Entwickler wollen Ubuntus Release-Modell ändern

Entwickler wollen Ubuntus Release-Modell ändern

Wird aus Raring Ringtail eine Rolling Release?

Kristian Kißling
01.03.2013
Ubuntu macht ernst: Auf der Developer-Mailingliste stellte Canonicals Rick Spencer gestern offiziell die neuesten Pläne für Ubuntu vor. Die Distribution will zum Rolling Release werden.

Seit längerem diskutiert man bei Canonical intern darüber, die Zwischen-Releases abzuschaffen und statt dessen zu einer Rolling Release zu werden. Das ermöglicht es den normalen Nutzern, stets die neuste Software zu erhalten und beseitigt die Wartezeiten für neue Features. Die LTS-Versionen will man aber nicht abschaffen, sondern stärken, da die meisten Kunden und Anwender, die ein stabiles Ubuntu wollen, ohnehin zu diesen Varianten mit Langzeit-Support greifen.

Laut Spencer plant man, jeden Monat einen Snapshot des aktuellen Ubuntu zu nehmen und diesen bis zum nächsten Snapshot zu unterstützen. Das ermöglicht es Nutzern, die Rolling Releases im täglichen oder monatlichen Abstand zu aktualisieren. Für Entwickler freier Software läge der Vorteil darin, dass sie eine Software nicht mehr übereilt veröffentlichen müssen, damit sie noch in Ubuntu landet. Nicht zuletzt schaffe man mehr Klarheit, weil die Anwender häufig nicht verstehen, zu welcher Version von Ubuntu sie greifen sollen - der LTS-Version oder der gerade aktuellen Version.

Obwohl Rolling Releases auch Nachteile haben, sind Distributionen wie Gentoo und Arch Linux recht erfolgreich mit ihnen. Kritiker merken allerdings an, dass sich nicht alle Probleme mit automatisierten Test lösen lassen, besonders das Auswechseln grundlegender Komponenten im laufenden Betrieb könne zu Problemen führen. Zudem überlegt man, die Deadlines passend zur neuen UDS-Frequenz aufzustellen, um den Entwicklern Orientierungspunkte für Abgaben und das Einführen neuer Features zu geben. Derivate wie Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu müssen sich nun auch die Frage stellen, wie sie zukünftig mit ihren Updates verfahren.

Die meisten Entwickler auf der Mailingliste scheinen dieser Idee zuzustimmen. Tatsächlich liefert das Ubuntu-Projekt bereits seit einer Weile brauchbare Daily Images aus und hat Ubuntu die Alpha- und Beta-Versionen bereits abgeschafft. Die Pläne liegen also vermutlich bereits länger in der Schublade von Canonical. Auf dem UDS, der nächste Woche erstmals virtuell stattfindet, soll das Thema nun mit der kompletten Ubuntu-Community diskutiert werden.

Ganz neu ist die Idee nicht: bereits 2011 schlug Ubuntus Desktop-Manager Scott James Remnant, der nun für Google arbeitet, vor, Ubuntu in eine Rolling Release zu verwandeln. Doch erst jetzt befindet sich Ubuntu dank der Daily Images und ausführlicher Testverfahren auch technisch in einer Situation, die das auch halbwegs zuverlässig ermöglicht.

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