OpenSuse 11.1 ist da

Ab 14 Uhr gibt es OpenSuse 11.1 zum freien Download

Ab 14 Uhr gibt es OpenSuse 11.1 zum freien Download

Marcel Hilzinger
18.12.2008 Kernel 2.6.27, KDE 4.1.3, Gnome 2.24 und OpenOffice 3.0. Das sind die groben Eckdaten der neuen Suse-Version. Die LinuxCommunity zeigt, was sich gegenüber der Vorgängerversion geändert hat und ob sich das Update lohnt.

Wie bei einer Punkt-Eins-Version üblich hat sich auf den ersten Blick außer der Versionspflege nicht viel geändert, bei KDE 4 sind jedoch deutliche Fortschritte gegenüber der mit 11.0 mitgelieferten Version (4.0.4) zu spüren. Novell hat für diese Version die Datenträger einmal mehr neu arrangiert. Auf der DVD befindet sich nur noch frei wiederverteilbare Software, die proprietären Anwendungen gibt es auf einer separaten CD. An der Struktur der Online-Repositories verändert sich vorläufig nichts, es lohnt sich jedoch, die Entwicklung des neuen Contrib-Repositories im Blickfeld zu behalten.

Unter der Haube

Den Installationsworkflow haben die Novell-Entwickler leicht angepasst. Die Eula muss nun nicht mehr über einen separaten Mausklick akzeptiert werden. Möglich gemacht haben dies grundlegende Änderungen an der OpenSuse-Lizenz, welche die Distribution noch offener machen sollen. Dabei hat Novell in weiten Teilen die Eula des Fedora-Projekts übernommen. Eine Generalüberholung hat auch das Partitionierungsmodul erfahren, das jetzt mit vielen bunten Icons glänzt und fast etwas zu überladen wirkt. Im Normalfall bekommt der Benutzer das neue Interface aber nicht zu sehen, weil YaST in den meisten Fällen einen akzeptablen Vorschlag macht.

Der neue Partitionierungsdialog

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Fedora hat OpenSuse Unterstützung für die Hardwaredatenbank Smolt eingebaut. Nutzer können dadurch ihr Hardwareprofil über einen Mausklick an die Datenbank übermitteln, wodurch langfristig der Hardware-Support verbessert werden soll.

YaST installierte bereits unter Version 11.0 bestimmte Pakete nach, wenn sich darin Treiber oder Firmware-Dateien für eine bestimmte Hardware befanden. In OpenSuse 11.1 haben die Entwickler dieses Feature noch ausgebaut, so dass sich YaST zum Beispiel den Support für das MP3-Playback oder gewisse Video-Codecs beim Installieren von beliebigen Paketen automatisch aus dem Netz zieht. Die drei Haupt-Repositories (updates, oss und non-oss) sind dazu per default eingebunden, auch das umständliche Einrichten eine Online-Updatequelle ist nun endlich nicht mehr nötig.
Dank Kernel 2.6.27 unterstützt OpenSuse 11.1 die meisten WLAN-Adapter out of the box. Lediglich für Adapter mit Ralink-Chipsatz ist zusätzlich ein Firmware-Paket nötig, das YaST aber bei einem passenden Adapter automatisch für die Installation vormerkt. OpenSuse 11.1 lässt sich auch problemlos auf aktuelle Netbooks installieren, die Probleme mit der falschen Auflösung sind gefixt.

KDE 4.1

Bei entsprechender Hardware mit 3D-Unterstützung aktiviert OpenSuse die Desktop-Effekte von KDE 4 automatisch. Das neue KDE 4 glänzt nicht nur mit tollen Desktop-Effekten, sondern bringt auch ein paar neue Programme mit. So haben die OpenSuse-Entwickler das bisherige Updater-Applet durch eine Version ersetzt, die auch PackageKit als Backend unterstützt.
Als Helfer für das Powermanagement kommt neu Power Devil zum Einsatz, welches Kpowersave von KDE 3 in puncto Features aber noch nicht komplett zu ersetzen mag, so dass sich das KDE-3-Tool weiterhin auf den Installationsmedien befindet. Von zwei weiteren populären Programmen bringt OpenSuse die KDE-3- und KDE-4-Version mit: Amarok und Digikam. KDE 3 befindet sich in Version 3.5.10 komplett auf der DVD, YaST zeigt das alte KDE aber nicht mehr im Auswahldialog zusammen mit Gnome an.

