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MS kann XP nicht sterben lassen

Microsoft verlängert Support für Windows XP bis 2020

13.07.2010 Obwohl Windows XP schon zehn Jahre auf dem Buckel hat, will Microsoft nun für Firmenkunden das Downgrade-Recht bis zum Jahr 2020 verlängern.

Windows XP nimmt kein rühmliches Ende sondern stirbt einen langsamen Tod. Ab Oktober soll man keine neuen Rechner mit Windows XP mehr kaufen können, im nächsten Jahr verschwindet dann auch Vista von den Regalen. Doch das gute alte Windows XP, das auf geschätzt 75 Prozent aller PCs seinen Dienst verrichtet, scheint nicht totzukriegen zu sein. Das hat nun auch Microsoft eingesehen und de facto den Support für das beste Windows aller Zeiten um weitere zehn (!) Jahre verlängert, wie die Computerworld berichtet.

Auch wenn offiziell das letzte Update für Windows XP 2008 mit SP3 erfolgte, bedeutet das im Prinzip, dass sich Microsoft auch weiterhin um Sicherheitslücken in Windows XP kümmern muss. Offiziell gilt der Support nur für OEM- und Volumenlizenz-Kunden mit einem aktiven Service-Vertrag mit Microsoft. Sie erhalten beim Kauf eines neuen Rechners mit vorinstalliertem Windows 7 ein Downgrade-Recht auf Windows XP. Eigentlich wollte Microsoft dieses Downgrade-Recht im kommenden Jahr beenden, nun soll es über die komplette Lebensdauer von Windows 7 aktiv bleiben (Windows 7 soll bis 2020 unterstützt werden).

Chance für Linux?

Hat sich bei Windows Vista schon bald abgezeichnet, dass die meisten Nutzer damit nicht zufrieden sind, klappt nun anscheinend auch der massenweise Umstieg auf Windows 7 nicht so, wie sich Microsoft das erwünscht hat. Tatsache ist, dass die meisten Kunden in der aktuellen Windows-Version keinen Vorteil sehen, da sich sämtliche Arbeiten auch mit Windows XP erledigen lassen. Nun stellt sich natürlich die Frage ob 2020 immer noch 75 Prozent aller PCs Windows XP als Betriebssystem nutzen werden oder ob der PC als solcher langsam ausstirbt und das Feld den Tablets und anderen portablen Geräten überlässt. In beiden Fällen stehen die Chancen für Linux gut, einen Teil der wechselwilligen Kundschaft zu übernehmen.

Zünglein an der Waage könnte hier der Web- und Browser-Support sein. Da es wohl kaum einen IE9 für Windows XP geben wird, sich aber immer mehr Dienste ins Web verlagern, müssen XP-Nutzer auf freie Alternativen wie Firefox oder Chrome ausweichen. Wer zudem einmal bei der Entwicklung einer Distribution mitgearbeitet hat, weiß wie viel Aufwand es bedeutet, ständig Programme auf ältere Versionen zurückportieren zu müssen. Auch wenn ein Großteil dieser Arbeit nicht bei Microsoft selbst erfolgt, zehrt es doch langfristig an den Kräften von Redmond.

Gleichzeitig hält Linux auf der Serverseite mit Samba und Samba4 (fast) alle Trümpfe in der Hand, um Windows in einer XP-Umgebung komplett zu ersetzen. Auch Wine wird immer besser, wodurch sich eine Windows-Lizenz in vielen Fällen erübrigt. Microsoft hat sich mit Windows XP quasi den Wettbewerbsvorsprung verspielt und muss jetzt aufpassen, dass nach dem Tod von Windows XP -- der durch Altersschwäche irgendwann zwischen 2020 und 2030 eintreten muss -- überhaupt noch etwas von Windows übrig bleibt. Denn eines ist klar: Gäbe es mit Linux und Mac OS nicht zwei sehr starke Konkurrenten, dann hätte Microsoft seine Kunden schon bei Windows Vista zum Wechsel gezwungen. Bei der aktuellen Marktlage kann es sich aber diesen Schritt auch beim qualitativ besseren Windows 7 nicht leisten.

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Kommentare
ANTI XP XP MUSS WEG
ANTI XP XP MUSS WEG (unangemeldet), Dienstag, 12. Juli 2011 14:52:40
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Falsch: Microsoft hat soetwas nicht vor im Gegenteil: Der Konzern wird alles unternehmen, um das total verhunzte und veraltete XP in Richtung Altenheim zu schicken! Der Anteil der XP Rechner ist auf deutlich unter 50% gesunken und sinkt stettig weiter XP ist es keines Blickes mehr wert! Wer so ein veraltetes System nutzt vorallem Firmen ist selbst schuld! XP ist aus heutiger Sicht einfach nur Schrott! Der Support wurde im übrigen schon 2010 eingestellt nur noch Sicherheitsupdates erhält man evtl. bis 2014 das wird aber nicht so sein, denn bis dahin gibt es keinen PC mehr mit XP! Außerdem wird MS sicherlich schon 2011 oder 2012 den Sicherheitssupport beenden! Wer behauptet das XP für Firmen bis 2020 supportet wird der liegt falsch!


