MPD konfigurieren

Der MPD sollte auf dem Raspberry Pi als Systemdienst starten. In diesem Fall liest der Daemon seine Konfiguration aus der Datei /etc/mpd.conf ein. Rufen sie den MPD stattdessen direkt als Benutzer auf, greift er auf die Konfigurationsdatei ~/.mpdconf zu – das ist für Testzwecke gut zu wissen.

Den wichtigsten Punkt der Konfiguration stellt die Angabe dar, an welcher Stelle der MPD nach Musik suchen soll. Ohne anderweitige Angaben nutzt er dazu das Verzeichnis /var/lib/mpd/music/. MPD akzeptiert nur eine einzige Angabe für die Option music_directory. Wollen Sie die Musik also auf mehrere Verzeichnisse verteilen, müssen Sie die anderen Verzeichnisse einfach im Standard-Ordner verlinken.

Beim ersten Start baut der MPD seine Datenbank mit den Titeleinträgen aus den MP3-Tags der Musikdateien auf. Das kann bei großen Musiksammlungen durchaus geraume Zeit in Anspruch nehmen: Für das Auswerten von rund 10 000 Titeln benötigte der RasPi in unserem Test ungefähr 20 Minuten. Findet der MPD trotz vorhandener Dateien im angegebenen Verzeichnis keine Musik – mpc stats gibt über den aktuellen Stand Auskunft – dann kann das daran liegen, dass die Rechte für das Verzeichnis nicht korrekt eingestellt sind: Der MPD startet als Benutzer mpd und braucht für diesen Leserechte im Musikverzeichnis.

Nach der Grundkonfiguration richten Sie den MPD als Systemdienst auf dem Raspberry Pi ein. Dazu genügt folgender Aufruf:

$ sudo update-rc.d mpd defaults

Dieses Kommando konfiguriert den Dienst so, dass das System ihn beim Start automatisch mit lädt.

Knisterfrei durch Pulseaudio

In der Standardkonfiguration nutzt Debian auf dem Raspberry Pi das ALSA-Sound-System für die Audio-Ausgabe. Nach dem Umstellen des Standardausgabekanals von HDMI auf den Analogausgang mittels amixer cset numid=3 1 (die 1 steht für Analog) knackt und klirrt es jedoch unerträglich. Blogs im Internet berichten dazu, dass bei der Audio-Hardware des RasPi aus verständlichen Gründen gespart wurde.

Das Pulseaudio-Soundsystem funktioniert mit dem RasPi deutlich besser. Um die Tonausgabe daher alternativ auf Pulseaudio umzustellen, nehmen Sie den Eintrag aus Listing 2 mit in die Konfigurationsdatei /etc/mpd.conf auf.

Listing 2

audio_output {
 type: "pulse"
 name: "MPD PulseAudio Output"
}

Die Anpassungen des Pulseaudio-Soundsystems für den RasPi erweisen sich allerdings als etwas knifflig. Damit Pulseaudio letztlich wie erwartet funktioniert, gilt es an gleich drei Stellen zu schrauben. Im ersten Schritt sorgen Sie dafür, dass das Betriebssystem pulseaudio mit jedem Systemstart lädt. Dafür passen Sie die zwei in Listing 3 gezeigten Einträge in der Datei /etc/default/pulseaudio an.

Listing 3

PULSEAUDIO_SYSTEM_START=1
DISALLOW_MODULE_LOADING=0

Im zweiten Schritt halten Sie Pulseaudio davon ab, in den Stromsparmodus zu gehen, sobald keine Töne ausgegeben werden: Dieses Verhalten sorgt für unschöne Klickgeräusche am Anfang und Ende jedes Titels. Dazu modifizieren Sie einige Einträge in der Datei /etc/pulse/system.pa (Listing 4). Hier kommentieren Sie zum einen den Eintrag load-module module-suspend-on-idle aus. Zum anderen gilt es die Netzwerkberechtigungen für das lokale Netzwerk (in unserem Beispiel das Heimnetz 192.168.4.0) anzupassen.

Listing 4

#load-module module-suspend-on-idle
load-module module-native-protocol-tcp auth-ip-acl=127.0.0.1;192.168.0.0/24 auth-anonymous=1
load-module module-zeroconf-publish

Anschließend stellen Sie im dritten Schritt die Konfiguration der ALSA-Bibliotheken auf Pulseaudio um. Zu diesem Zweck ersetzen Sie den Inhalt der Datei /etc/asound.conf durch die in Listing 5 gezeigten Zeilen.

Listing 5

pcm.pulse { type pulse }
ctl.pulse { type pulse }
pcm.!default { type pulse }
ctl.!default { type pulse }

Damit haben Sie die für Pulseaudio notwendigen Konfigurationsaufgaben erfolgreich abgeschlossen. Ein Neustart der Systemdienste für Pulseaudio und den MPD sorgt jetzt dafür, dass die vorgenommenen Änderungen auch greifen (Listing 6).

Listing 6

$ sudo /etc/init.d/pulseaudio restart
$ sudo /etc/init.d/mpd restart

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