Versteckte Optionen

Gnome ist darauf bedacht, den Anwender vor unnötigen Konfigurationseinstellungen zu bewahren. Das Prinzip lautet: Desktop installieren und sofort ohne langwierigen Konfigurationsaufwand loslegen. Dies hat der beliebten Oberfläche in der Vergangenheit aber auch von einigen Seiten Kritik eingebracht.

Dennoch kann man auch an einige Optionen herankommen, die man nicht in den Einstellungsdialogen findet. Mit dem GConf-Editor nehmen Sie die Einstellungen schnell und unkompliziert vor. Das können Sie etwa anhand einiger Nautilus-Optionen nachvollziehen, die Ihnen die Tabelle "Versteckte Optionen für Nautilus" exemplarisch vorstellt.

Versteckte Optionen für Nautilus

Pfad Schlüsselname Bedeutung
/apps/nautilus/desktop *_icon_visible Zeigt/versteckt das Icon für den Computer, den persönlichen Ordner, das Netzwerk und den Papierkorb auf dem Desktop.
/apps/nautilus/desktop volumes_visible Zeigt/versteckt Medien wie Wechselfestplatten oder CD/DVD-Laufwerke auf dem Desktop.
/apps/nautilus/icon_view captions Symbolunterschriften für die Symbolansicht und den Desktop. Gültige Werte sind unter anderem size, type, owner und group.
/apps/nautilus/icon_view thumbnail_size Größe für Vorschaubilder in Punkt (pt).
/apps/nautilus/preferences always_use_location_entry Falls aktiviert, immer das Adressfeld statt der Pfadleiste anzeigen.
/apps/nautilus/preferences desktop_is_home_dir Falls aktiviert, verwendet Nautilus den persönlichen Ordner als Desktop.
/apps/nautilus/preferences directory_limit Bei Verzeichnissen mit vielen Dateien können Sie die Anzahl der anzuzeigenden Dateien einschränken.
/apps/nautilus/preferences show_desktop Legt fest, ob Nautilus den Desktop darstellt oder nicht, also die Symbole anzeigt oder versteckt.

Fazit

Skripting mit GConf lässt sich sehr einfach realisieren. Mit simplen Bash- und Python-Skripten erledigen Sie tägliche Aufgaben per Knopfdruck. Viele versteckte Einstellungen aktivieren Sie bequem mit ein paar Zeilen Code. In Verbindung mit einem kleinen grafischen Dialog, den Sie etwa mit Zenity [4] erstellen, lassen sich die versteckten Optionen komfortabel ein- oder ausschalten. Vielleicht hat Ihnen dieser Artikel ja Appetit für Ihre eigenen kleinen Skripte gemacht – die Möglichkeiten, die GConf bietet, sind praktisch unbegrenzt.

Glossar

Registry

Konfigurationsdatenbank der Microsoft-Betriebssysteme zur Verwaltung aller Dienste und zentralen Ablage der Einstellungen.

Schemas

Die Schemas enthalten Meta-Informationen sowie eine Standardeinstellung für einen Schlüssel in der GConf-Konfiguration. Somit kann der Systemadministrator Vorgabewerte für Programme festlegen.

Infos

[1] GConf: http://www.gnome.org/projects/gconf/

[2] Gnome: http://www.gnome.org

[3] Python: http://www.python.org

[4] Zenity im Gnome-Wiki: http://live.gnome.org/Zenity/

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Versteckte Gnome-Einstellungen nutzen
    "Sag mir, wo die Optionen sind, wo sind sie geblieben?", fragt sich mancher Gnome-Nutzer frei nach Marlene Dietrich. Die meisten finden sich, gut versteckt, im Gconf-Editor.
  • Alles neu macht der Mai
    Am 1. Mai soll die lang erwartete Version 2.0 der GNOME-Desktopumgebung erscheinen - wir zeigen Ihnen, was Sie erwartet.
  • Frühjahrsputz
    Mit einem gründlich überarbeiteten Desktop will Ubuntu 10.04 die Gunst der Anwender gewinnen – und mit neuen Cloud-Diensten Geld in die Kassen Canonicals spülen.
  • Tipps und Tricks zu Gnome
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor.
  • Gnome-Dateimanager im neuen Gewand
    Die Versionsnummer 2.6 scheint ein Garant für Änderungen zu sein. Besonders viel Neues wartet auf Anwender von Nautilus, bei dem sich nicht nur im Hintergrund, sondern auch optisch viel getan hat.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...