Freier Treiber für Xbox-Eingabegerät entwickelt

Freier Treiber für Xbox-Eingabegerät entwickelt

Open Kinect

Anika Kehrer
12.11.2010
Der New Yorker Bastelkit-Verkäufer Adafruit hat dem Entwickler eines freien Treibers für das Microsoft'sche Bewegungs-Eingabegerät Kinect 3000 Dollar geschenkt und weitere 2000 an die Electronic Frontier Foundation gespendet. Jetzt steht der nächste Wettbewerb an.

Ab sofort gibt es freie Treiber, mit denen jeder pantomimisch Geräteeingaben mit Kinect machen kann. Zu verdanken ist das dem Adafruit-Team, das das Gerät super und allein als Bedienungselement für die Xbox viel zu schade findet: Die amerikanischen Open-Hardware-Enthusiasten schrieben einen Wettbewerb aus. Der Gewinner, der Embedded-Entwickler Héctor Martín Cantero, hat nach Angaben Adafriuts beschlossen, das Geld für weitere Programmierprojekte zu verwenden.

Open Kinect: Das Microsoft-Gerät schart eine unerwartete Fangemeinde um sich.

Im Gefolge des Adafruit-Preises hat sich nun der nächste Sponsor für Open Kinect gefunden: Der langjährige Google-Mitarbeiter Matt Cutts, nach eigenen Angaben Chef des Webspam-Teams, schreibt zwei mal 1.000 Dollar aus. Der eine Preis soll an den- oder diejenigen gehen, die die beste quelloffene Kinect-Anwendung schreiben. Die zweiten 1000 Dollar sollen diejenigen erhalten, die die meiste Anstrengung darauf verwenden, die Entwicklung von Kinect-Apps unter Linux besonders einfach zu machen. Mitmachen kann man bis zum 31. Dezember 2010, indem man sein Projekt in den Kommentaren unter dem Blogeintrag verlinkt und es kurz beschreibt.

Adafruit hatte den Preis für einen freien Kinect-Treiber am 4. November zunächst über 2000 Dollar ausgeschrieben. Kurz danach erhöhte das Unternehmen den Einsatz auf 3000 Dollar, weil Microsoft die Aktion gar nicht lustig fand, wie in der aktualisierten Ausschreibung zu lesen ist. In einem weiteren Blogeintrag vom 8. November bekräftigen sie ihre Aktion, obwohl der Hersteller zwischenzeitlich wohl gesagt hat, er werde mit rechtlichen und produkttechnischen Mitteln das Gerät beschützen. Die New Yorker wollen darum auch weitere 2000 Euro an die Electronic Frontier Foundation (EFF) spenden. Diese Organisation setzt sich unter anderem dafür ein, dass Geräte für Experimentierfreudige offen bleiben (etwa mit der "Coder's Right"-Initiative oder zuletzt beim I-Phone). Aktionen wie diese seien die einzige Hoffnung, wenn Hersteller wie Microsoft ihre Geräte versiegeln, begründet Adafruit die spontane Spende.

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Kommentare
Haben die Lack gesoffen?
Daniel Kottmair, Freitag, 12. November 2010 17:06:32
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Mit welchen "rechtlichen Mitteln" will MS bitte den Leuten untersagen, freie Treiber für das Ding zu entwickeln? Was genau meinen die mit "hardware and software safeguards" bitte? Kann mir kaum vorstellen, dass da irgendwas encrypted war, wenn das so schnell ging mit dem Treiber!
Und wieso eigentlich "tampering with the product"? Nur weil man nen Treiber dafür schreibt verändert man doch nix daran?

"Work with law enforcement" my ass, die haben doch echt einen Schaden!...

Wovor hat MS Angst? Dass sich die Leute das stark subventionierte Ding kaufen und dann keine Spiele dafür, weil sie's am PC anschließen? Kaum vorstellbar, dass das mehr Verbreitung findet als die kreativen Hacks mit der Wiimote oder Linux für PS3 (wo diese Möglichkeit ja auch stellenweise diskutiert wurde!)


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