Hardware

Die von Rockiger für das Satchbook 13 Zoll ausgesuchte Hardware benötigt unter Ubuntu keine proprietären Treiber (Abbildung 4). WLAN, Webcam und Grafik funktionieren dank der Open-Source-Politik von Intel unter jeder aktuellen Linux-Distribution ohne größere Probleme, das nachträgliche Installieren weiterer Treiber fällt beim Satchbook daher flach. Auch kritische Funktionen wie der Anschluss eines zweiten Monitors über den VGA- oder HDMI-Ausgang funktionen ohne Komplikationen.

Abbildung 4: Das Satchbook benötigt keine proprietären Treiber für Grafikkarte oder WLAN, das erleichtert den Betrieb des Geräts mit Linux deutlich.

Im Vergleich zum 15-Zoll-Modell hat sich die Tastatur des 13-Zoll-Satchbooks deutlich verbessert. Die nun an den Kanten abgeflachten Tasten lassen sich haptisch unterscheiden, sodass man nun besser blind tippen kann, und auch der Anschlag gibt sich nicht mehr so schwammig. Das matte Display erweist sich als ausreichend leuchtstark, um auch an den ersten sonnigen Frühlingstagen dieses Jahres im Freien zu arbeiten.

Im Gegensatz zu Tastatur und Display macht das Touchpad wenig Freude. Es erlaubt zwar Multitouch (im Bildbetrachter Eye of GNOME lassen sich etwa Pinch&Zoom-Gesten benutzen oder im Browser mit zwei Fingern auf dem Touchpad scrollen), doch hebt es sich nur durch eine minimal geänderte Texturierung vom Gehäuse ab (Abbildung 5). Das macht es nahezu unmöglich, mit dem Finger blind den Rand des Touchpads zum Scrollen zu treffen – man muss also jedesmal die Augen kurz vom Display nehmen.

Wie beim 15-Zoll-Modell fallt auch beim Satchbook im 13-Zoll-Format wieder die mangelnde Wertigkeit des Gehäuses auf, die nicht so recht zur verbauten Hardware passen mag. Der Display-Deckel und selbst der Unterbau lassen sich ohne viel Kraft verwinden, dünner Kunststoff an allen Ecken und Kanten bestimmt das äußere Bild. Auch das Ohr muss leiden: Der verbaute Lüfter macht sich selbst im Leerlauf störend bemerkbar.

Fazit

Auch wenn wir es schön finden, dass es endlich auch in Deutschland leistungsfähige und ordentlich mit Linux vorinstallierte Laptops gibt, kommen wir um die Erkenntnis nicht herum, dass Rockiger mit seinen Satchbooks den selbst gestellten Ansprüchen keineswegs gerecht wird. Die im Gerät verbaute Hardware ist zwar ohne Frage leistungsfähig, die CPU kommt mit jeder Aufgabe zurecht und die schnelle Festplatte bootet den Rechner von Grub aus kaum mehr als 20 Sekunden, doch Wertigkeit und Usability wollen nicht so recht zum Preis und den inneren Werten passen.

Der Lärm des Lüfters, die Spielzeug-Anmutung des Gehäuses sowie das unglücklich gestaltete Touchpad mindern die Freude am Satchbook 13 Zoll deutlich. Bei aller Kritik am Gerät gilt es jedoch zu bedenken, dass Rockiger Support für allfällige Linux-Probleme gibt, Hersteller wie Acer, Asus, Dell oder Lenovo an dieser Stelle aber passen. Unter diesem Aspekt lässt sich vielleicht doch über die eine oder andere Schwäche und den heftigen Preis hinwegsehen. 

Infos

[1] Rockiger: http://rockiger.com

[2] Rockiger Satchbook 15 Zoll: Christoph Langner, "Andere Gewichtsklasse", LU 11/2011, S. 80, http://www.linux-community.de/24392

[3] Satchbook 13 Zoll: http://rockiger.com/de/shop/product/satchbook13

[4] "Powersave heißt nicht Energie sparen": http://tinyurl.com/lu0512-powersave

[5] Sandy Bridge – Stromverbrauch reduzieren: http://tinyurl.com/lu0512-sandybridge

Der Autor

Christoph Langner ist Redakteur unserer Schwesterzeitschrift Android User. Folgen Sie ihm auf Google+ unter http://gplus.to/chrissss oder schauen Sie in sein Blog rund um GNU/Linux, freie Software und Android auf http://linuxundich.de.

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