Gute Verbindung
Netgears Open-Source-Router im Test
Diverses
Anders als die Original-Firmware besitzt DD-WRT neben einem VPN-Pass-Through für IPSec, PPTP und L2TP einen eigenen PPTP-Server- und Client. Diese Konstellation ermöglicht es, mit dem Router von mehreren Standorten aus ein gemeinsames, verschlüsseltes Netz aufzubauen.
Den Konsolenzugriff auf den Netgear ermöglicht ein Telnet- und SSH-Server. Als Zugangskennung verwenden Sie den Nutzernamen root zusammen mit dem im Webinterface festgelegten Passwort.
Potenziell lässt sich das Gerät auch als vollwertiger Router verwenden, es unterstützt nämlich auch die Routingprotokolle BGP, RIPv2 und OLSR. Nicht nur hier stellt sich die Frage nach dem Nutzen für den Normalanwender. DD-WRT bietet an einigen Stellen einen Funktionsumfang, der weit über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit für den Betrieb eines Routers für Heimnetzwerke hinausgeht.
Rolle rückwärts
Beim Versuch, von DD-WRT aus eine andere Firmware aufzuspielen, erschien statt des erhofften Updates lediglich der Hinweis auf ein ungültiges Dateiformat (Abbildung 6). Eine Recherche im Forum von Myopenrouter.com sorgte schnell für Klarheit: DD-WRT unterstützt lediglich das Dateiformat BIN, nicht jedoch das von allen anderen Firmware-Anbietern ausschließlich verwendete CHK. Entsprechend entpuppte sich der Umstieg auf DD-WRT zunächst als Einbahnstraße.
Ein Hinweis auf diesen Umstand fehlt sowohl in der Funktionsbeschreibung der Firmware als auch in der genannten Matrix, die DD-WRT einen problemlosen Umstieg zu allen anderen Firmwares attestiert. Im Netz kursiert zwar eine Hilfestellung [4], wie man unabhängig von der Weboberfläche beim Linksys-Router WGR614L eine neue Firmware aufspielt – jedoch ohne Hinweis darauf, ob das mit anderen Geräten wie den im Test verwendeten Netgear WNR3500L auch funktioniert.
Der Not gehorchend wagten wir den Versuch, mit Erfolg. Um die Firmware im CHK-Format auf dem Router einzuspielen, gehen Sie wie folgt vor:
- Laden Sie die gewünschte Firmware herunter und entpacken Sie sie.
- Laden Sie danach das Tool MTD Erase [4] herunter und entpacken Sie es.
- Kopieren Sie das Programm mit dem Befehl
scp mtd_erase root@192.168.1.1:/tmp/auf den Router. Das setzt jedoch einen aktivierten SSH-Daemon voraus. - Loggen Sie sich mit
ssh root@192.168.1.1auf dem Router ein und wechseln sie ins Verzeichnis/tmp. - Starten Sie MTD Erase mit dem Aufruf
./mtd_erase -d linux. Er bewirkt das komplette Löschen der Linux-Partition. - Mit einem abschließenden
rebootstarten Sie den Router neu.
Das Blinken der grünen Kontrollleuchte im Frontpanel des Routers signalisiert, dass er sich jetzt im Notfall-Modus befindet. Da er bei diesem Eingriff sämtliche Einstellungen verwirft, lässt er sich jetzt nur noch über die IP-Adresse 192.168.1.1 erreichen. Für die folgenden Schritte ist es daher notwendig, dass Sie Ihrem Rechner eine statische IP-Adresse im Adressbereich 192.168.1.0/24 zuweisen und als Default-Gateway 192.168.1.1 festlegen. Mittels TFTP kopieren Sie die zuvor heruntergeladene Firmware wie folgt auf den Router:
$ tftp 192.168.1.1 tftp> binary tftp> put WNR3500L-Version .chk
Nach einigen Sekunden erscheint die Bestätigung, dass das Image übertragen wurde. Die zuvor grün blinkende Kontrollleuchte am Panel beginnt jetzt orange zu blinken. Nach etwa einer Minute leuchtet die Lampe durchgängig orange und danach grün. Damit ist Ihr Router mit der neuen Firmware einsatzbereit und Sie können sich wieder via Browser an der Konfigurationsoberfläche anmelden.



