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Solo Nanum SE22: Passiver Mini-ITX-PC mit Linux

Eisgekühlt

Klein, leicht, kompakt: Das erwarten viele Anwender nicht nur von Laptops, sondern auch von Desktops. Der Solo Nanum SE22 erfüllt diese Anforderungen nicht nur, sondern geht mit passiver Kühlung trotz leistungsfähiger CPU noch darüber hinaus.

Früher benötigten Power-User zwingend monströse PCs in Big-Tower-Gehäusen, Platz für unzählige Festplatten und optische Laufwerke. Mit ihren riesigen Lüftern zum Ausleiten der von CPU und GPU produzierten Wärme hörten sich solche Rechner beim Anschalten oft an wie ein 747 beim Start. Wer den Lärm nicht ertragen mochtet, schlachtete das alte Aquarium im Keller aus und ersetzte die Miefquirle durch spezielle Kühlkörper für eine Wasserkühlung.

Diese Rechnerklasse findet heute nur noch bei Computerspiele-Anhängern Freunde, die sich möglichst leistungsfähige Grafikkarten sowie die schnellsten CPUs wünschen und dabei einen gewissen Lärmpegel im Zimmer in Kauf nehmen. Inzwischen bieten selbst kompakte Subnotebooks ansprechende Rechenleistungen und moderne Schnittstellen wie USB 3.0 oder eSATA und haben die riesigen Tower-PCs weitgehend verdrängt.

Wer nun aber nicht alltäglich mit einem Laptop arbeiten möchte, sondern einen fest installierten PC bevorzugt, dem stehen diverse moderne Systeme zur Verfügung, die dank stromsparender (und damit wenig Abwärme produzierender) CPUs ganz ohne Lüfter auskommen. Mit einem SSD-Festspeicher ausgerüstet, geben diese Geräte dann buchstäblich keinen Mucks mehr von sich.

Solo Nanum SE22

Zu dieser Kategorie gehört auch der von Solo Entertainment vertriebene Nanum SE22 [1]. Wir testen das in der Grundkonfiguration 739,99 Euro teure Gerät mit einem bis zu 2,8 GHz schnellen Intel Core i5-6400T [2] und einer 128 GByte großen SSD. Inxi liefert sämtliche Details zur Hardware (Listing 1).

Listing 1

$ inxi -F
System:    Host: solo-nanum Kernel: 3.19.0-32-generic x86_64 (64 bit)
           Desktop: N/A Distro: Linux Mint 17.3 Rosa
Machine:   System: Gigabyte product: N/A
           Mobo: Gigabyte model: H170N-WIFI-CF v: x.x
           Bios: American Megatrends v: F2 date: 09/04/2015
CPU:       Quad core Intel Core i5-6400T (-MCP-) cache: 6144 KB
           clock speeds: max: 2201 MHz 1: 1500 MHz 2: 1200 MHz 3: 1500 MHz
           4: 1400 MHz
Graphics:  Card: Intel Device 1912
           Display Server: X.Org 1.18.1 drivers: intel (unloaded: fbdev,vesa)
           Resolution: 3200x1080
           GLX Renderer: N/A GLX Version: N/A
Audio:     Card Intel Device a170 driver: snd_hda_intel
           Sound: Advanced Linux Sound Architecture v: k3.19.0-32-generic
Network:   Card-1: Intel Device 15b8 driver: e1000e
           IF: eth1 state: up speed: 1000 Mbps duplex: full
           mac: 40:8d:5c:58:3f:fd
           Card-2: Intel I211 Gigabit Network Connection driver: igb
           IF: eth0 state: down mac: 40:8d:5c:58:3f:ff
           Card-3: Intel Wireless 8260 driver: iwlwifi
           IF: wlan0 state: down mac: a4:34:d9:08:7b:a4
Drives:    HDD Total Size: 128.0GB (10.8% used)
           ID-1: /dev/sda model: ADATA_SP920SS size: 128.0GB
Partition: ID-1: / size: 57G used: 5.6G (11%) fs: ext4 dev: /dev/sda2
           ID-2: swap-1 size: 8.26GB used: 0.00GB (0%) fs: swap dev: /dev/sda3
RAID:      No RAID devices: /proc/mdstat, md_mod kernel module present
Sensors:   System Temperatures: cpu: 29.8C mobo: 27.8C
           Fan Speeds (in rpm): cpu: N/A
Info:      Processes: 195 Uptime: 1:21 Memory: 521.5/7677.2MB
           Client: Shell (bash) inxi: 2.2.28

