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Nvidia gibt Grafiktreiber xf86-video-nv auf

Kein quelloffener Treiber für neuere Karten

29.03.2010 Der für Linux-Grafiktreiber zuständige Nvidia-Manager Andy Ritger hat auf der X.org-Mailingliste bekannt gegeben, dass das Grafikchip-Unternehmen Nvidia seinen quelloffenen 2D-Videotreiber nicht mehr für neue Chips weiterentwickelt. Er empfiehlt, den Vesa-Treiber zu benutzen.

Nvidias Videotreiber "xf86-video-nv" soll laut Ritger für existierende GPUs sowie für derzeitige und zukünftige X-Server-Versionen weiter "in vernünftigem Rahmen" von Nvidia unterstützt werden. Für zukünftige GPUs ab der Fermi-Architektur legt das Unternehmen jedoch keine Hand mehr an den Treiber. Außerdem schließt Nvidia aus, die Bildübertragungsart Displayport im Treiber zu unterstützen.

Als Grund gibt der Chiphersteller an, dass die Fähigkeiten des NV-Treibers - der nach Ritgers Bekunden von Nvidia stets als Übergangslösung zum proprietären Treiber gedacht war und nie besonders viel können sollte - hinter den Entwicklungen der Fenstersysteme zurückbleibt. So unterstütze der NV-Treiber die X-Render-Extension nicht, worauf sich die heutigen X-Window-Systeme jedoch stark verlassen.

Der NV-Treiber bringe gegenüber dem Vesa-Treiber auf solchen Systemen keinen Vorteil. Um Mehrwert zu bieten, müsste er stark weiterentwickelt werden, erklärt Ritger auf der Xorg-Announce-Mailingliste. Das, so Ritger, würde zu viel von Nvidias Entwicklerressourcen von dem proprietären Grafiktreiber abziehen.

Linux-Nutzern empfiehlt er, statt des veraltenden NV-Treibers nach der Installation von Linux den allgemeinen Vesa-Grafiktreiber zu verwenden, und sich dann an den Nvidia-Treiber zu halten. Es sei im Interesse der Linux-Anwender, meint Andy Ritger, wenn sich die Nvidia-Entwickler auf diesen konzentrieren, damit die Nvidia-Grafik bestmöglich unter Linux funktioniert.

Canonicals Ubuntu-Projekt ist der Treiber-Abstoßung zuvorgekommen: Ubuntu 10.04 soll den NV-Treiber bereits durch den Nouveau-Treiber ersetzen. Auch die anderen Distributionen werden sich nun nach einem anderen Standardtreiber für Nvidia-Grafik umsehen müssen. Immerhin: Ein vereinigtes Bemühen um ein- und denselben Treiber könnte der freien Community zu Gute kommen.

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