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In eigener Sache

Editorial 01/2011

16.12.2010

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

zu den grundlegendsten Entscheidungen, die ein Linux-Anwender zu treffen hat, gehört die nach der Distribution, die er einsetzt. Meist hat man aus inzwischen mehr oder minder historischen Gründen einen "Liebling", mit dem man seit vielen Jahren vertraut ist. Gerne schaut man hie und da mal über den Tellerrand, bleibt dann letzten Endes aber doch bei Bewährten und Gewohnten.

Hie und da treiben einen die Umstände aber dann doch zur Trennung vom Liebgewonnenen – sei es, dass die Vorzugsdistribution eingestellt wird, sie den Ansprüchen nicht mehr genügt oder der Distributor eine Linie oder Politik an den Tag legt, der man nicht mehr folgen möchte. Ich persönlich habe im Laufe der Jahre schon aus allen der genannten Gründe gewechselt, von DLD über Red Hat und Suse zu Ubuntu. Weil ich Ubuntu zunehmend als immer schlechter gepflegt und zunehmend Feature-verliebt empfinde und außerdem mit Unity und Wayland rein gar nichts anfangen kann, stehe ich derzeit gerade wieder einmal vor der Grundsatzfrage: Welche jetzt?

Um sich über Distributionsalternativen zu informieren, gibt es die verschiedensten Wege: Man kann im Internet stöbern und sich zum Beispiel über Distrowatch die neuesten Versionen zum Testen besorgen, die Medien und Beschreibungen von Zeitschriften wie LinuxUser durchforsten oder auch einfach mal in der heimischen LUG herumfragen. Doch um richtigen Zugang zu den Vorzügen und Nachteilen einer Distribution zu finden, lässt man sich wohl am besten von einem gewieften Anwender derselben gründlich einweisen. Eine gute Möglichkeit dazu bieten die Projektstände auf Community-Veranstaltungen – etwa den Chemnitzer Linux-Tagen (CLT), die das nächste Mal am 19. und 20. März stattfinden.

Dort müssen Sie dann nicht einmal von Stand zu Stand ziehen, um sich über das Pro und Kontra verschiedener Distributionen zu informieren: Basierend auf den Erfahrungen aus einer ähnlichen Veranstaltung, die ich im Sommer auf dem Linux-Tag in Berlin moderierte, habe ich den Organisatoren der CLT als Veranstaltung einen "Wettstreit der Distributionen" vorgeschlagen, bei dem etwa ein halbes Dutzend Linux-Derivate im direkten Vergleich auf dem Podium vorgegebene Aufgaben lösen und dabei die Vorzüge ihrer Distribution herausstellen sollen. Das CLT-Team fand den Vorschlag offenbar charmant, denn es hat ihn angenommen.

Wie sich schon bei der Veranstaltung in Berlin gezeigt hat, ist eine solche "Distro-Battle" nicht nur sehr lehrreich und äußerst geeignet, mit so manchem tief eingewurzelten Vorurteil gegenüber der ein oder anderen Distribution aufzuräumen – sie ist auch äußerst unterhaltsam. Allerdings habe ich in Berlin festgestellt, dass ich als Benutzer, der jeden Tag 12 oder mehr Stunden vor einem Linux-PC verbringen darf, in mancher Hinsicht etwas betriebsblind bin. Deswegen bitte ich hier um Ihre Hilfe bei der Vorbereitung des Wettkampfs der Distributionen: Was ist für Sie das wichtigste Kriterium bei der Distributionswahl? Was schätzen Sie besonders an einer Linux-Variante, und was wäre für Sie ein No-go-Kriterium? Welche Funktionen einer Distribution würden Sie sich am liebsten einmal genau vorführen lassen? Schreiben Sie mir doch eine kurze Mail dazu an mailto:j.luther@linux-user.de. Und natürlich möchte ich Sie hier schon ganz herzlich einladen, sich den Vergleich der Distributionen im März in Chemnitz live anzusehen.

Bis dahin,

Jörg Luther

Chefredakteur

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