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XP stirbt früher aus
Andi (unangemeldet), Dienstag, 07. September 2010 14:40:33
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Die meisten Anwender kommen heute noch mit XP klar, wie wird es aber aussehen wenn die RAM Anforderungen der Anwendungen die 3GB Grenze sprengen, da ist nichts mehr mit 32 Bit Version von XP. Die 64 Bit Version von XP hat sich nicht durchgesetzt, Vista würde ich überspringen, da bleibt momentan nur Win7 64Bit übrig, später eben die nachfolgenden 64Bit Systeme von MS


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Vista und Win7 nicht für Alltagsarbeiten
Gürkan ZENGIN, Mittwoch, 14. Juli 2010 02:39:01
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Ich hatte mich die letzten und Monate Wochen genauer mit Windows 7 beschäftigt. Es hat gegenüber den Vorgänge(rn) hinsichtlich Systemverwaltung mehrere Vorteile, die für einen Umstieg sprechen. Aber so ein Hype, wie es aus dem Hause M$ propagiert wurde ist es nun auch wieder nicht. Zumindest für Personen, die sich mit den Interna von MS Windows genauer auskennen (= allgemeine Aussage, nicht auf jemanden bezogen).

Was mich ehrlich gesagt gestört sind bei Vista auch die für meines Erachtens zu hohen Hardwareanforderungen, damit Windows 7 akzeptabel rund läuft. Wobei es auch hier Ticks gibt, die auch im MSDN nur ansatzweise erwähnt werden. So bewirkt das Deaktivieren der Windows-Suche (ehem. Indexdienst) für schneller Festplattenzugriffe (bei SSD's macht es praktisch keinen Unterschied).
Und ab einem Arbeitsspeicher von 3GB läuft das System bemerkenswert flinker, wenn man zudem die Auslagerungsdatei gänzlich deaktiviert. (bei XP genügt hierfür 1GB Arbeitsspeicher). Diese Werte sind für Alltagsarbeiten - wo keine Fachsoftware wie Photoshop (Ressourcenfresser!), CAD oder Videobearbeitung zum Einsatz kommen - sehr zu empfehlen.

Was die grafischen Effekte angeht: naja, ich hab' beim hin- und her schaufeln von Daten keine Videoanimation nötigt - die mir visuell zu veranschaulichen versucht, dass jetzt Dateien kopiert werden .... :-)

Ich find's aber eine Frechheit von MS Anweder von XP auf Win7 auf indirektem Weg zu zwingen, indem bald keine Sicherheitsupdates mehr anbieten werden ... Mich persönlich stört es jedenfalls nicht und wenn Firmen weder auf Win7 noch auf offene Alternativen umsteigen wollen - dann sind sie selber schuld. Irgendwann muss eben die Entscheidung fallen ...

@Marcel
Ich glaube da gibt es ein Tippfehler:
> (Windows 7 soll bis 2010 unterstützt werden)
Kann mir nämlich nicht vorstellen, dass Win7 mit Ende 2010 nicht mehr unterstützt werden soll ... ^^^ :-)


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Win 7 bis 2020
Marcel Hilzinger, Mittwoch, 14. Juli 2010 09:06:39
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Habe den Fehler korrigiert, sollte 2020 heißen.


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XP Reicht ja im Moment
Christian Berg, Dienstag, 13. Juli 2010 21:56:48
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Das sich Vista nicht behaupten konnte ist kein Wunder. Windows 7 ist noch zu Jung. Gibt es schon ein SP1 für Windows 7? Die Erfahrung hat vielen MS Konsumenten gelehrt das man nix kauft, ohne ein Servicepack.

Jede notwendige Software arbeitet unter WindowsXP, meist auch noch unter Windows 2000, welches immer noch mehr Marktanteile als Ubuntu hat. Warum also ein Upgrade?

In den großen IT-Netzen verwendet man lieber Dinge die man unter Kontrolle hat. Software die man versteht, deren Schwächen bekannt sind und die man beeinflussen/kontrollieren kann.

Meine Erfahrung mit Windows Server Systemen: Am besten hoffen und beten das sich mit dem nächsten Update nicht wieder alles verstellt. Ändern kannst du es nur durch Registry-Keys die in einem MSDN Artikel flüchtig erwähnt werden. Kein Wunder das die Kunden da Upgrade-Ängste entwickeln.

Hoffen wir das man die Ängste für den Umstieg auf Windows 7 bei vielen höher sind, als die vor einem Linux Umstieg.


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Re: XP Reicht ja im Moment
nebulu (unangemeldet), Mittwoch, 14. Juli 2010 13:19:53
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also in der industrie und auch bei reichlich privaten anwendern ist auch noch w2k im einsatz.
alle standardanwendungen (office etc.) laufen weiterhin unter diesem betriebssystem und xp.
der updatehype von miniweich findet jetzt so langsam hoffentlich ein ende.
jede neue betriebssystemversion bedeutet für firmeninhaber und sysadmins einen gehörigen aufwand an geld und arbeit.
wer will das alle 3 jahre noch mitmachen?



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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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