Backups sind lästig, doch bleibt es die unerlässliche Aufgabe eines jeden Benutzers, seine Daten regelmäßig vor Verlust zu sichern. Verschiedene Werkzeuge versuchen, das Anfertigen solcher Sicherheitskopien aus den Fängen komplizierter, selbst gebauter Shellskripte zu reißen und auf eine benutzerfreundliche Art und Weise zu automatisieren.
Um so mehr erstaunt daher, dass der kanadische Entwickler Colin Percival eben gerade den steinigen Weg durch die Konsolen sucht, um sein kommerzielles Projekt Tarsnap [1] an den sicherheitsbewussten Anwender zu bringen. Die Idee hinter Tarsnap scheint einfach: Das Programm fertigt regelmäßige Backups vorgegebener Festplattenbereiche an und sendet diese GnuPG-verschlüsselt an einen entfernten Speicherplatz, neudeutsch: in die Cloud. Dabei erkennt die Software identische Dateien und sichert diese bei einem erneuten Lauf nicht noch einmal, um so Datenverkehr und Platz zu einzusparen.
Konsolenarbeit
Hinter Tarsnap steckt eine Client-Server-Lösung, von der Sie die Client-Software benötigen. Laden Sie das aktuelle Quellpaket von der Projektseite [1] herunter (Abbildung 1). Weil sich Tarsnap ohnehin in der Konsole abspielt, stoßen Sie den Download am besten gleich mit dem Befehl wget https://www.tarsnap.com/download/tarsnap-autoconf-1.0.26.tgz an.
Besonders Sicherheitsbewusste laden außerdem das SHA256-Hashfile tarsnap-sigs-1.0.26.asc herunter, das der Maintainer wiederum mittels GPG signiert hat. Allerdings warnt GPG beim Befehl gpg --decrypt tarsnap-sigs-1.0.26.asc, dass es nicht gewährleisten könne, dass der Schlüssel zum Eigentümer gehöre. Das Kommando sha256sum tarsnap-autoconf-1.0.26.tgz spuckt eine Signatur aus, die mit der im Hashfile angegebenen identisch sein sollte.
Entpacken Sie nun mittels tar -xf tarsnap-autoconf-1.0.26.tgz die Quellen und wechseln mit cd tarsnap-autoconf-1.0.26/ in den angegebenen Ordner. Das Konfigurationsskript ./configure bemängelt unter Umständen das Fehlen von verschiedenen Entwicklerpaketen oder Header-Files, die Sie aber unproblematisch über den Paketmanager nachinstallieren. Die Pakete heißen je nach Distribution unterschiedlich (siehe Tabelle "Nacharbeit"). Ein anschließendes make all install clean kompilierte und installierte die Client-Software auf dem Testsystem fehlerfrei.
Nacharbeit
| Header/Bibliothek | Ubuntu-Paket | OpenSuse-Paket |
|---|---|---|
ext2fs/ext2_fs.h
|
e2fslibs-dev
|
libext2fs-devel
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zlib
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zlib1g-dev
|
zlib-devel
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openssl
|
libssl-dev
|
libopenssl-devel
|
Geld regiert die Welt
Tarsnap stellt für die Backups der Benutzer kostenpflichtigen Onlinespeicher bereit. Es handelt sich dabei um einen vom Maintainer angemieteten Teil der Amazon-Cloud "Amazon Web Services". Das setzt also voraus, dass Sie sich auf der Tarsnap-Seite erst einmal registrieren. Allerdings verlangt der Betreiber lediglich eine Mail-Adresse und ein selbstgewähltes Passwort. Über eine Bestätigungsmail schließen Sie das Prozedere ab.
Ähnlich den beliebten Prepaid-Handies verlangt auch Tarsnap Vorkasse. Im Gegensatz zu anderen kommerziellen Anbietern dieser Art bezahlen Sie aber nur, was Sie tatsächlich verbrauchen. So schlägt ein Gigabyte Speichervolumen mit 30 US-Cent pro Monat zu Buche. Ebensoviel berappen Sie für einen Gigabyte entstandenen Traffic.
Auf der Projektseite finden Sie unter Accounts den Menüpunkt Manage Account. Melden Sie sich mit Ihrer angegebenen Mail-Adresse und dem Passwort an. Unter Add funds to your account zahlen Sie über ein Paypal-Konto oder Ihre Kreditkarte den Minimalbetrag von 5 US-Dollar (bei Redaktionsschluss 3,70 Euro) ein. Die Gutschrift erfolgt augenblicklich.



