Blender 2.46 "Bunny" mit zahlreichen Verbesserungen

Blender 2.46 "Bunny" mit zahlreichen Verbesserungen

Tim Schürmann
20.05.2008

Nach gut einem halben Jahr Arbeit gaben die Entwickler der freien 3D-Software Blender die Version 2.46 frei. Sie profitiert vor allem von den Erfahrungen aus der Produktion des freien Films Big Buck Bunny.

Die deshalb als "Bunny Release" bezeichnete Version bietet neben einem neuen Partikelsystem, aufgebohrten Haar- und Fellwerkzeugen, auch ein Mesh-Deformationssystem für eine verbesserte Charakteranimation nebst Kleidersimulation, sowie einen überarbeiteten Renderer.

Das Partikelsystem wurde für Blender 2.46 komplett neu gescrieben. Neben einer verbesserten Physiksimulation und bombastischen Explosionen lässt es Gras, Haare und Fell sprießen, die man über entsprechende Werkzeugen frisiert. Mit Hilfe der Boids ("Bird-oids") erschafft man im Hand umdrehen realistische Vogel- oder Fischschwärme. Zusätzlich wurde in diesem Bereich die optische Darstellungsqualität verbessert, die Rendergeschwindigkeit erhöht und der Speicherbedarf reduziert.

Mit dem "Mesh Deform Modifier" lässt sich jeder beliebige Mesh-Käfig als Deformationsgitter für animierte Charaktere verwenden. Für eine modische Bekleidung sorgt die neue "Cloth Simulation". Die damit erschaffenen Kleidungsstücke fallen realistisch am Körper und interagieren in Echtzeit mit anderen Objekten, Wind und ähnlichen Kräften.

Das "Constraint System" zur Steuerung von Figuren wurde um zahlreiche Funktionen erweitert. Über "PyConstrains" erhält der Animator umfassende Kontrollmöglichkeiten. Beim Rigging wurden die Werkzeuge aufgestockt und erweitert. Knochen lassen sich jetzt noch intuitiver erstellen. Die Armatures unterstützen unter anderem Knochengruppen, eigene Knochenfärbungen und eine automatische Färbung. Bessere Ergebnisse bei der Knochdeformation bietet die "Bone Heat Weighting" getaufte Methode, bei der man Vertices mit Gewichten bestückt.

Reflexionen und Lichtbrechungen darf man nun mit glänzenden Reflexionen ("Glossy Refletions") aufbrezeln. Weiterhin gibt es Unterstützung für "Ambient Occlusion" (Umgebungsverdeckung). Diese Renderoption simuliert Umgebungslicht, indem es Bereiche mit geringerer Sichtbarkeit abdunkelt. Dies ist zwar physikalisch nicht korrekt, liefert aber akzeptable und vor allen Dingen schnelle Ergebnisse. Weiche Schatten ("Soft Shadows") sind nun für alle Leuchtkörper verfügbar, einschließlich Spots, Sonnen und Punktlichter. Die Render-Pipeline bietet Antialiasing für High Dynamic Range (HDR) und Compositing.

Bei der Berechnung und dem Caching von weichen Körpern, Kleidung und dem Partikelsystem verwendet Blender jetzt ein einheitliches Physiksystem. Zusätzlich führt die Funktion "Continue Physics" die Simulation unabhängig vom derzeitigen Einzelbild in Echtzeit weiter. Die grafische Oberfläche darf sich mit einem neuen Image Browser schmücken. Er erlaubt unter anderem schnellen Zugriff auf Bilder, Materialien und Texturen. Die Python-Skriptsammlung hat weiteren Zuwachs bekommen, während die API erweitert wurde.

Auch die Blender GameEngine hat einige Verbesserungen erfahren. So wurde unter anderem die Wiedergabegeschwindigkeit erhöht und ein paar interessante Funktionen hinzugefügt, wie beispielsweise ein 2D Filter Compositing.

Blender steht kostenlos auf seiner Homepage sowohl in einer 32-Bit, als auch einer 64-Bit Variante zum Download bereit. Der Animationsfilm Big Buck Bunny entsteht vollständig mit Blender und wird nach seiner Fertigstelltung unter der Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Er soll beweisen, dass sich auch Blender zur Produktion von hochwertigen Trickfilmen eignet. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann eine DVD für 34 Euro vorbestellen.

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