Der Nanum SE22 basiert auf einem Mini-ITX-Board H170N-WIFI-CF von Gigabyte. Das Board bietet vier USB-3.0-Ports sowie einmal USB-3.1 Type-C sowie eine PS2-Schnittstelle zum Anschluss externer Peripherie. Über zwei HDMI- und eine DVI-Buchse finden bis zu drei Monitore Anschluss an den Rechner. Zwei Gigabit-Ethernet-Ports erlauben dem Gerät, Router-Aufgaben zu übernehmen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Am Solo Nanum SE22 lassen sich per HDMI und DVI bis zu drei Monitore anschließen.

Das WLAN-Modul Intel Wireless 8260 funkt nach IEEE 802.11abgn+ac mit theoretisch bis zu 867 Mbit/s. Das Gehäuse mitsamt Heatpipe stammt vom vom deutschen Hersteller Nanum [3]. Ungeachtet der Ähnlichkeiten zu vergleichbaren Gehäusen gibt Nanum an, das Gehäuse in eigener Regie zu entwickeln und herzustellen.

Kalt genug

Um die CPU ohne einen Lüfter zu kühlen, nutzt Nanum zwei Heatpipes, die die Abwärme des Prozessors zu den aus massivem Aluminium gefertigten Kühlrippen an den Seiten des Gehäuses weiterleiten. Dadurch fällt das Gewicht des Gehäuses trotz der recht geringen Abmessungen von 215 x 240 x 80 mm mit 2,2 kg recht hoch aus.

Zugang zum Inneren des Rechners erhalten Sie, indem Sie einfach den Deckel anheben: Lediglich Magnete halten die Deckelplatte in Position, Schrauben müssen Sie keine lösen (Abbildung 2). In dem beengten Gehäuse finden dann entweder eine 3,5-Zoll-Festplatte oder zwei 2,5-Zoll-Massenspeicher ihren Platz (Abbildung 3). Direkt unter dem Deckel steckt ein Slim-Slot-in-Laufwerk, für das ein DVD- und ein Blu-ray-Brenner zur Wahl stehen.

Abbildung 2: Zum Öffnen des Gehäuses benötigen Sie kein Werkzeug. Magnete halten den Deckel am Platz.
Abbildung 3: Im Inneren des Solo Nanum SE22 drängelt sich zwangsläufig die Hardware eng zusammen.

Nanum gibt an, das Gehäuse unterstütze Prozessoren mit bis zu 85 Watt maximaler TDP (thermische Verlustleistung), empfiehlt jedoch für den Dauerbetrieb CPUs mit maximal 65 Watt TDP. Der im Gerät verbaute Core i5-6400T liegt mit 35 Watt TDP deutlich unter dieser Grenze. Ein Test mit GIMPS (der Great Internet Mersenne Prime Search [4]) beweist, dass das System gut mit hohen Rechenlasten zurecht kommt. Nach über 2 Stunden Suche nach Mersenne-Primzahlen auf vier Kernen erreicht die CPU eine stabile Temperatur von knapp unter 60 Grad Celsius (Abbildung 4). Innerhalb von einer Stunde sinkt die Prozessortemperatur dann wieder auf Raumtemperatur ab.

Abbildung 4: Selbst nach zwei Stunden Volllast liegt die Temperatur der CPU unter 60 Grad Celsius.

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