Kuba stellt die eigene Linux-Distribution Nova Linux vor

Kuba stellt die eigene Linux-Distribution Nova Linux vor

[Update] Cuba Libre

Marcel Hilzinger
12.02.2009 PCs fürs Zuhause gibt es in Kuba erst seit letztem Jahr. 20 Prozent davon nutzen bereits Linux, in fünf Jahren soll es rund die Hälfte aller Rechner sein.

Nach einem aktuellen Bericht von Reuters setzt die kubanische Regierung eine eigene Linux-Variante namens Nova ein und will diese auf möglichst vielen Rechnern vorinstalliert anbieten. Durch die Wirtschaftsblockade der USA gegenüber Kuba ist es auf der Karibikinsel nur schwer möglich, legal an Windows heranzukommen. Zudem wirft die kubanische Regierung Microsoft vor, Hintertüren in Windows eingebaut zu haben.

Nova 1.1.2 "Baire" (der Codename stammt von der Schlacht bei Baire, in der die kubanischen Nationalisten 1895 ihre Unabhängigkeit von Spanien erkämpften) basiert auf Gentoo und benutzt Gnome 2.22 als Desktop. In Sachen Paketmanagement setzt Nova auf das vom Sabayon-Projekt entwickelte Entropy für Binärpakete, bleibt aber kompatibel zu Gentoos Portage-System. Die Distribution wird bereits seit 2007 entwickelt, offiziell wurde sie aber erst diese Woche an der Internationalen Informatik-Konferenz und -Messe in Havanna vorgestellt.

Laut Hector Rodriguez, Leiter der School of Free Software an der Informatik-Universität Havanna, werden bereits 20 Prozent aller neu verkauften Rechner mit Linux ausgeliefert. Innerhalb von fünf Jahren soll der Anteil auf 50 Prozent steigen.

Da Kuba über eine relativ schmale Anbindung ans Internet verfügt, ist es sehr schwierig, zusätzliche Informationen zur Distribution zu finden. Die Homepage der Informatikuni Havanna ist zudem ab und zu überlastet.

[Update: 12.02.2009]

Inzwischen steht auch die Novo-Website. Demnach gibt es die Distribution als Live-CD und als DVD zum Download. Das Installationsprogramm von Nova heißt Serere und ist eine Eigenentwicklung für Nova. Ebenfalls selbst programmiert haben die Kubaner den Paketmanager Summon. Neben Gnome stehen auch KDE und XFCE als Desktopumgebungen zur Verfügung, mit Guano bringt Nova zudem eine alternative Desktop-Umgebung für ältere Rechner mit, die Openbox als Fenstermanger mit dem XFCE4-Panel und dem Dateimanager PCmanFM zusammen einsetzt.

Die Projekt-Homepage ist gerade mal 2 Tage alt.

Nova lässt sich auch in eine Active-Directory-Umgebung einbinden, die nötigen Dienste (Samba, Winbind + Kerberos) stellt Ecumenix bereit. Der angegebenen Nova-FTP-Server ist allerdings noch nicht zu erreichen. Wir werden die Distribution aber so bald wie möglich testen. Bis dann sei auf dieses You-Tube-Video verwiesen.

Video konnte nicht eingebettet werden, denn die URL passt nicht zu der Liste der erlauben Hoster.

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