Open Source vs. FAT

Konsequenzen aus Microsoft vs. TomTom

Konsequenzen aus Microsoft vs. TomTom

Britta Wülfing
02.04.2009 Der Patentstreit zwischen Microsoft und Tomtom ist beigelegt, jedoch nicht gelöst. Das jedenfalls meinen die Juristen des Software Freedom Law Center, und auch der Geschäftsführer der Linux Foundation, Jim Zemlin, ruft nach Konsequenzen.

Zunächst wehrte sich der Navigationsgerätehersteller gegen die Ansprüche Microsofts aus Patentverletzung mit einer Gegenklage, dann kam es zu einer gütlichen Einigung und Tomtom zahlt eine nicht genannte Summe an den Konzern in Redmond. Zudem hat das Unternehmen zwei Jahre Zeit, zwei Funktionen, die mit den FAT-LFN-Patenten von Microsoft zusammenhängen aus seinen Produkten zu entfernen. Für Linux-Unternehmen ist der Konflikt nicht nur deshalb interessant, weil Microsoft in regelmäßigen Abständen mit der Patentkanone droht, sondern weil die genannten Patente auch Linux-Technologie betrifft. Nicht zuletzt deshalb hatte sich Tomtom bei seiner Gegenklage mit dem Open Invention Network (OIN) verbündet. Gemeinsam mit der Linux Foundation und den Anwälten des Software Freedom Law Center will das OIN künftig ähnliche Aktionen gegen andere Open-Source-Anwender und Entwickler verhindern.

Auf der SFLC-Webseite vertreten die Juristen die Auffassung, dass Tomtom sich zwar einen aufwändigen Prozess erspart hat, der tatsächliche Streit um die vermeintliche Patentverletzung erst am Anfang steht. „Die FAT-Dateisystem-Patente, auf deren Grundlage Microsoft jetzt geklagt hat, sind unserer beruflichen Meinung nach derzeit ungültige Patente, und waren es schon immer.“ Die juristische Abteilung des Linux-Distributors Red Hat äußert in einem Kommentar auf der Webseite die gleiche Rechtsauffassung.

Der Geschäftsführer der Linux Foundation, Jim Zemlin, will das strittige Thema Filesystem technisch lösen. In einem aktuellen Blogeintrag versucht er sich als Ernährungsberater: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass Entwickler auf Microsoft-Diät gehen und das FAT aus ihren Produkten entfernen.“ Den Tipp hierzu habe er vom Unternehmen selbst: „Wie Microsoft selbst in der Pressemitteilung zugegeben hat, kann dieses Dateisystem auf einfachem Weg durch zahlreiche technologische Alternativen ersetzt werden.“ Im gleichen Atemzug verspricht er interessierten Unternehmen hierbei Unterstützung durch die Linux Foundation.

Zu Beginn der Patentklage hatte Zemlin in einem Blogeintrag noch versucht, die Gemüter zu beschwichtigen und wollte bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung gegenüber Microsoft gelten lassen. Dies hört sich aktuell ganz anders an, wenn er schreibt: „Es scheint, als wäre Microsoft nicht der Leopard, der seine Flecken ändern kann. “

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