Microsoft will für Europa eine Windows-7-Version ohne IE anbieten

Microsoft will für Europa eine Windows-7-Version ohne IE anbieten

Windows 7 E

Britta Wülfing
13.06.2009 Das Urteil der Europäischen Kommission zeigt Folgen: Microsoft will Windows 7 in Europa ohne IE ausliefern, die Wahl des Browsers liegt bei den OEMs.

Im Firmenblog erklärt Microsoft-Anwalt und Vizepräsident Dave Heiner: "Wir arbeiten daran, unsere rechtlichen Verpflichtungen in Europa für Windows 7 zu erfüllen". Der Jurist formuliert, ein laufendes Verfahren verursache Bedenken über den ausreichenden Wettbewerb unter den Webbrowsern, die für Windows-Nutzer in Europa verfügbar sind. "Wir müssen uns nach dem Europäischen Wettbewerbsrecht richten", so Heiner: "Wir haben uns entschieden, den Internet Explorer in Windows 7 in Europa separat anzubieten."

Um das angepeilte Startdatum 22. Oktober zu halten, will das Unternehmen nun die Computerhersteller informieren. Zur Unterscheidung sollen die Versionsbezeichnungen für Windows 7 mit einem "E" ergänzt werden. Damit der europäische Anwender dennoch sofort im Internet surfen kann, sollen die Computerhersteller einen Browser ihrer Wahl auf den Windows-7-Rechnern installieren.

Im Interview mit der Juristenplattform Groklaw bezeichnet ein Mitarbeiter der Europäischen Kommission diese Lösung als "Schritt in die richtige Richtung, aber längst nicht ausreichend". Auch dem Microsoft-Juristen scheint das bewußt zu sein, denn er schreibt: "Unsere Entscheidung, nur den IE separat von Windows 7 in Europa anzubieten, kann natürlich Möglichkeiten nicht vorweg nehmen, die im weiteren Prozess der Kommission noch aufkommen."

Im Februar 2008 hatte die Europäische Kommission den Konzern wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht zu der Rekordstrafe von 900 Millionen US-Dollar verdonnert. Anlass war die enge Verknüpfung des Betriebssystems mit Software-Anwendungen, die es Wettbewerbern erschwert Alternativen anzubieten. Im Januar 2009 bemängelte die Europäische Kommision erneut, dass der Browser Internet Explorer zu eng mit Windows verknüpft sei. Anlass war die Beschwerde des Browser-Herstellers Opera, die bei der Free Software Foundation Europe, Google und Mozilla Unterstützung fand.

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Kommentare
Gerecht, aber nicht ganz logisch
Patrick (unangemeldet), Mittwoch, 24. Juni 2009 11:44:13
Ein/Ausklappen

Also an sich finde ich die Tatsache nicht schlecht, das die EU-Kommission diese Monopolstellung des IE8 Aufbrechen will.
Allerdings stellt man sich natürlich die Frage, wie ein Nutzer der einen neuen Windows7 Rechner hat an einen anderen Browser herankommt ( Internet !??? ) ohne den Internet Explorer von der mitgelieferten CD zu installieren und runterzuladen. Demnach ist das irgendwie ein Teufelskreis. Ich schaue des öfteren auf www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/microsoft-1.asp vorbei, da stehen stets upgedatet die News bezüglich Microsoft ausgeschrieben.


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