AA_buffalo-wzr-hp-ag300h-1.jpg

© Buffalo WZR-HP-AG300H

Multifunktionaler WLAN-Router von Buffalo

Gesprengte Ketten

Mit der freien Firmware DD-WRT entfesseln Sie das volle Potenzial der funktionsreichen WLAN-Router WZR-HP-AG300H von Buffalo.

Drahtlose Netzwerke haben sich längst in Firmen, Wohnungen und Eigenheimen etabliert. Als interessante Alternative zu technisch oft eher mäßig tauglichen WLAN-Routern von Providern bieten sich dabei Geräte an, die statt proprietärer Firmware Linux als Betriebssystem verwenden: Hier dürfen Sie sicher sein, dass die Software aufgrund des offenen Quellcodes keine Hintertüren für Spitzel enthält und keine groben Fehler den Betrieb stören.

Unangefochtener Platzhirsch unter den speziellen Router-Distributionen ist DD-WRT, das in mehreren – teils mit proprietären Komponenten angereicherten – Varianten existiert. Es erfreut sich bei Herstellern wachsender Beliebtheit, so auch beim japanischen Unternehmen Buffalo Technology. Das setzt bei seinen WLAN-Routern der AirStation-HighPower-Serie zunehmend auf DD-WRT und wirbt offensiv damit.

Wir erhielten zum Test einen AirStation-Nfiniti-HighPower-Router vom Typ WZR-HP-AG300H [1], der über eine beeindruckende Anzahl von technischen Schmankerln verfügt: So bietet die Hardware neben fünf Gigabit-LAN-Schnittstellen auch WLAN im 2,4- und 5-GHz-Band, wobei das Gerät alle international gültigen Standards unterstützt (siehe Tabelle "Spezifikationen"). Ein integrierter USB-Port erlaubt zudem, ein 3G-Modem oder ein NAS-System anzubinden. Es besteht die Option, den Router statt mit dem vorinstallierten DD-WRT auch mit einer proprietären Firmware zu betreiben.

Zum Lieferumfang zählt neben dem Router mit Netzteil ein LAN-Kabel sowie ein USB-Verlängerungskabel mit einem USB-Dock. Das ermöglicht es, einen 3G-Modem-Stick einige Meter entfernt vom Router zu betreiben. Zusätzlich liefert der Hersteller noch eine kurze Anleitung und ein Faltblatt mit, welches mehrsprachig in Form einer Tabelle auf die Unterschiede zwischen den beiden Firmware-Versionen hinweist.

Spezifikationen

WAN/LAN
LAN-Schnittstellen 4
WAN-Schnittstellen 1
Übertragungsraten 10/100/1000 Mbit/s
WAN-Sicherheit Dynamische Paketfilterung, Einbruchserkennung, NAT/SPI-Firewall
WLAN
Übertragungsraten 802.11n: 300 Mbit/s, 802.11a/g: 54 Mbit/s, 802.11b: 11 Mbit/s
Sicherheit WPA2-PSK (AES, TKIP), WPA-PSK (AES, TKIP), 128/64-Bit-WEP, MAC-Adressfilter
Sonstiges
USB 1 x USB 2.0 (Type A)
Maße/Gewicht 65 x 30 x 158mm (BxHxT) / 340 Gramm
@@TL:Verbrauch   14 Watt (max.)
Preis (ca.) 95 Euro (Straßenpreis)

Inbetriebnahme

Der Buffalo-Router bringt kein eigenes DSL-Modem mit. Verwenden Sie einen kabelgebundenen DSL-Zugang, brauchen Sie zusätzlich ein handelsübliches DSL-Modem, das Sie an die vom Hersteller blau gekennzeichnete Buchse anbinden. Die vier weiteren schwarzen RJ45-Anschlüsse sind für Endgeräte gedacht und erlauben eine Durchsatzrate von maximal 1 Gbit/s.

Nach dem Aufbau des Routers verbinden Sie sich per WLAN mit dem Gerät. Die Standardeinstellungen für die SSID im 802.11a- und (getrennt davon) im 802.11g-Netz sowie den WPA-Schlüssel finden Sie auf einem kleinen Aufkleber am Gehäuse der AirStation. Haben Sie den Kontakt zum Router hergestellt, rufen Sie in einem Webbrowser die IP-Adresse 192.168.11.1 auf, um das Webinterface zu erreichen. Sie gelangen nun zunächst in einen Bildschirm, der Sie zum Ändern des Passwortes für den Router auffordert.

Der entsprechende Dialog weist jedoch Schwächen auf: So akzeptiert das System ohne Murren Benutzernamen mit lediglich vier Zeichen sowie ein mit dem Namen identisches Passwort. Verwenden Sie besser unterschiedliche Zeichenfolgen für Username und Passwort sowie für beide Angaben eine Kombination aus Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen. Nach der Konfiguration des Router-Zugangs geleitet Sie das System in eine Seite mit ausführlichen Statusanzeigen, wobei die einzelnen Informationen sinnvoll gruppiert sind. Im Kasten Router oben links sehen Sie die wichtigsten Angaben zur Hardware.

Rechts oben im Kasten Services sehen Sie die einzelnen Dienste, die auf dem Buffalo-Gerät laufen. Hier sind ab Werk alle Dienste mit Ausnahme des DHCP-Servers deaktiviert. Der Kasten WLAN mittig links enthält Angaben zum aktuell in Betrieb befindlichen drahtlosen Netz. Der Buffalo-Router verfügt über zwei Schnittstellen. Sie fragen hier die einzelnen Statusinformationen durch den Wechsel des Interface von ath0 auf ath1 ab.

