Wenn Träume wahr werden

Kernel 2.6.32 als gemeinsamer Nenner von Debian 6.0, SLES 12, RHEL 6 und Ubuntu 10.04

16.03.2010 Mark Shuttleworth hat einen Traum: die großen Distributionen sollen sich auf identische Versionsnummern für die Kernkomponenten einigen und diese alle zwei Jahre auffrischen. Nun scheint der Traum Realität zu werden.

In einem ausführlichen Blog-Eintrag schilderte Shuttleworth noch 2008 einen Plan, nachdem die am weitesten verbreiteten Distributionen Debian, Ubuntu, Red Hat und Suse in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren Hauptversionen auf den Markt bringen sollten. Der Clou dabei: könnte man sich auf gemeinsame Versionsnummern einigen, würde sich dadurch die Software- und vor allem die Treiber-Entwicklung deutlich vereinfachen. Dies würde laut Shuttleworth zu einem positiven Effekt für alle Linux-Distributionen führen.
Während Mark bei den Ubuntu an den Zweijahresrhythmus der LTS-Versionen denkt, ließe sich dieser Rhythmus bei Debian für die regulären Releases einführen. Bei den Enterprise-Distributionen von Red Hat und Novell verfolge man auch in etwa einen Zweijahresrhythmus. Marks Vorschlag wurde im vergangenen Sommer innerhalb des Debian-Projekts heftig diskutiert, man wollte sich jedoch nicht zu einem gemeinsamen Fahrplan mit Ubuntu abstimmen und blieb dabei: Debian ist fertig, wenn es fertig ist.
Nachdem nun das Debian-Team die Versionsnummern der Hauptkomponenten für die kommende Version 6.0 alias Squeeze veröffentlicht hat, scheint Marks Rechnung dennoch aufzugehen. Laut einem aktuellen Blog-Eintag, nutzen Debian 6.0 und Ubuntu 10.04 weitgehend identische Versionen des Kernels, von Python und Perl, vo m GCC und von OpenOffice. Auch bei Red Hat Enterprise Linux 6 und dem Suse Linux Enterprise Server 12 kommt mit ziemlicher Sicherheit Kernel 2.6.32 zum Einsatz, sodass die Kernel-Entwickler sich um dieses Release vermutlich besonders häufig kümmern werden.

Auch wenn diese einmalige Konstellation vermutlich eher per Zufall entstand, besteht eine gewisse Chance, dass sich der erzielte Effekt derart positiv auf die einzelnen Distributionen auswirkt, dass man sich vielleicht doch bald auf gemeinsame Releasezyklen festlegen kann. Beim jetzigen Fahrplan stehen die Chancen für Ubuntu, Red Hat und Suse Linux Enterprise sehr gut, da Ubuntu halbjährlich, Red Hat und Novell alle acht Monate ein neues Release veröffentlichen. Der kleinste gemeinsame Nenner liegt somit bei 24 Monaten -- genau der von Mark angestrebten Kadenz.

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Kommentare
Problem: Schädlinge
McBain (unangemeldet), Dienstag, 16. März 2010 10:51:59
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Schöne Konstellation, dass die großen Distributionen voraussichtlich die gleiche Kernelversion verwenden werden. Dies gibt die Möglichkeit Erfahrungen mit Distributionsübergreifenden Kerneln zu erlangen. Dies könnte zu extrem stabilen Kerneln und sogar zu einer Art regelmäßigen Major-Kernel vom Kernel-Team führen. Nach dem Entwicklungsmodell der 2.6er Serie ein weiterer Schritt nach Vorne.

Ich möchte jedoch den Gedanken in den Raum werfen, dass ein Kernel, der von sehr vielen Distributionen genutzt wird einem erhöhten Angriffsrisiko ausgesetzt sein könnte. Es wird immer wieder als einer der Gründe, warum Linux vor Schädlingen verschont bleibt, der geringe Marktanteil erwähnt. Dies ist, abgesehen von vielen anderen Gründen, nur teilweise richtig. Da die meisten Distributionen verschiedene Kernel-Versionen verwenden, die innerhalb der Distributionen noch einmal überarbeitet werden, ist das Angriffsfenster, neben der relativ geringen Verbreitung, noch einmal verkleinert.
Mein Gedanke ist, dass man sich bei der bevorstehenden Situation Gedanken machen sollte, ob dieses Problem real existieren könnte und wie man damit umgehen könnte.

Ok, das wars.
Grüße.


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Re: Problem: Schädlinge
ckpinguin (unangemeldet), Dienstag, 16. März 2010 18:59:10
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