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Linux alpin

Grml 2008.11 "Schluchtenscheißer"

22.01.2009
Suchen Sie ein leistungsfähiges Rettungssystem oder eine leistungsstarke Konsolenumgebung, dann werden Sie an Grml aus Österreich Gefallen finden.

Steckbrief Grml

Name Grml
Aktuelle Version/Codename 2008.11 / Schluchtenscheißer
Land Österreich
Basiert auf Debian
Medien Installierbare Live-CD
Paketmanager DEB
Primärer Desktop Kommandozeile
Alternative Desktops Fluxbox
Kernel 2.6.26.8
Systemanforderungen i586-CPU, 64 MByte RAM
Entwicklerteam 8 Hauptentwickler, 10 Kontributoren
Release-Zyklus unregelmäßig
Stärken schlank, schnell, Debian-Repositories nutzbar
Schwächen kein KDE, kein OpenOffice

Grml steht als Kürzel für den Unmutslaut "Grummel", der klar anzeigt, warum im Herbst 2003 eine kleine Gruppe von Linux-Enthusiasten an der Fachhochschule Joanneum im steierischen Graz mit der Entwicklung einer eigenen Live-Distribution begann: Die Begeisterung für den Umgang mit den seinerzeit gängigen Live-Linuxen hielt sich bei den Grml-Gründern in engen Grenzen. Ihre Distribution sollte eine Live-CD für Systemadministratoren und Texttool-User werden und bereits in der Grundkonfiguration mehrere Konsolen mit einer vorkonfigurierten Shell und weiteren nützlichen Werkzeugen wie Screen, Htop oder Multitail zur Verfügung stellen.

Nach gut einem Jahr an Vorarbeiten und Entwicklung erschien Ende Oktober 2005 das erste Release Grml 0.1 "OS04". Seitdem treibt das inzwischen achtköpfige Entwicklerteam die Arbeiten ohne festen Releasezyklus, aber zielstrebig voran. Grml 1.0 "Meilenschwein" erschien im Mai 2007, die aktuelle Version 2008.11 "Schluchtenscheißer" am 1. Dezember 2008.

Grml-Varianten

Grml [1] gibt es in den Varianten Grml, Grml-medium und Grml-small. Die umfangreichste Grml-Variante bringt auf rund 700 MByte über 2500 Pakete mit. Um die mehr als 2 GByte Software auf dem CD-ISO unterzubringen, kommt Squashfs mit LZMA-Kompression [2] zum Einsatz.

Grml-small bietet mit seinen knapp 300 Paketen auf rund 80 MByte nur eine sehr begrenzte Software-Auswahl, findet dafür aber als schlankes Rettungssystem auch auf kleinen USB-Sticks und Visitenkarten-Rohlingen Platz. Gute Neuigkeiten für die Fans der kleinsten Grml-Variante: Zusätzlich zur 32-Bit-Variante von Grml-small gibt es nun auch eine 64-Bit-Version.

Als Mittelweg zwischen der kleinen und der großen Grml-Variante ist Grml-Medium gedacht: Das rund 200 MByte schlanke ISO bietet mit rund 550 Softwarepaketen im Vergleich zum kleinen Grml-Bruder sowohl einen X-Server als auch eine erweitere Auswahl an Anwendungen.

Software-Auswahl

Der Fokus von Grml liegt auf dem professionellen Einsatz, was sich klar in der Paketauswahl niederschlägt. Eine Vielzahl an Werkzeugen für Security, Netzwerk und Debugging sowie viele Grml-Skripte erleichtern den Alltag des Anwenders. Datenrettungstools wie DD-Rescue, Foremost, Recoverjpeg, Testdisk, Ntfsprogs und viele andere verbessern die Chancen auf erfolgreiche Datenwiederherstellung erheblich.

Das Hauptwerkzeug von Grml ist die Kommandozeile. Konsequenterweise setzt Grml hier als Standard auf die besonders mächtige Z-Shell. Deren Features und zusätzliche Goodies der bei Grml mitgelieferten Konfiguration fasst die Grml-Z-Shell-Referenzkarte [3] zusammen. Wer Interesse an der Z-Shell-Konfiguration von Grml hat, kann diese herunterladen: Das Zsh-Lovers-Projekt [3] ergänzt die Konfiguration um viele Anwendungsbeispiele und Tipps rund um die Z-Shell. Neben der Z-Shell bietet Grml aber auch noch andere Shells: Von Bash, Dash und Sash über die Pdksh und Mksh bis hin zu IPython und Zoidberg stehen dem Kommandozeilenfan eine Vielzahl an Varianten zur Verfügung.

Obwohl Grml standardmäßig in die Konsole bootet, liefern sowohl Grml als auch Grml-medium von Haus aus einen X-Server mit. Er lässt sich mit grml-x starten und – sofern notwendig – konfigurieren. Bei Grml stehen dabei mehrere schlanke Window-Manager wie Fluxbox, Openbox, Awesome und Ratpoison zur Auswahl.

Wer seinen Rechner nicht via DHCP ins Netzwerk bringt, nimmt mithilfe von grml-network oder des direkten Aufrufs von netcard-config über ein konsolenbasiertes Interface einfach und schnell die Konfiguration für LAN und WLAN vor. Falls sich auf einer lokalen Partition bereits eine Festplatteninstallation von Debian findet, lassen sich über die Bootoption debnet die Einstellungen einer bereits existierenden /etc/network/interfaces automatisch übernehmen.

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