Die Playstation 3 und ihren leistungsfähigen Cell-Prozessor als Rechensklave für rechenaufwändiges H.264-HD-Video-Encoding nutzen – dieser lange gehegte Traum könnte bald Wirklichkeit werden und Linux auf der PS3 zu neuer Popularität verhelfen.
Nachdem der japanische Cell-Spezialist Fixstars im November 2008 Yellow-Dog-Hersteller Terra Soft Solutions übernommen hatte, geht es nach der Veröffentlichung des stark auf den Cell-Prozessor und insbesondere die PS3 optimierten Yellow Dog Linux 6.1 nahtlos weiter:
Wie die Videospielseite Joystiq berichtet, wird Fixstars auf der gerade beginnenden NAB-Messe unter anderem das Produkt CodecSys CE-10 präsentieren. Hierbei handelt es sich um die “Prosumer”-Version der größeren CodecSys CE Realtime-HD-Encoding-Lösungen von Fixstars, die mit dem Cell-basierte GigaAccel-PCIe-Board funktionieren. GigaAccel nutzt die PowerXCell 8i mit doppelter Präzision, welche auch im momentan schnellsten Supercomputer der Welt, dem IBM Roadrunner, verbaut ist. Die CE-10-Version soll allerdings mit einer ganz normalen Playstation 3 funktionieren, und diese via Gigabit-Netzwerk angebunden als flotten Encoding-Server für das äußerst rechenaufwändige H.264-Encoding nutzen. Das PDF zur Produktvorstellung spricht davon, dass die Encoding-Zeit 1.2x mal so lang wäre wie das Video, das hieße bei einem üblichen 24fps Video 20fps Encoding-Speed (Zum Vergleich: Der schnellste 3.2 GHz Quadcore Intel Core i7 hatte in unserem Test 17fps, allerdings müssten für einen wirklichen Vergleich die Einstellungen und das Videomaterial gleich sein!). Ein (momentan wohl nur für Windows erhältliches) Interface auf dem PC verwaltet die Encoding-Jobs und liefert eine Video-Vorschau.CodecSys CE beherrscht alles was ein professioneller Encoder können muss – 1080p, Slices, Qpel, CABAC, High Profile, field/frame-encoding (interlace), eine Bitrate bis zu 150 Megabit (max. 25 Megabit für Realtime-Encoding) – und wurde sogar in Zusammenarbeit mit Broadcast International für professionelle Ansprüche entwickelt. Das Diagramm zeigt einen USB-Stick und erwähnt “Flush Memory”, das bedeutet höchstwahrscheinlich, dass ein speziell auf H-264-encoding ausgelegtes Mini-Linux von einem an der PS3 angeschlossenen USB-Stick gebootet wird. Verfügbar soll das Produkt schon im Juni 2009 sein, über den Preis ist noch nichts bekannt.





