LAN aus der Dose
Acht Powerline-Adapter im Test
Sicher ist sicher
Bei der geschilderten Vorgehensweise nutzen die Adapter das im ersten benutzten Adapter voreingestellte Passwort. Das allerdings ist, darf man diversen Schilderungen im Internet glauben, nicht als sicher anzusehen. Sie sollten es also unbedingt ändern. Dazu müssen Sie den Adapter mit einem Rechner verbinden und dort eine Software des entsprechenden Herstellers starten.
Hier liegt der Pferdefuß der Angelegenheit: Die Software läuft in fast allen Fällen nur unter Windows. Allgemein stellt sich die Lage für Nicht-Windows-Benutzer nicht sehr rosig dar: Auch für ein Firmware-Update, so es denn überhaupt möglich ist, muss in den meisten Fällen ein Windows-Rechner her (Abbildung 11). Netgear bietet immerhin auch einen Firmware-Updater für Mac-User an. Linuxer müssen also immer einen von beiden Umwegen gehen.
Ein einziger Hersteller – Devolo – hat auch an Linux-Nutzer gedacht. Auf der Devolo-CD liegt das notwendige Programm zum Ändern des Adapter-Passworts in Form eines Quellcode-Pakets bei. Das lässt sich schnell übersetzen und erlaubt anschließend das Einstellen des Passworts über die Kommandozeile (Abbildung 12). Der Benutzer muss dazu über Root-Rechte verfügen.
Nachdem wir dem Devolo-Adapter per Kommandozeile ein neues Passwort verpasst hatten, versuchten wir die neue Verschlüsselung per Knopfdruck an die anderen Adapter weiterzugegeben. Das funktionierte im Großen und Ganzen recht gut, nur ein paar der Testkandidaten wollten nicht von Anfang an mitspielen. Diese mussten wir durch einen mindestens zehnsekündigen Druck auf die Encrypt-Taste zurücksetzen. Das funktionierte bei allen Adaptern im Testfeld, anschließend ließen auch sie sich verbinden.
Als Zwischenfazit lässt sich also sagen: Alle Adapter unterstützen den Standard Homeplug AV, jeder Adapter arbeitet mit jedem anderen kompatibel – eine positive Überraschung.
Innere Werte
Nach der Pflicht steht nun die Kür auf dem Programm. Wir wollen wissen, mit welcher Geschwindigkeit wir Daten über das Stromnetz schaufeln können. Außerdem messen wir, welche Leistung die Adapter jeweils in Ruhe und unter Volllast aufnehmen. Dazu mussten die jeweils in einem Kit gelieferten Adapter zusammen antreten. Nur die Zyxel-Steckdosenleiste bekam in Form des Allnet 168205 einen Partner gestellt.
Für den eigentlichen Test übertrugen wir jeweils in beide Richtungen je eine Datei in der Größe von 1 GByte und 512 MByte. Die erzielten Durchsatzraten mittelten wir zu einem Testergebnis. Um die maximale Transferrate zu erreichen, steckten wir die Adapter dabei direkt nebeneinander in einem Stromkreis an. In der Praxis dürften die Durchsatzwerte je nach lokalen Bedingungen zum Teil deutlich unter unseren Werten liegen: Hier gesellt sich zu den oben angesprochenen Störeinflüssen als bremsender Faktor noch die Übertragungsdistanz. Mehr als 300 Meter sollten nach Angabe der Hersteller keinesfalls zwischen den Adaptern liegen.
Beim Messen der Transferraten ergab sich ein überraschend homogenes Bild. Alle 200-Mbit/s-Adapter erzielten einen Datendurchsatz zwischen 5,1 MByte/s und 7,1 MByte/s (Abbildung 12). Die Geräte nutzen damit ein Fast-Ethernet-Netzwerk schon ganz gut aus.
Deutlich bessere Messwerte erzielte erwartungsgemäß der Powerline-HD-Kombiadapter F5D4076de von Belkin. Er kam auf 23,9 MByte/s, was gut 190 Mbit/s entspricht und damit im unteren Bereich des in Gigabit-Netzen Möglichen liegt. Im Gespräch erklärte der Hersteller, dass die Übertragungsrate in Zukunft durch Firmware-Updates noch steigen soll. Zudem verriet Belkin wie man es geschafft hat, die Technik abwärtskompatibel zu halten: Gar nicht – Belkin verbaut schlicht zwei Chips in dem Gerät. Einer kümmert sich um die 200-Mbit/s-Datenübertragung, der andere um die Gigabit-Verbindung.



