Kampf dem DRM

Free Software Foundation
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FSF-Aktion will Kindle-Software befreien

Britta Wülfing
28.07.2009 Die Free Software Foundation hat eine Online-Aktion im Amazon-Forum zur Befreiung des Kindle-Codes gestartet. Die Aktivisten zählen bereits 650 Unterstützer.

Anlass für den Kundenärger war zunächst eine Buchlöschaktion vor einigen Tagen: Der Online-Händler hatte bereits gekaufte Bücher „zurückgeholt“, sprich: aus dem Kundenkonto der Kindle E-Book-Reader gelöscht. Als Grund nannte der Händler Probleme mit dem Urheberrecht, betroffen von der Aktion waren ausgerechnet Bücher von George Orwell. Die Free Software Foundation rief über Ihre Projektseite Defectivebydesign.org die Kunden dazu auf, ihrem Ärger Luft zu machen, und zahlreiche Leser folgten dem Appell.

Die FSF zählte mehr als 650 neue 1-Stern-Rezensionen im Online-Bewertungssystem des Buchhändlers, die schlechtestmögliche Bewertung. Letzten Donnerstag nutzte auch Amazon-Gründer und -Chef Jeff Bezos dieses Forum und entschuldigte sich für die Aktion: „Unsere 'Lösung' für das Problem war dumm, gedankenlos und schmerzlich gegen unsere Prinzipien“, so Bezos.

Die Free Software Foundation will jedoch mehr: Die Software-Aktivisten wollen die öffentlichkeitswirksame Aktion nutzen und eine Freigabe der Software des E-Book-Readers erreichen. Die Stiftung fordert die Kunden dazu auf, weiterhin das Bewertungsportal bei Amazon zu nutzen und in ihrer Online-Kritik an den Amazon-Chef zu appellieren, den Kindle-Code freizugeben.

Die FSF weist darauf hin, dass dies bereits das dritte Mal sei, dass Kunden zu spüren bekommen, wer tatsächlich die Kontrolle über die Geräte habe. Im Juni hatte Amazon Bücher von Ayn Rand gelöscht, und davor die Funktion „Text-zu-Sprache“ bei einigen Titeln deaktiviert. Der FSF-Leiter Peter Brown schildert seine Sicht der Dinge: „Das tatsächliche Problem ist Amazons Umgang mit DRM und proprietärer Software. Sie haben unannehmbare Macht über ihre Anwender, und tatsächlicher Respekt erfordert mehr als eine Entschuldigung – es ist nötig, DRM fallenzulassen und die Kindle Software als freie Software freizugeben.“

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