Abstimmung mit Füßen

Aktive Mitglieder verlassen Open Office

Aktive Mitglieder verlassen Open Office

Ulrich Bantle
02.11.2010
Seit der Gründung der Document Foundation mit dem zugehörigen Open-Office-Fork Libre Office gärt es zwischen Openoffice.org und den Mitgliedern der Stiftung, die oft parallel auch bei Open Office beteiligt sind. Nun haben rund 30 Open-Office-Aktive ihren Rückzug angekündigt.

Künftig werde man sich für die Document Foundation und Libre Office einsetzen, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben. Als Gründe für den Rückzug gilt die ablehnende Haltung Oracles gegenüber der Stiftung und ihrem Wunsch, die Namensrechte an Open Office übertragen zu bekommen. Dass Oracle die Stiftung ignoriert und Open Office so weiterführen will wie bisher, ist für die Unterzeichenenden keine Option für eine weitere Zusammenarbeit, zumal in verantwortlichen Positionen.

In dem Schreiben heißt es dazu "Wir wollen eine Änderung, um der Community und der von ihr betreuten Software die Chance zur Entfaltung zu geben. Aus diesem Grund werden wir uns in Zukunft für die Document Foundation engagieren und in diesem Rahmen Libre Office gemeinsam entwickeln und fördern." Zum Rücktritt ist zu lesen: "Wir haben uns entschieden und stellen unsere bisherigen Positionen hier im deutschsprachigen Projekt zur Verfügung."

Damit gilt es für Openoffice.org nun eine ganze Reihe von Positionen neu zu besetzen. Unter den Unterzeichnern befinden sich unter anderem die Co-Leads Marko Moeller und Jacqueline Rahemipour.

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Kommentare
Oracle: Larry Ellison und der Siegeswille
americas cup sailor (unangemeldet), Donnerstag, 04. November 2010 12:40:54
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Wer im Segelsport den Americas Cup verfolgt hat, bei dem BMW und Oracle gemeinsam engagiert sind, kann auf solchen Nebenschauplätzen durchaus interessante Erkenntnisse gewinnen.
Ein Schweizer (Bertarelli) gewann mit seinem Schiff den Americas Cup (ältester Segelsportwettbewerb, seit 1851) als erster Binnenländer.
Die USA, vertreten durch ein von Oracle/BMW gesponsertes Syndikat, versuchten mit einem Heer von Rechtsanwälten und allen juridischen Tricks entgegen dem Sinn des Americas Cup alles zu ihren Gunsten umzumodeln.
Sie gewannen als Herausforderer heuer zwar haushoch, machten aber den America's Cup de facto kaputt, weil statt vom Segeln nur mehr von Gerichten in der Presse zu lesen war.
Ellison (selbst ausgezeichneter Segler) wollte um jeden Preis gewinnen - hat er, aber ohne die Folgen zu bedenken.
Das wird auch bei OpenOffice und MySQL so sein: hier will er Geld um jeden Preis verdienen, ideelle Werten zählen nichts.
Ich bin gespannt, wie es beim Office-Paket und der Datenbank weitergeht.


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Re: Oracle: Larry Ellison und der Siegeswille
ckpinguin (unangemeldet), Donnerstag, 11. November 2010 14:59:30
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Für normle Linux-User (sprich: Kenner und Könner) wird sich nicht viel ändern, man nutzt eben einfach die Libre-Office oder noch besser ein Leichtgewicht wie Koffice oder Abiword etc.
Für Firmen gilt nun mal das alte Credo: Software ist nur zu nutzen, wenn ein entsprechender Support (vorzugsweise vom Hersteller selber) gegeben ist, und das ist bei Oracle der Fall.
Natürlich gibt es genügend kleinere Unternehmen, die Support billiger und besser anbieten für diverse Opensource-Office-Lösungen, aber das ist für grössere Firmen kein Thema, weil dort in der Regel schlicht das Know-How und der Wille (bei grösseren Firmen wird für das Geld nicht für den Geist gearbeitet) fehlen.


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Angewidert.
marc (unangemeldet), Dienstag, 02. November 2010 23:19:18
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Ehrlich gesagt bin ich ziemlich angewidert von Oracle.
Zum Glück habe ich mich damals für SAP entschieden.
Ansonsten wäre das derzeitige Gebaren ein guter Grund für eine Abkehr von Oracle.


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