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Meego-CEO eröffnet KDE-Konferenz

Akademy 2010: KDE-Programmierer treffen sich in Finnland

05.07.2010 Ganz im Zeichen der jüngsten Entwicklungen um Qt steht die Akademy 2010. Das diesjährige Entwicklertreffen der KDE-Community begann am Samstag mit einer Keynote von Meego-CEO Valtteri Halla.

Hoch im Norden im finnischen Tampere begrüßte KDE-Entwickler Adrian de Groot die mehreren hundert KDE- und Qt-Begeisterten, die der Einladung der Sponsoren Nokia, Intel, Canonical, Suse und Google gefolgt waren. Neben kleinen gelben Quietscheentlein für jeden Besucher (de Groot: "Be careful with those ducks!" ), T-shirts, Flickr-Groups, Twitter und Bof-Meetings stehen hochkarätige Vorträge auf der Agenda. Auf Planet KDE finden Interessierte dazu immer aktuelle Live-Informationen.

Qt Everywhere: Meego

Passend zum Veranstaltungsort macht Finnlands Aushängeschild Nokia den Anfang: Wenn es nach Valtteri Halla, CEO für Meego bei Nokia geht, werden "Qt enabled phones" schon im nächsten Jahr "die Konkurrenten Android und I-Phone hinter sich lassen". Der Trend zeige "eindeutig zu Qt", und daran habe die KDE-Entwicklergemeinde großen Anteil.

Valtteri Halla, der CEO von Meego, eröffnet die KDE-Entwickler-Konferenz 2010 in Tampere.

Unter dem Titel "Redefining the Linux Desktop" spannte Halla den Bogen vom Handheld-Smartphone bis zum Nettop-TV und -PC oder zum In-Vehicle-Infotainment, solange Intel- oder ARM-Plattformen als Hardware zum Einsatz kommen. "Die Meego-API und -SDK stellen eine einheitliche Herangehensweise für jeden dar, der für mobile Geräte programmieren will, und dafür freie Software verwendet.", so der CEO. "Als Lizenzen für die Software der Betriebssystemschicht, zum Beispiel Hardware-Treiber, kommen nur freie Lizenzen gemäß der OSI Definition in Frage. Wir empfehlen hier die (L)GPL, während auf der Applikationsebene auch proprietäre Software nach BSD-style-Lizenzen denkbar ist.

Nokia und Intel wollen mit Meego den Linux-Desktop "neu definieren".

Im Oktober 2010 soll Meego 1.1 erstmals auch den Sprung auf Handsets und ins automotive Enterntainment schaffen, nachdem Version 1.0 bereits seit Mai für Netbooks zur Verfügung steht. Für Aufsehen sorgte dabei die Entscheidung, Red Hats Package Management anstatt des unter Maemo üblichen Debian-Paketformats zu verwenden. Für Ende des Jahres kündigte Halla das erste Nokia-Smartphone mit Meego an, wobei Nokias Hauptfokus auf dem neuen "Flaggschiff" liegt.

Kooperation und Performance

Dabei erweist sich die Zusammenarbeit mit den Konzernen auch für KDE als sehr wertvoll. Mehr als 1000 Bugfixes und Patches seien zum Beispiel im Rahmen des Meego-Koffice-Projektes upstream an Koffice geflossen, so Halla. "Upstream ist ohnehin das wichtigste Kriterium für uns. Keine Entwicklung wird nach Meego kommen, wenn es nicht vorher Upstream gelangt ist."

Besonders stolz ist man bei den Finnen laut Halla auch auf die jüngsten Berichte über Meego, in denen das System in puncto Performance sowohl Ubuntu als auch Android weit hinter sich ließ (Phoronix), und von vielen Medien als "major force" (Ars Technica) bezeichnet wird. "QT, Meego und damit Linux ist unser Focus. Wer hätte sich vor zwei drei Jahren vorstellen können, dass Linux den Smartphonemarkt übernimmt?", so Halla zu Linux-Magazin Online.

OVI-Store, Telepathy, Prinzipien freier Software

Weitere Vorträge des ersten Akademy-Tages drehen sich um Projekte wie Telepathy (Qt-Real-Time-Kommunikation für Linux). Besonderen Applaus erhielt die Ankündigung Espen Riskedals vom Symbian-Projekt, dass Nokia plant, den Ovi-Store viel weiter zu öffnen als bisher bekannt. KDE-Anwendungen könnten so auch den Weg auf Symbian-Telephone finden, wobei der Hersteller die Anmeldung, Approval und die Integration deutlich vereinfacht. Die sieben Prinzipien freier Softwareprojekte erklärte Thomas Thym anhand von Fragen wie "Was fasziniert? Was ist erfolgreich? Wie funktionieren die Communities? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Unternehmen und Projekte?"

Auf der weiteren Agenda stehen Vorträge rund um Plasma, KDE für mobile Plattformen, KDE-PIM, QT-Programmierung, Performance-Optimierung und Cloud Computing.

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