Infotainment-System auf Genivi-Basis für 2013 geplant

Infotainment-System auf Genivi-Basis für 2013 geplant

Linux im BMW

Anika Kehrer
27.01.2011
Wind River und der italienische Systemintegrator Magneti Marelli sind die Partner, die das Ivi-Produkt (In-Vehicle Infotainment) von BMW auf Linux-Basis entwickeln.

Wie Wind River jetzt bekannt gegeben hat, wird das Projekt hardwareseitig von Magneti Marelli betreut, das sich Wind River für die Software-Seite ins Boot geholt hat. Alexander Kocher, der bei Wind River als Vice President und General Manager für Automotive-Lösungen zuständig ist, erläuterte das Projekt gegenüber der Redaktion: Wind River geht demnach so vor, dass es einen Linux-Kernel nimmt, Software-Stücke auf Basis bereits bestehender Spezifikationen aus der Genivi-Allianz schreibt, benötigte Thirdparty-Module einschweißt und diesen ganzen Stack auf gute Zusammenarbeit mit dem von Marelli zusammengestellten Hardware-System trimmt. Speziell im BMW-Projekt wird Wind River auch jenseits des Middleware-Stacks dem italienischen Partner bei der weiteren Ausbau der Software zur Seite stehen.

Magneti Marelli liefert das fertige Produkt in der BMW-spezifischen Gestalt dann an den Autohersteller. BMW möchte im Jahr 2013 die ersten Infotainment-Systeme in seine Einstiegs- und Mittelklasse-Fahrzeuge verbauen.

Wer ab 2013 auf Ivi-Systeme in BMW-Wagen stößt, weiß, wer sie (Software-seitig) verbrochen hat: das Team von Alexander Kocher, VP für Automotive Solutions bei Wind River.

Die Rumpf-Version von Wind Rivers und Marellis Zusammenarbeit mit ihrer Hardware- und Software-Basis soll später auch an andere Fahrzeugbauer verkauft werden. Der Applikationsschicht und verschiedene weitere Eigenarten sind dann jedoch ein neues Kapitel: Die Automobilfirmen bestellen jeweils für ihre Wagen spezifische Funktionen und Oberflächen dazu. Die Übertragbarkeit des Rumpf-Produkts wird durch herstellerübergreifende Spezifikationen ermöglicht, die in der von BMW mitgegründeten Genivi-Allianz erarbeitet werden. Beispiele sind die Vermittlung von Audio- und Video-Daten, die jedes Ivi-System können muss und die etwa dann zum Tragen kommen, wenn Radio und Telefon im Falle eines Anrufs plötzlich beide den Lautsprecher beanspruchen oder wenn eine Kamera an der Rückseite des Autos ein Videobild von den Straßen- oder Abstandsverhältnissen übertragen soll.

Für Linux haben sich die Autobauer und Systemschmieden bei Genivi-Gründung laut Kocher deshalb entschieden, weil dessen Anpassung an die Ivi-Besonderheiten rascher über die Bühne geht als alles neu zu schreiben. BMW habe sich, so geht aus Kochers Worten hervor, von Anfang an deshalb relativ stark engagiert, um das zu verwendende Linux aus der misstrauisch machenden Stiefkindecke herauszuholen ("Läuft das denn überhaupt stabil?") und für den konkreten Anwendungsfall zu härten.

Die Entwicklungsarbeit, die Wind River und andere Genivi-Alliierte seit der Genivi-Gründung vor zwei Jahren vorantreiben, ist tatsächlich von einiger Verantwortung belastet: Für Ivi-Systemfunktionen wie Geschwindigkeitsregelung oder auch der Abstandssensor sind verlässliche, echtzeitschnelle Rechenarbeiten nötig. Abgesehen von sicherheitsrelevanten Funktionen wird auch der Autofahrer kein anderes als ein unmerkliches und superschnelles System akzeptieren: "Wer sich ins Auto setzt, erwartet, dass das Radio sofort da ist und wartet nicht zwei Minuten auf den Bootvorgang", veranschaulicht Kocher die Echtzeitanforderung im Auto-Infotainment.

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