Spendenaufruf spülte immerhin über 15.000 Euro in die Kassen, die restlichen Kosten übernahmen die eingesprungenen Sponsoren Xtivate, ein Anbieter von Netzwerkspeicherlösungen, und 20th Century Fox, die eifrig für ihren Film „X-Men Origins: Wolverine“ werben. Dennoch fielen die sonst durchgeführten Seminare der Kostenschere zum Opfer.

Wer der Computerkunstparty einen Besuch abstatten möchte, zahlt für das gesamte Wochenende 55 Euro Eintritt (ermäßigt 25 Euro), wen nur der Abschluss am Sonntag interessiert, berappt 40 Euro.

Demos sind in Echtzeit berechnete Animationen mit passender, meist wummernder Musikuntermalung. Ihrem Namen gemäß demonstrieren sie, was aus moderner Hardware oder innerhalb bestimmter Limitierungen aus dem vorhandenen Silizium zu pressen ist. Ursprünglich entstanden die Demos Mitte der 80er aus Intros von gecrackten Spielen. Im Laufe der Jahre entwickelten die selbstablaufenden Programme eine Eigendynamik. Neben der ebenfalls jährlich ausgetragenen Assembly in Finnland, gehört die Breakpoint zu den größten Veranstaltungen ihrer Art. Die Demos der vergangenen Jahre stellen die Organisatoren auf ihrer Homepage bereit.

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3 Kommentare
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Daniel Kottmair
17 Jahre her

Trotz allem sah man auf zahlreichen Computern OpenSuse oder Ubuntu laufen. Gerade bei Crossdevelopern (Konsolendemos etc.) ist Linux überdurchschnittlich populär.

Und sogar für Linux kam was raus: “Spidr”, sehr spassig aussehender Gewinner der 96k Game-compo, AFAIK auch das erste Farbrausch Linux-Projekt! ;-)

http://www.pouet.net/prod.php?which=53019

ich
17 Jahre her

Ich finde das richtig so. Nischen-OS wie Linux, die auf dem Desktop sowieso nie groBe Bedoi!tung erlangen werden, brauchen nicht weiter beachtet zu werden.

caddy
17 Jahre her
Reply to  ich

Naja.
Auch Monopol-OS waren mal Nischen-OS.
:)
Greetz

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