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Desktop Summit

Let's have fun! - Wirbel um Gnome

09.08.2011
Nach der Veröffentlichung von Gnome 3 und den damit verbundenen Diskussionen steht das Gnome-Projekt auf dem Desktop Summit vor neuen Herausforderungen. Neue Applikationen, die Roadmap zur Version 3.2, mehr Iterationen und die Kombination mit Touchscreens. Eine Keynote und ein Rückblick.

Während das KDE-Projekt mit Plasma Active und der neuen Roadmap für seine Version 5 auf dem Desktop Summit in Berlin einige Neuigkeiten zu bieten hatte, befindet sich Gnome derzeit in einer anderen Phase. Gnome 3 und die Gnome Shell sind schon ein paar Monate auf dem Markt, die Diskussionen legen sich oder tragen Früchte, und Entwickler wie Owen Taylor fangen an, sich Gedanken um die nächste Version (Gnome 3.2) zu machen. Dabei steht fest, dass die Usability absoluten Vorrang haben solle, Anwendungen sind nötig, und der Enduser ist im Fokus der Entwickler.

Keynote: Nick Richards: Hört nicht auf Linus!

In eine ähnliche Kerbe schlug Nick Richards (Intel, Gnome) in seiner Keynote auf dem Desktop Summit: "Wir brauchen mehr Iterationen" fordert er, und postuliert "Hört nicht auf Linus und rennt auch nicht Apple hinterher!". Gnome 3 sei cool, aber was braucht es, um richtig toll ("awesome") zu werden? Design, Usability und Plattformunabhängigkeit, lautet seine Antwort.

Design, das sei das "Übersetzen der Worte und Wünsche der Menschen, anschließendes Destillieren und daraus ein Produkt zu generieren, das die Leute glücklich macht." Weil gute Designer Mangelware seien ("Wir brauchen mehr davon!"), müssen die Design-Tools besser werden ("Designer schieben in der Regel Binärdateien herum, mit Werkzeugen, die weit von der Qualität der Entwicklertools entfernt sind.") Als ein gutes Beispiel zeigt er dann die Gimp Revision Control, ein Versionskontroll-Tool fürs effiziente Rollback auch in Grafikdateien.

Die anschließend von Richards postulierten Prinzipien für gutes Design finden sich auf der Gnome-Webseite. Auch wenn "wir nicht die gleiche Menge an Tests machen können wie kommerzielle Firmen", sollte die Community versuchen, "ein adaptives, plattformunabhängiges Interface" zu bauen: "Seid das Fahrzeug, nicht das Ziel, eben genauso wie das Pinpoint macht!" Pinpoint ermöglicht es Richards zufolge auch Hackern, ansprechende Präsentationen zu erstellen.

Ein Aussteiger packt aus...

Der ehemalige Release Manager Vincent Untz erzählt aus dem Nähkästchen.

Richtig vom Leder ziehen wollte dann Vincent Untz (Suse), seines Zeichens Ex-Release-Manager von Gnome. Er spannte den Bogen vom Gnome-2-Trauma über das gleichzeitig stattfindende KDE-4-Trauma, über Netbooks, das unbekannte Feld "Gnome Mobile - wir wussten einfach nicht, was wir tun sollten..." bis zur Einbindung von Canonical "Ja, Canonical könnte mehr tun, dann wären sie sicher auch willkommener. Aber wir brauchen einen Neuanfang, es gab Fehler auf beiden Seiten.".

Auch der lange Weg vom qualitätsbasierten Releasezyklus hin zu termin- und featurebasierten Releases war steinig, so Untz. Doch er ist sich auch sicher: "Die Kommunikation zwischen Designern und Developern ist ganz klar das wichtigste Thema." Trotzdem lautet sein Fazit: "Let's have fun!"

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