Für alle Freunde von KDE bietet Kanotix [1] jetzt eine All-in-One-Edition, welche die Distribution sowohl mit KDE 3.5.10 als auch KDE 4.3 jeweils für 32- und 64-Bit-PCs enthält. Das System auf Debian-Basis (aktuell 5.0.5, "Lenny") wurde speziell mit dem Gedanken entwickelt, das Grundsystem möglichst nah am Original zu halten, aber trotzdem durch Backports und Updates die aktuellsten Versionen wichtiger Pakete anzubieten.
Dazu gehören unter anderem der Multi-Messenger Pidgin, das Netzwerk-Konfigurationstool Wicd, NTFS-3G zum Lese- und Schreibzugriff auf Windows-Partitionen, Wine, OpenOffice, Skype und ein speziell für Kanotix optimierter Kernel. Dieser basiert auf den Ubuntu-Quellen, enthält aber zusätzliche Patches. Für neueste Intel-HD-Grafikkarten stellt "Lenny" derzeit keine Treiber bereit, für die Vorversion "Etch" gibt es ein optionales Update. Viele Netbooks funktionieren jedoch problemlos, da sie einen älteren Grafikkern verwenden.
Kanotix verwendet nicht selten aktuellere Programme als sie der Unstable-Zweig von Debian bereitstellt. Besonders für NTFS-3G und Wine bietet Kanotix nach einem neuen Release zeitnah Updates an. Der Kernel bekam als besondere Optimierung den 2.6.32-ck2-Patch von Con Kolivas, der auch einen neuen Scheduler namens BFS enthält. Im Allgemeinen verringert sich dadurch die Zeit beim Kompilieren von Software um rund fünf Prozent bei Multicore-Systemen.
Zusätzlich zur normalen Paketauswahl enthält die LinuxUser-Edition die aktuellen Versionen von Opera und Google Chrome. Darüber hinaus kommen Sie in den Genuss einer nochmals aktualisierten Version von Wine und Wicd – letztere enthält eine bessere automatische WLAN-Erkennung.
Live-Betrieb
Beim Start der DVD wählen Sie zwischen vier Varianten: KDE 3.5 und KDE 4.3, jeweils in 32 und 64 Bit (Abbildung 1). KDE 3.5 und KDE 4.3 unterscheiden sich im Live-Betrieb nicht nur durch die Optik, sondern auch technisch voneinander: Mangels Policykit verweigert KDE 3.5 das Einhängen von Partitionen per Mausklick; mittels eines Tricks funktioniert es aber über die Konsole. Tippen Sie dort beispielsweise kdesu konqueror media:/ und klicken Sie dann auf aktualisieren. Als Default-Passwort für den Nutzer kanotix verwenden Sie live, für root ist kein Passwort gesetzt.
Nützliche Skripte
Zur Installation zusätzlicher Software bietet Kanotix einige nützliche Skripte an. Dazu gehört eines zur schnellen Installation des aktuellen Flash-Plugins, das Sie mit dem Aufruf install-flash-local.sh als normaler Nutzer in der Konsole starten.
Zum Einrichten von Grafiktreibern verwenden Sie den Textmodus, in den Sie mit [Ctrl]+[Alt]+[F1] wechseln. Der Aufruf sudo -i verleiht Ihnen die nötigen administrativen Rechte. Mit update-scripts-kanotix.sh prüfen Sie, ob neuere Installationsskripte bereitstehen, da diese jeweils die tagesaktuellen Treiber einrichten. Die eigentliche Installation von Nvidia-Treibern starten Sie danach mit install-nvidia-debian.sh, ATI-Karten ab R600 richten Sie mit install-fglrx-debian.sh ein.
Beide Skripte besitzen einige Optionen, die Sie mit der Erweiterung -h anzeigen. Wichtig für das Nvidia-Skript ist der Schalter -d, der Twinview über die Nvidia-Settings aktiviert, sowie -z um den automatischen Restart des X-Servers zu umgehen. Da es mit Fglrx bei Updates oft zu Problemen kommt, sollten Sie dieses Kürzel einsetzen und stattdessen das System neu starten – was freilich nur bei installierten Systemen Sinn ergibt.



