Streit um Mono in Debian

Mit Tomboy bekommt Debian eine Mono-Software

Mit Tomboy bekommt Debian eine Mono-Software

Kristian Kißling
16.06.2009 Seit immer mehr in Mono programmierte Anwendungen wie Banshee, Gnome Do und F-Spot den Gnome-Desktop erobern, regt sich Widerstand gegen die .NET-Implementierung. Jetzt erreicht der Streit auch Debian, das Tomboy in Gnome aufnehmen will.

Der Streit um die Integration von Mono in Distributionen erreicht nun auch Debian, nachdem es bereits eine längere Debatte unter Ubuntu-Nutzern gab, ob Mono-Anwendungen Teil von Ubuntu sein sollen. Josselin Mouette, der Entwickler des Notizzettel-Programms Tomboy, hat seine Software nun in Debians Unstable-Zweig integriert.

Mit Gnome spielen Debian-Nutzer also zukünftig nicht nur Tomboy auf den Rechner, sondern auch Mono. Das halten einige Linux-Anwender für Teufelszeug, weil sie glauben, dass Microsoft Patentansprüche gegen Mono erheben und so Linux schädigen könnte. Bei der Programmiersprache handelt es sich um eine freie .NET-Implementierung, mit deren Entwicklung der Gnome-Erfinder Miguel de Icaza begann.

Bei der Tomboy-Implementierung von Debian spielt aber noch eine weitere Entwicklung eine Rolle: Es gibt eine Alternative namens Gnote vom französischen Entwickler Hubert Figuière. Diese basiert auf C++, ist ein exakter Klon von Tomboy und könnte an dessen Stelle treten. Daher wunderte sich auch Debians Gnote-Betreuer Robert Millan, warum Tomboy mit Abhängigkeiten von 40 MByte und nicht das schlankere Gnote Einzug in die Distribution finden. Stattdessen würden die Entwickler "neuen .NET-Code schreiben, den man später nach C++ portieren kann, damit er schneller läuft, weniger Speicher verbraucht und mehr Architekturen unterstützt", so Millan in seinem Blog.

Josselin Mouette argumentiert hingegen, Tomboy sei nur aus Platzgründen bisher nicht Teil von Debian geworden. Das Problem habe sich nun erledigt, denn Tomboy sei schlanker geworden und wo es nötig sei (etwa auf der Live-CD), könnten die Debianer ja nun Gnote einsetzen. Zudem entscheide nicht er, welche Software Debian aufnimmt. Die Tomboy-Anhänger argumentieren zudem, Gnote sei nur geschrieben worden, um die Mono-Abhängigkeiten zu kappen. Käme es in die Standardinstallation, hätte das Programm zwar seinen Zweck erfüllt, es gäbe aber keinen weiteren Grund, es noch weiter zu entwickeln.

Mono-Entwickler Jo Shields nennt einige Gründe, warum es unwahrscheinlich sei, dass Microsoft gegen Mono klagt und argumentiert vor allem aus der Entwicklerperspektive: Mono sei ideal, um schnell und schmerzlos Anwendungen zu entwickeln und habe Vorteile gegenüber Python, Java, C und C++. Das aber spiele für die Aufnahme in eine Distribution keine große Rolle: Wichtiger sei noch, ob es "großartige Anwendungen" in Mono gebe. Er wirft den Mono-Gegnern vor, sich zwar über Mono zu beschweren, selbst aber keine vergleichbaren Anwendungen in anderen Programmiersprachen zu schreiben.

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Kommentare
Das erste was ich auf einem frischen Ubuntu mache
Arthur (unangemeldet), Dienstag, 16. Juni 2009 13:21:12
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apt-get remove -y mono-common
apt-get -y autoremove




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Re: Das erste was ich auf einem frischen Ubuntu mache
meinereiner (unangemeldet), Mittwoch, 17. Juni 2009 14:10:28
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machs kürzer:

apt-get --purge autoremove mono-common




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mono
hugo (unangemeldet), Dienstag, 16. Juni 2009 11:32:53
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>>Mono-Entwickler Jo Shields nennt einige Gründe, warum es UNWAHRSCHEINLICH sei, dass Microsoft gegen Mono klagt ..<<

Na, dann brauchen wir uns ja keine Sorgen zu machen, da M$ ja für seine Rechtschaffenheit und seinen FairPlay bekannt ist.


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