Vor rund 16 Jahren hatte Ian Murdock die Idee, eine neue Linux-Distribution zu gründen. Er nannte sie Debian nach den Vornamen Debra und Ian.
Wann Ian genau den Namen und die Anfänge von Debian festlegte, weiss er nur selbst, als Geburtsstunde gilt deshalb allgemein seine Mail vom 16. August 1993 in der Newsgroup comp.os.linux.development.
“Das Release habe ich von Grund auf neu erstellt, in anderen Worten: Ich habe nicht nur einige Änderungen in SLS eingebaut und das als neues Release bezeichnet.”
SLS (Softlanding Linux System) war die erste, von Peter McDonald 1992 zusammengestellte Linux-Distribution, die aus mehr als dem blanken Linux-Kernel mit ein paar rudimentären Tools bestand. SLS brachte etwa das grafische X-Window-System mit, verursachte aber auch eine Reihe von Problemen, die zur Unzufriedenheit in der Linux-Community führten.
Debian gehört zu den ältesten Distributionen. Unter den noch aktiven Distros kann lediglich Slackware auf eine längere Historie zurückblicken. Knapp einen Monat vor Ian Murdock veröffentlichte Patrick Volkerding die Version 1.0 von Slackware. Im Gegensatz zum komplett neu gemachten Debian war Slackware allerdings eine Modifikation von SLS, kein kompletter Rewrite.






> Knapp einen Monat vor Ian Murdock veröffentlichte Patrick Volkerding
> die Version 1.0 von Slackware.
Das ist ein bisserl irreführend: Das eine war ein 1.0-Release, das andere lediglich eine Ankündigung. Das erste Public Release von Debian war meines Wissens die 0.93r6 vom 26.10.1995, also zwei Jahre nach dem Slackware-1.0-Release; vorher gab es nur Betas. Debian 1.0 erschien sogar erst am 17. Juni 1996, also drei Jahre nach dem Slackware-1.0-Release.
Eine tolle Übersicht der kompletten Geschichte des Debian-Projekts bietet übrigens die Debian-Timeline unter http://timeline.debian.net/
Einen guten ersten Gesamtüberblick des Debian-Projekts vermittelt der Wikipedia-Eintrag unter http://de.wikipedia.org/wiki/Debian
CU,
Jörg