Home / Nachrichten / Geschichte der toskanischen Kleinstadt Grosseto

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(179 Punkte bei 5 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mageia 2 ist fertig
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

(c) sxc.hu
(c) sxc.hu
Open-Source-Romanze

Geschichte der toskanischen Kleinstadt Grosseto

28.03.2009 Die toskanische Küstenstadt Grosseto nutzte ein proprietäres Zugangssystem für elektronische Ausweise. Jetzt setzt die Stadt die quelloffene Lösung Open Portal Guard ein.

Eine Fallstudie des europäischen Informationsdienstes OSOR beschreibt, wie seit 2003 die 80.000-Einwohner-Stadt Grosseto an einem Pilotprojekt für elektronische Personalausweise teilnahm und zunächst einen externen Software-Dienstleister mit einer proprietären Verwaltungs- und Zugangssoftware beauftragte.

Die Entwicklung der Software sollte bezahlt werden, Lizenzgebühren jedoch nicht anfallen, da die beauftragte Software in den Besitz der öffentlichen Hand übergehen sollte. Als der Partner jedoch trickreich ein Kernstück des Systems - ein Browser-Plugin für die Authentifikation von Endbenutzern - nur gegen Lizenzgebühren herausrücken und zudem keine offenen Standards verwenden wollte, so dass die elektronischen Identitätsnachweise anderer Provinzen oder Länder inkompatibel zu dem immerhin 200.000 Euro teuren Entwicklungsprojekt sein würden, läutete ein IT-Angestellter der Stadt, Bud Bruegger, die Warnglocken. Er überzeugte seinen Chef, eigene Ressourcen für ein eigenes Open-Source-Projekt aufzuwenden. Heute ist Bruegger der Hauptentwickler des Open Portal Guard, ein Apache-basiertes Zugangskontrollsystem für elektronische Identitätsnachweise.

Aus dem Projekt und seiner Geschichte zog sein Hauptentwickler und Angestellter der Stadt Grosseto zwei wesentliche Erkenntnisse, berichtet die Studie unter anderem. Zum einen sei die Wissensaneignung der weitaus ressourcenaufwändigere Teil des Projekts als die eigentliche Implementation. So sei laut dem toskanischen IT-Angestellten die Option einer Eigenentwicklung für eine Kommune, da sie in der Regel ein stark begrenztes Budget hat, ohne die Open-Source-Methode kaum möglich: Nur so können die Entwickler auf bereits vorhandene Projekte aufbauen.

Die zweite Erkenntnis besagt, dass Open-Source-Erfahrene in einem solchen Projekt erfolgreicher sein werden als Entwickler, die nur aus Kostengründen den quelloffenen Weg wählen. Open-Source-Erfahrene hingegen wissen, welche Fragen man an die Community stellen muss, und sie führen ihr Projekt mit dem Willen durch, wieder etwas an die Community zurückzugeben, so Bruegger. Nur so bleibt die Community erhalten, von der sie zuvor profitierten.

Die Idee, quelloffene Software einzusetzen, war den Italienern sowohl der IT-Abteilung als auch den Anwendern in der Behörde nicht fremd. Sie kannten Linux auf ihren Servern und Firefox sowie Open Office auf ihren Arbeitsplatzrechnern. Der Boden für Open-Source-Software sei fruchtbar gewesen, Bud Bruegger in der Studie, sodass die Stadt Grosseto den quelloffenen Weg für ihr Personalausweissystem ohne Vorbehalte frei gab. Am Rückhalt von Arbeitgeber und Kollegen hat es also nicht gemangelt. Einzig öffentliche Kenntnisnahme hätten sich die Südländer mehr gewünscht.

Die zehnseitige Studie enthält noch weitere interessante Informationen zu Hergang und Kontext des Projekts. Sie steht im ODT- und im PDF-Format auf der OSOR-Webseite zum Download bereit. Der Autor Gregor Bierhals arbeitet als Forscher an der gemeinsamen Forschungseinrichtung der Maastrichter Universität und der United Nations Universität (UNU-MERIT) in Maastricht.

Der europäische Informationsdienst OSOR (Open Source Observatory and Repository) hat zur Aufgabe, die Verbreitung von Open-Source-Software zu fördern. Es ist Teil des europäischen IDABC-Programms, ein Programm der europäischen Kommission, das noch bis Ende 2009 Bürger und Unternehmen über grenzübergreifende öffentliche Dienste im Bereich E-Governance informiert (IDABC, Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public Administrations, Business and Citizens).

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share

Kommentare

1418 Hits
Wertung: 74 Punkte (15 Stimmen)

Schlecht Gut

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...