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Gemeinsame Sache

Windows-Dateisysteme unter Linux

Temposünder

Mag das gemeinsame Verwenden eines Dateisystems von zwei Systemen aus durchaus sexy erscheinen, so hält es doch einige Fußangeln bereit, die Sie kennen sollten. Ausführliche Tests belegen, dass sowohl FAT als auch NTFS in der Lese- und Schreibgeschwindigkeit deutlich hinter den Linux-Dateisystemen (im Test Ext3) zurückliegen. Während das Kopieren einer 100 MByte großen Datei unter Ext3 mit einer Transferrate von 8,3 MByte/s vonstatten ging, erreichte FAT in dieser Disziplin gerade einmal 3,3 MByte/s. Das Schlusslicht stellte NTFS, das mit 1,5 MByte/s nicht einmal auf ein Fünftel der Geschwindigkeit von Ext3 kam.

Umso mehr erstaunte das Ergebnis des synthetischen Benchmarks slow.c, der NTFS durchweg gute Ergebnisse attestierte, teilweise sogar über dem Niveau von Ext3. Er förderte aber auch zutage, dass die Performance beim Parallelzugriff auf FAT-Dateisysteme dramatisch in die Knie geht: Während dieses beim gleichzeitigen Schreiben von acht Dateien gerade einmal einen Datendurchsatz von 490 KByte/s erreichte, schaffte Ext3 in der gleichen Disziplin 6,78 MByte/s und NTFS sogar 7,52 MByte/s (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Benchmark belegt, dass FAT speziell beim simultanen Schreibzugriff dramatisch an Performance verliert, während NTFS im synthetischen Benchmark teilweise sogar besser abschneidet, als EXT3.

Fazit

In jedem Fall stellt das Verwenden von Windows-Dateisystemen unter Linux allenfalls eine Notlösung dar. So zeigt NTFS in den meisten Bereichen eine nur mäßige Performance. Des weiteren fehlt NTFS-3G per se bislang eine hinreichende Rechteverwaltung, was zur Folge hat, dass unter Linux erstellte Dateien auf Windows für jeden les- und schreibbar sind und die Partitionen auch unter Linux keinerlei Einschränkungen besitzen. Die einzige Möglichkeit, den Zugriff unter Linux halbwegs zu reglementieren, bieten Mount-Optionen wie ro oder umask. Im Falle von Inkonsistenzen fehlt unter Linux darüber hinaus bislang ein vernünftiges Werkzeug, um die Fehler hinreichend zu beheben.

Das antiquierte Dateisystem FAT kommt nach wie vor auf USB-Sticks und SD-Karten zum Einsatz. Da es kein Journaling besitzt, wie Ext3 oder NTFS, kommt es häufiger zu Inkonsistenzen und in der Folge zu beschädigten Dateien. Darüber hinaus fehlt ihm jede Form der Rechteverwaltung. Den dramatischen Nachteil offenbart jedoch der Benchmark: Speziell bei simultanen Schreibzugriffen sinkt die Performance auf unter ein Zehntel des Wertes, den NTFS oder Ext3 erreichen.

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Infos zum Autor

Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

CD/DVD-Redakteur


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LinuxUser 06/2012

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