Der Kampf um den Netbook-Markt hat erst richtig begonnen

Der Kampf um den Netbook-Markt hat erst richtig begonnen

MS hat nur eine Schlacht gewonnen

Mathias Huber
05.03.2009 Zur Cebit 2008 stellte Asus den ersten Eee-PC mit Windows XP vor, heute gehört der Markt praktisch Microsoft. Doch 2009 könnte sich wieder vieles ändern.

Vor genau einem Jahr stellte Asus seine ersten Netbooks mit Windows XP vor, seither hat sich Microsoft rund 80 Prozent des Netbook-Markts geholt. Im Open Source Forum der Cebit ging Warren Coles vom taiwanischen Netbook-Spezialisten Linpus den Gründen nach.

Eine Ursache dafür sei die Auswahl der Hardware. Das ressourcensparende Linux wurde hier Opfer seiner eigenen Genügsamkeit: Es passt auch auf Geräte mit kleiner Solid State Disk und wenig RAM. Die Konsumenten verstanden laut Coles jedoch das Konzept der SSD noch nicht und sahen nur den wenigen Speicherplatz. Zusammen mit dem Preis wirkte das Netbook daher wie eine nicht nur billige, sondern auch minderwertige Alternative.

Als Microsoft sein auslaufendes XP wieder für die Geräte aktivierte wurde es zusammen mit Netbooks mit mehr RAM und größeren Festplatten ein Erfolg, unter anderem, weil Anwender eine vertraute Umgebung wieder fanden.

Dennoch gäbe es unter dem Strich Anlass zur Freude in der Open-Source-Gemeinde: Immerhin wurden im Jahr 2008 rund 2 Millionen Netbooks verkauft.

Für die nähere Zukunft ist Coles ebenfalls zuversichtlich: Der Trend Web 2.0 und 3G-Funkchips fördern die Anwendung von Netbooks. Die Industrie entwickelt zudem zahlreiche Mobiltechnologien unter Linux: Dazu gehören Intel (Moblin), Google (Android),Qualcomm (Snapdragon), Texas Instruments (OMAP). Dank Moblin kann ein Linux-Netbook binnen Sekunden booten. Daneben wird es 2009 mehr Geräte mit den preiswerteren ARM-Prozessoren statt Intel-ATOM-CPUs geben. Auf dieser Plattform ist Linux unangefochten die Nummer 1.

Linpus selbst habe seine Linux-Distribution für die Zukunft fit gemacht, so Coles. Das bedeutet mehr WLAN- und 3G-Support, über 20 Sprachen und 30 Tastaturbelegungen. Die GUIs sollen schlichter und dabei individueller werden. Dazu kommt einfacheres Umschalten zwischen Umgebungen wie KDE und Gnome. Suspend soll durch die Bank funktionieren. Damit könne man sowohl den Hardware-Herstellern als auch den Endkunden ein attraktives Angebot machen. Linpus arbeitet mit zahlreichen großen Herstellern in Taiwan zusammen und brachte sein Linux unter anderem auf das Acer Aspire One und das Lenovo Ideapad S9. Linpus ist auf der Cebit Open Source in Halle 6, Stand E46-3 zu finden.

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