Akademy 2010: Nachfrage nach Qt sehr groß

Akademy 2010: Nachfrage nach Qt sehr groß

Wer kann Qt?

Markus Feilner
05.07.2010
Die neueste Version der Desktop-Alternative zu Google Earth, Marbles kann jetzt auch Routing, KDE-PIM wird dieses Jahr noch mobil und Intel sucht verzweifelt QT-Programmierer.

Wie Entwickler Thorsten Rahn in seinem Vortrag vorführte, kann die freie 3D-Kartensoftware Marble jetzt nicht nur zahlreiche Karten und WMS-Overlays darstellen, sondern auch vom Nutzer generierte Routen berechnen und anzeigen.

Zu den vielen eingebauten Karten, die sowohl Mond als auch Mars, Höhenmodelle der Erdoberfläche und verschiedene Projektionen unterstützen, gesellen sich jetzt auch noch Online-Datenquellen, die zum Beispiel aktuelle Live-Wolkenbilder aus Satellitenbildern als Quasi-Overlays generieren oder historische Karten, die die Welt beispielsweise zu Zeiten der großen Entdeckungen zeigen. Auf Wunsch bindet der User auch Openstreetmapkarten ein.

Openstreetmap im Schreibtischglobus Marble.

Auch der Hintergrund des Globus wird dabei ständig neu berechnet und stellt (siehe Abbildung) den zur Perspektive passenden Sternenhimmel dar.

Auch die Sterne im Hintergrund berechnet Marble passend zur Ansicht.

KDE wird Mobil

KDE-Entwickler Till Adams zeichnete mit seinem Vortrag den Weg vor: Voraussichtlich in KDE 4.5.1, wahrscheinlich im September soll das auf dem Linuxtag erstmals gezeigte und seitdem stetig weiterentwickelte Multitouch-Variante für mobile Geräte mit Qt in einer stabilen Version erscheinen. Mit seiner Vorführung konnte er auch die Aufmerksamkeit von Nokia und Intel wecken, die offensichtlich für Meego noch nicht auf eine Groupware-GUI festgelegt sind. Sowohl Valtteri Halla (Nokia) als auch Dirk Hohndel (Intel) zeigten großes Interesse am den Anpassungen des KDE-Projektes für Maemo. Mit Erweiterungen wie Multitouch in Qt beschäftigte sich ein außerdem ein Vortrag von Alessandro Diaferia und Marco Martin.

Intel sucht Qt-Developer

Wie am Rande der KDE Akademy bekannt wurde, sucht Intel händeringend Qt-Developer. "Wir könnten gut und gerne 30 bis 40 erfahrene Entwickler gebrauchen," so Dirk Hohndel (Intel) gegenüber Linux-Magazin Online, "aber leider finden wir keine. Dabei wären die in guter Gesellschaft. Details wie der Wohnort würden keine Rolle spielen. Wer Lust hat, in einem großen Team zusammen mit Open-Source-Profis wie Alan Cox zu arbeiten, sollte sich bei uns melden." Doch damit ist Intel offensichtlich nicht allein, die meisten Firmen, die auf der Akademy vertreten sind, klagen über Probleme, Qt-Developer zu bekommen. Das erweist sich um so schlimmer, weil die Nachfrage nach Produkten gleichzeitig ständig steigt.

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