Im Test

Im Betrieb macht der neue Revo kaum Geräusche. Auf der Stromrechnung macht er sich mit 20 Watt im Leerlauf und 31 Watt unter voller CPU-Last ebenfalls rar. Der Wechsel auf AMD hat dem Revo hier kaum geschadet; der Atom-Vorgänger brauchte im Leerlauf 22 und unter Last 26 Watt.

In Bezug auf die CPU-Leistung wirkt sich der AMD Neo jedoch deutlich positiv aus: Mit 191 Punkten im LUbench-CPU-Test liegt er trotz geringerer Taktfrequenz 60 Prozent vor dem Atom-Dualcore-Vorgänger (119 Punkte). Sogar einen AMD E350 Dualcore mit 1,6 GHz im Acer Aspire 5253 [3] lässt der AMD Athlon II Neo K325 locker hinter sich: Er ist rund 18 Prozent schneller.

Der stärkere Prozessor beeinflusst auch die Arbeit der GPU: Er beschleunigt bei identischem Grafikchip das Ergebnis im Vergleich zum Atom im GPU-Test um rund 37 Prozent von 703 auf 962 Punkte. Besonders im Specviewperf brilliert der Neo: Hier ist er bis zu 2,5 mal so schnell. Streng genommen würde sich der Revo RL100 auch unter Windows für 3D-Gaming eignen. Man darf jedoch bezweifeln, dass sowohl die Kraft des Grafikchips als auch der CPU für aktuelle Spiele genügen – World of Warcraft sollte darauf allerdings gut laufen.

Das Touchpad ist eine praktische und platzsparende Sache. Aufgrund der quadratischen Tastenmatrix eignet es sich als Tastaturersatz allerdings noch weniger als Bildschirmtastaturen. Für das gelegentliche Eingeben eines Suchbegriffs oder Passworts genügt es, aber schon das Schreiben einer Mail gerät zum Geduldsspiel.

Im Trackpad-Modus funktioniert Drag & Drop wie bei Trackpads ohne Scrollbereich oder beim Zweifingerscrollen üblich (doppelt tippen und beim zweiten Mal halten). Lediglich für den Doppelklick gilt es an einigen Stellen, diesen als Dreifachklick auszuführen, was etwas anstrengend ist. Als Fernbedienung taugt das Magic-Pad trotz Multimediatasten mangels fühlbarer Knöpfe nur begrenzt – angesichts des primären Ausrichtung des Geräts als Mediacenter erscheint das ärgerlich.

Fazit

Bis auf den nicht funktionierenden Schlafmodus erweist sich der Revo RL100 als ein gutes Linux-Gerät. Zu einem etwas höheren Preis erhalten Sie ein deutlich vielseitigeres und leistungsfähigeres Gerät, Stromverbrauch und Lärmkulisse bleiben dabei dennoch gewohnt niedrig. Für den TV-Tuner und 3D ist Windows leider Pflicht – dafür trifft allerdings Nvidia die Schuld, nicht Acer. 

Infos

[1] Acers 3D-Patch (Windows): http://tinyurl.com/revo-rl100-3d

[2] Acer Aspire Z5710 Test: Daniel Kottmair, "Einheitsrechner", EasyLinux 02/2011, S. 108, http://www.linux-community.de/23345

[3] Acer Aspire 5253 Test: Daniel Kottmair, "Atom-Krieg", LinuxUser 04/2011, S. 80, http://www.linux-community.de/23119

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