Lenovo Thinkpad W530 im Test

Durchwachsen

Seit Lenovo die Notebook-Sparte von IBM übernommen hat, klagen Thinkpad-Fans zunehmend über Qualitätsmängel bei ihrem Lieblingsspielzeug. Auch Lenovos sündteueres neues Notebook-Flaggschiff Thinkpad W530 macht da leider keine Ausnahme.

Thinkpad-Notebooks von IBM genießen in Fachkreisen aufgrund ihrer soliden Konstruktion und ihrer hervorragenden Linux-Unterstützung nach wie vor einen legendären Ruf. Nach dem Verkauf der IBM-Notebook-Sparte an die chinesische Firma Lenovo Ende 2004 hat der Hersteller aus dem Reich der Mitte viele neue Baureihen auf den Markt gebracht, die das Thinkpad-Logo tragen. Auch mit den erst vor wenigen Wochen neu eingeführten Modellen der Serien 430 und 530 will Lenovo wieder in der ersten Liga mitspielen. Wir testeten daher, was das Spitzenmodell Thinkpad W530 bietet und unter Linux leistet.

Lenovo Thinkpad W530

Prozessor Intel Core i7-3610QM (2,3 GHz, 6 MByte L3-Cache, 1333 MHz FSB) bis Intel Core i7-3920XM (2,9 GHz, 8 MByte L3-Cache, 1666 MHz FSB)
Bildschirm 15,6" HD+ (1600x900) LED matt oder 15,6" FHD (1920x1080) LED matt
Grafik Nvidia Quadro K1000M oder Nvidia Quadro K2000M, jeweils 2 GByte DDR3-VRAM
Arbeitsspeicher 4 GByte DDR3 1600 MHz bis 32 GByte DDR3 1600 MHz
Festplatte 320 GByte bis 500 GByte SATA3
SSD 16 GByte mSATA bis 256 GByte SATA3
DVD-Laufwerk DVD-Brenner Serial Ultrabay Enhanced
WLAN 802.11b/g/n (Lenovo) oder 802.11a/g/n (Intel Centrino, Advanced-N 6205 oder Ultimate-N 3000)
Bluetooth Bluetooth 4.0
Akku 6 oder 9 Zellen Li-Ion
Anschlüsse Mini-Displayport, VGA, 2 USB 3.0, 2 USB 2.0, Firewire-400 (vierpolig), Klinke 3,5mm
Sonstiges ExpressCard/34, 4-in-1-Kartenleser (SD/SDHC/SDXC/MMC), Webcam 720p HD, Dolby Home Theater 4 Audio
Maße/Gewicht 24,5 x 32,8 x 3,6 cm, 2,7 kg
Preis ab 2500 Euro, je nach Ausstattung

Imposant

Direkt von Lenovo erhielten wir einen Thinkpad W530 Typ 2441-23G, der mit dem altbekannten, mattschwarzen Gehäuse ohne Schnörkel das traditionelle Aussehen kultiviert [1]. Im Karton findet sich neben dem Rechner noch ein winzig anmutender Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen sowie ein Netzteil von annähernd der Größe und dem Gewicht eines Backsteins, das stolze 170 Watt Ausgangsleistung liefert. Auf dem Thinkpad selbst ist Microsoft Windows 7 vorinstalliert. Datenträger oder Handbücher zum Gerät legt Lenovo nicht mehr bei, sondern stellt lediglich PDFs der Installations- und Konfigurationshandbücher zum Download bereit [2].

Das als mobile Workstation für Profis konzipierte Gerät bietet hochmoderne innere Werte: Neben einer brandneuen Core-i7-3720QM-CPU mit vier Kernen und acht Threads, die mit 2,6 GHz getaktet ist, sticht bei unserem Testsystem insbesondere die Quadro-2100M-Grafikkarte (K2000M) von Nvidia mit 2 GByte Videospeicher, der brandneuen Kepler-Architektur und Optimus-Unterstützung ins Auge. Lenovo hat dem Rechner zudem eine aus dem Hause Micron stammende SSD mit 256 GByte Kapazität und SATA3-Schnittstelle sowie 16 GByte RAM spendiert. Unser Testgerät verfügt daneben über eine Intel-WLAN-Karte, die alle üblichen Standards unterstützt, und bringt im Ultrabay-Wechselschacht einen SATA-DVD-Brenner mit.

Als Highlight des Systems möchte Lenovo das in unserem Testgerät verbaute Display verstanden wissen: Hierbei handelt es sich um einen 15,6-Zoll-Bildschirm mit LED-Hintergrundbeleuchtung und einer Auflösung von 1920x1080 Punkten.Aufgrund seiner großen Farbtreue und ordentlichen Ausleuchtung ergänzt der Hersteller es in einigen Modellen durch einen Farbkalibrator, der in Kombination mit einer entsprechenden Software eine sehr authentische Darstellung nahezu des gesamten sichtbaren Farbspektrums ermöglicht. Dieses Feature gefällt insbesondere Fotografen und Grafikern, die so eine fehlerhafte Farbdarstellung vermeiden. Der matt beschichtete Bildschirm fällt zudem durch eine gegenüber den Standard-Displays deutlich verbesserte Helligkeit auf, die das Arbeiten auch im Freien zulässt.