Der Kasten Speicher rechts mittig liefert Angaben zur Belegung des internen Speichers der AirStation. Der Kasten Paket-Info unten links bietet Zahlen zum Datentransfer, während Space Usage rechts daneben den Speicherverbrauch anzeigt, sofern entsprechende Dateisysteme gemountet sind. Abschließend finden Sie im unteren Bereich noch Informationen zu den verbundenen Clients.

Konfiguration

Im oberen Teil des Infofensters residiert eine horizontale Leiste mit verschiedenen Schaltflächen zur Konfiguration des Geräts. Ein Klick auf den ersten Eintrag, Setup, öffnet direkt darunter eine weitere Leiste mit Optionen. Für Einsteiger bietet die Software dabei im linken Menü Basis-Setup einen Assistenten an, mit dessen Hilfe Sie in wenigen Schritten die grundlegende Konfiguration des Routers anpassen. Rechts blendet die Software dazu kontextsensitive Texte ein.

Insbesondere im Reiter WLAN Einstellungen lohnt es sich, genau hinzusehen: Da der Buffalo-Router in standardisierten Bändern bei 2,4 GHz und 5 GHz arbeitet, sind je nach Schnittstelle unterschiedliche Konfigurationen möglich. In Europa kommt primär das 2,4-GHz-Band zum Einsatz, viele hierzulande vertriebenen WLAN-Komponenten kommen daher nicht mit dem 5-GHz-Band klar. Daher sollten Sie Ihr Augenmerk zunächst auf die Schnittstelle ath0 legen.

Ein weiteres Problem ergibt sich oft, wenn Sie ältere Geräte im WLAN betreiben, da diese lediglich den 802.11g-Standard unterstützen. In diesem Fall dürfen Sie im Feld WLAN-Netzwerk-Modus nicht die Option Nur-N (2.4 GHz) anwählen, da Sie die alten Geräte sonst aussperren. Beabsichtigen Sie, sehr betagte WLAN-Endgeräte nach der Norm 802.11b zu nutzen, empfiehlt es sich, in der Auswahl WLAN-Netzwerk-Modus den Punkt Nur-B zu nutzen. Der reibungslose Betrieb setzt aber voraus, dass Sie im Bereich Sicherheitsmodus die Option WEP aktivieren. Nahezu alle alten WLAN-Endgeräte erlauben keine Verschlüsselung nach WPA- oder gar WPA2-Spezifikation (Abbildung 1) – entsprechend unsicher ist der Datentransfer.

Abbildung 1: Die Einstellungen am Router nehmen Sie komfortabel per Webbrowser vor.

Im Bereich WLAN-Sicherheit, der zu jeder physikalisch vorhandenen Schnittstelle getrennte Einstellungen erlaubt, sollten Sie für die beiden Interfaces unterschiedliche Schlüssel definieren und im Feld WPA-Algorithmus jeweils AES einstellen, sofern Sie als Sicherheitsmodus WPA2 Personal Mixed oder WPA2 Personal gewählt haben. Optionen wie RADIUS und WPA2 Enterprise deuten hier darauf hin, dass sich die Hardware durchaus an professionell orientierte Anwender richtet, die ihr WLAN mit einem Server zum Authentifizieren absichern möchten.

Im letzten Reiter des Assistenten finden Sie Einstellungen zum AOSS-Modus, den insbesondere Spielkonsolen und Smartphones unterstützen. Mit einem Klick auf die Schaltfläche Anwenden schließen Sie die Konfiguration ab. Haben Sie die Konfiguration der WLAN-Schnittstellen beendet, besteht nun die Möglichkeit, Clients mit dem Router zu verbinden. Im Menü Status | WLAN zeigt die Firmware die aktuell verbundenen Maschinen an, komplett mit jeweils genutzter Schnittstelle sowie die Transferraten.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • [Update] Buffalo bringt neue WLAN-Router mit vorinstalliertem DD-WRT
    Buffalo Technology hat heute bekanntgegeben, dass ab sofort auf allen Buffalo HighPower Routern und Access Points standardmäßig eine DD-WRT-basierte Firmware zum Einsatz kommt.
  • Fünf WLAN-Ethernet-Adapter im Test
    Wireless LAN ganz ohne Treiber versprechen WLAN-Ethernet-Adapter, die wie eine Brücke die Daten vom drahtlosen ins drahtgebundene Netz übertragen. Die Redaktion testete fünf Geräte für den mobilen und stationären Einsatz.
  • Erstling
    Der für seine NAS-Geräte bekannte Hersteller Synology bietet mit dem RT1900ac nun erstmals auch einen DSL/Kabel-Router für Endanwender an. Im Vergleich zu einer Fritzbox muss sich das Erstlingswerk von Synology beweisen.
  • Gute Verbindung
    Linux zu nutzen, zeugt vom Wunsch nach Individualität. Die muss auch vor dem heimischen WLAN-Router nicht Halt machen: Netgear lädt mit dem WNR3500L zum Basteln ein.
  • Positive Wellen
    Hersteller aktueller WLAN-Produkte versprechen traumhafte Übertragungsraten von bis zu 300 MBit/s. In der Realität fällt die Geschwindigkeiten deutlich geringer aus.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...