Es grünt so grün: KDE 4.1.3 nach einer Standardinstallation.

Gnome 2.24

Darauf haben alle Gnome-Anwender gewartet: Nautilus unterstützt nun endlich auch Tabs, so dass man den Desktop nicht mehr mit Nautilus-Fenstern vollstopfen muss. Mit Cheese, Evolution, Pidgin und Ekiga bringt der Gnome-Desktop von OpenSuse alle Programme in den aktuellsten Versionen mit, die für die Kommunikation per Internet nötig sind. Evolution lässt sich zudem auch mit dem Google-Mail-Adressbuch synchronisieren.
Natürlich haben die Novell-Entwickler auch stark an Ihren eignen Mono-Tools F-Spot und Banshee gefeilt. Vor allem Banshee macht dabei einen sehr guten Eindruck und mausert sich heimlich zum perfekten Amarok-Ersatz für Gnome-Nutzer heran. Als besonderes Feature soll der Mediaplayer auch die Synchronisation mit dem Google-Handy Android G1 unterstützen. Ebenfalls verbessert haben die OpenSuse-Entwickler die Gnome-Integration von YaST

Download

OpenSuse 11.1 macht auf den ersten Blick einen sehr gelungenen Eindruck. Da diese Version als Grundlage für die kommende Suse-Linux-Enterprise-11-Produktpalette dient, ist damit zu rechnen, dass die schlimmsten Bugs in sehr kurzer Frist gefixt werden und OpenSuse 11.1 den Nutzern sehr viel Freude bereiten wird.

OpenSuse 11.1 steht ab 14 Uhr zum Download bereit. Laut internen Berichten startet man den Download am besten über software.opensuse.org, da hier besonders schnelle Server im Hintergrund arbeiten. Weitere Hintergrundinfos zum Download gibt dieser Artikel über das OpenSuse-MirrorBrain-System.

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Kommentare
RE: Erste Erfahrungen mit openSUSE 11.1
Ulf B., Freitag, 26. Dezember 2008 22:00:53
Ein/Ausklappen

Grundsätzlich ist die Installation bei mir auf mehreren Rechnern ohne Probleme verlaufen. Zur Zeit verwende ich aber noch KDE 3.5.x also bei openSUSE 11.1 jetzt 3.5.10. Da ich mein Home-Verzeichnis über einen Server mit NFS einmounte und die Benutzer via NIS verwalte, gab es wie gewohnt wenig Probleme (zumindest auf den drei von mir installierten Rechnern).

In den Details kämpfe ich noch etwas mit den Mixer Einstellungen sobald ein zweiter Benutzer angemeldet wird (der dann mit <ctrl>+<alt>+<F8> oder eben mit "Benutzer Wechseln" angewählt wird). Außerdem habe ich es noch nicht geschafft mein HBCI-Kartenleser ReinerSCT mit der Homebanking Software Moneyplex (von Matrica) zum Laufen zu bekommen. Bisher habe ich einfach die Gruppenrechte entsprechend anpassen müssen, aber dieses mal sitzt das Problem wohl tiefer.

Empfehlenswert ist es aber wie immer bei den großen Distros, die Community Repositorys hinzuzufügen (insbesondere Packman ist hier zu empfehlen) und von dort die fehlenden Multimedia-Codecs nachzuinstallieren.

Ansonsten ist openSUSE wieder ein Stückchen besser geworden und gehört auf jeden Fall wieder zu den empfehlenswerten Distros (das war bei der 10-er Reihe eigentlich nicht mehr der Fall - erst 11.0 hat hier wieder aufgeholt).

Frohes Fest
Ulf


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Re: RE: Erste Erfahrungen mit openSUSE 11.1
os-man (unangemeldet), Samstag, 27. Dezember 2008 22:58:37
Ein/Ausklappen

Für 10.1 und 10.2 kann ich da durchaus Zustimmen, aber opensuse 10.0 und 10.3 haben bei mir sehr gute Dienste geleistet, die Paketverwaltung seit 11.0 ist allerdings grandios. Trotzdem gibt es bei 11.1 wieder einige Anpassungsprobleme (Bluetooth, Webcam) die noch nicht so wie unter der Vorgängerversion funktionieren...


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