Anschlüsse

Weniger elitär hat Lenovo den W530 mit Schnittstellen ausgestattet. Zwar gibt es die üblichen USB-2/3-Anschlüsse, die neue Thunderbolt-Spezifikation ignoriert der W530 jedoch. Der in das System eingebaute 4-in-1-Kartenleser lässt eine Abdeckung vermissen und gestattet daher wie bei billigen Consumer-Notebooks den Blick auf die Platine; ein insbesondere für professionelle Fotografen nützlicher CF-Karteneinschub fehlt.

Auch bei den Anschlussmöglichkeiten für Audio-Geräte hat Lenovo gespart: Es gibt lediglich eine einzige Kombi-Buchse zum Anschluss eines Kopfhörers oder Mikrofons. Der ausschließlich für 34mm breite Steckkarten geeignete ExpressCard-Slot schränkt die Konnektivitätsmöglichkeiten weiter ein: CardBus- und ExpressCard/54-Besitzer haben das Nachsehen. Ein Slot für eine Smartcard fehlt ebenfalls. Die obligatorischen Buchsen für den Zugang zum Netz (Gigabit-Interface) sowie zum Anschluss eines VGA-Monitors hat Lenovo immerhin verbaut. Außerdem besitzt der W530 einen Mini-Displayport an der linken Seite sowie eine Firewire-Buchse (vierpolig). Den beim Vorgängermodell W520 noch vorhandenen eSATA-Anschluss haben die Chinesen jedoch amputiert.

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Kommentare
Optimus-Unterstützung steht immer noch in den Sternen
Nicolas (unangemeldet), Donnerstag, 25. August 2016 13:15:11
Ein/Ausklappen

Ich nutze mein Thinkpad W530 täglich und bin heute noch eher enttäuscht davon. Dennoch möchte ich mir jetzt noch nicht wieder etwas neues zulegen.

Die Nvidia-Treiber funktionieren nach wie vor nicht korrekt. Ich habe es mit Linux Mint DE und Ubuntu 12.04 LTS und Ubuntu 14.04 LTS probiert. Momentan ist letzteres immer noch mein Hauptsystem.
Ich arbeite fast immer mit einem externen Bildschirm. Tatsächlich soll man sogar drei anschließen können, aber es funktionieren nicht mal zwei gescheit. Leider kann ich aktuell nur die Nouveau-Treiber nutzen, nach der Installation des neusten Nvidia-Treibers will Ubuntu gar nicht erst wieder starten. Weder eine manuelle, noch eine automatische Installation ändert daran etwas.
Auf meinem einen externen Bildschirm habe ich immer mit Artefakten zu kämpfen. Der Mauszeiger hinterlässt eine Spur und ganze Fenster werden noch angezeigt, obwohl ich sie schon auf den Hauptbildschirm geschoben habe. Mittlerweile komme ich irgendwie damit zurecht, aber es ist ganz schön scheiße und peinlich.

Dann scheinen die USB3.0- und LAN-Treiber Probleme zu machen, wenn man in den Standby wechseln möchte. Die können dann nicht deinitialisiert werden und schicken das System direkt wieder aus dem Standby raus. Sehr schön zu sehen in dmesg. Bei USB3.0 passiert das aber auch immer nur dann, wenn ich in einer Session mal ein USB3.0-Gerät angeschlossen hatte. Habe ich das einmal getan, komme ich nicht mehr ins Standby. Dann muss ich ihn direkt herunterfahren, damit ich ihn wieder in meine Tasche stecken kann.
Zudem haben die USB3.0-Buchsen eine wahrlich schlechte Verarbeitungsqualität. Wenn ich meine externe Festplatte anstecke, passiert meist gar nichts, bis ich ein bisschen am Stecker wackele. Dann wird die Platte irgendwann eingebunden. Aber ab dem Zeitpunkt sollte man nichts mehr bewegen. Wir ist schon so oft ein Backup abgebrochen, weil der Stecker wieder Kontakt verloren hatte und die Daten dann einfach auf den Mountpoint im root-System kopiert wurden anstatt auf die externe Platte. Schrecklich.

Ich habe in meinem Modell auch noch den Farbsensor drin. Der funktioniert aber weder unter Windows, noch kann er von Ubuntu betrieben werden. 'lsusb' listet ihn allerdings auf. Sehr merkwürdig, das ganze.

Das war es aber auch schon von meinem Eindruck. Ich hätte mir das Teil besser nicht kaufen sollen.


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