Demonstration in München

Ilka Burckhardt, Fotolia.de
Ilka Burckhardt, Fotolia.de

Gegen Patentschweine und Softwarepatente

Britta Wülfing
16.04.2009 Bei einer Demonstration in München zogen FFII, Piratenpartei, Greenpeace, Misereor und Bauernverbände gemeinsam vor das Europäische Patentamt (EPA). Unter den Demonstranten war auch Richard Stallman, der bei der Kundgebung über die gemeinsamen Interessen aufklärte.


Anlass für die Demonstration war ein Patent auf ein Verfahren zur Züchtung von Schweinen, das vom US-Agrarkonzern Monsanto angemeldet wurde. Ein Sammeleinspruch mit mehr als 5000 Unterschriften wurde in einem Protestmarsch zum Europäischen Patentamt getragen. Bei der Kundgebung auf dem Münchner Marienplatz sprachen die Vertreter von Bauernorganisationen, Greenpeace, der Entwicklungsorganisation Misereor, kirchlichen Verbänden und eben auch Richard Stallman, der im Namen des FFII Deutschland erklärte, welche Interessen Software-Entwickler mit den Lebensschützern verbindet: "Patente auf Pflanzen und Tiere sind ein Angriff auf die Bauern, die ihre Arbeit tun. Software-Patente sind ein Angriff auf Entwickler, die ihre Arbeit tun."

Richard Stallman (Mitte) und zwei Aktivisten demonstrieren gegen Software-Patente.

Der Vordenker für freie Software und Gründer der Free Software Foundation sieht von Software-Patenten nahezu jeden betroffen: "Nur ein Bruchteil der Unternehmen sind Bauern, aber sicher nutzen die meisten Unternehmen Computer, und sie alle sind in Gefahr." Um sein Anliegen zu verdeutlichen, wählte er Beethoven und das Komponieren von Musik als Analogie. So wie ein Komponist bekannte und neue Ideen in seinen Werken vereine, so müsse auch ein Programmierer zwangsläufig bereits vorhandenen Code verwenden. "Keiner ist so ein Genie, dass er Computing von Null an neu erfinden könnte," begründete Stallman die Gefahr durch Software-Patente. Begleitet von Applaus bezeichnete er das Europäische Patentamt als korrupt und bösartig, und falls es zur Lösung des Problems notwendig sei, sollte man vor der vollständigen Abschaffung der Behörde nicht zurückschrecken. Die Europäer sollten sich nicht einschüchtern lassen: "Jede Institution bekommt den Respekt, den sie verdient."

Direkt vor Stallman trat als Überraschungsgast der bayerische Umweltminister Markus Söder vor das Mikrofon. Der CSU-Mann wurde mit Pfiffen begrüßt, aber sein Bekenntnis passte zur Veranstaltung: Er lobte die Entscheidung der Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner, die kürzlich den Anbau von Genmais verboten hatte und verurteilte das strittige Patent. "Ja zum Leben, nein zu Patenten", so sein Wahlversprechen. Spätere Sprecher wie der Europa-Abgeordnete Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf erinnerten daran, wer die aktuelle Situation zu verantworten habe: "Europawahlen stehen an. Das lässt sie einsichtig werden." Er ebenso wie die Sprecher der Verbände versprachen Hartnäckigkeit, wenn den Worten keine Taten folgten.

Ähnliche Artikel

Kommentare

Aktuelle Fragen

Rootpasswort
Jutta Naumann, 29.01.2015 09:14, 1 Antworten
Ich habe OpenSuse 13.2 installiert und leider nur das Systempasswort eingerichtet. Um Änderungen,...
Neue SuSE-Literatur
Roland Welcker, 14.01.2015 14:10, 1 Antworten
Verehrte Linux-Freunde, seit Hans-Georg Essers Buch "LINUX" und Stefanie Teufels "Jetzt lerne ich...
DVD abspielen unter openSUSE 13.1
Michael Pfaffe, 12.01.2015 11:48, 6 Antworten
Hallo Linuxer, Bisher habe ich meine DVD´s mit linDVD unter openSUSE abgespielt. Mit der Versi...
Kontrollleiste SuSE 12.3 gestalten
Roland Welcker, 31.12.2014 14:06, 1 Antworten
Wie bekomme ich das Icon eines beliebigen Programms (aktuell DUDEN) in die Kontrollleiste und kan...
flash-player
roland reiner, 27.12.2014 15:24, 7 Antworten
Mein Flashplayer funktioniert nicht mehr-Plug in wird nicht mehr unterstütz,auch über google chro...