Blogs sind hipp, in und zweifellos ein Massenphänomen. Binnen weniger Jahre mauserten sich die schlichten HTML-Tagebücher zu teilweise journalistisch anspruchsvollen Nachrichtenseiten. Mittlerweile gibt es kaum ein Thema, zu dem kein Blog existiert: Man erfährt, was einen Supermarktbetreiber tagtäglich umtreibt [1], bleibt im Bestattungswesen auf dem Laufenden [2] oder taucht als Mann kopfschüttelnd in die Welt der Frauen ein [3]. Auch renommierte Firmen lassen ihre Mitarbeiter werbewirksam bloggen [4].
All diese Vorlagen machen schnell Lust darauf, ein eigenes Blog zu betreiben. Wer über eigenen Webspace verfügt oder ohnehin schon eine Webseite betreibt, kann diese um ein eigenes Blog-System bereichern und es den eigenen Wünschen anpassen. Aber den Neuling quält die Frage: "Welches Blog nehmen?".
Historismus
Die ersten Blogs bestanden aus einfachen HTML-Seiten, deren Organisation sich bei Vollzeitbloggern jedoch schnell zu einer aufwendigen Frickelei auswuchs. Heute tippen Sie neue Beiträge einfach in einen komfortablen Editor, die Blog-Systeme kümmern sich dann um die Formatierung, Verwaltung und Darstellung der Seiten.
Zu den zwei beliebtesten Blog-Systemen zählen derzeit Wordpress [5] und Movable Type [6]. Letzteres gibt es erst seit der Version 4.0 wieder in einer kostenfreien Variante (Movable Type Open Source, kurz MTOS). Greifen Sie zu dieser GPL-Variante, muss Ihnen bei Problemen ein öffentliches Forum genügen; gleiches gilt für Benutzer von Wordpress. Zahlenden Kunden bietet MTOS-Hersteller Six Apart auch kommerzielle Lizenzen sowie Support an.
Grundausstattung
Kern eines jeden Weblogs sind die kurzen, knackigen und möglichst aktuellen Beiträge. Wordpress nennt diese Textfetzen Artikel, Movable Type hingegen Einträge. Um bei vielen Beiträgen die Übersicht zu wahren, dürfen Sie diese bei beiden Blog-Systemen in Kategorien thematisch zusammenfassen. Zusätzlich helfen Schlagwörter ("Tags" bei Movable Type) beim schnellen Auffinden von verwandten Beiträgen – vorausgesetzt, Sie haben die entsprechenden Begriffe beim Anlegen eines neuen Artikels eingetippt. Auf Wunsch stellen beide Blog-Systeme die Schlagwörter als Wolke ("Tag Cloud") dar, in der häufig vorkommende Stichworte in einer größeren Schrift erscheinen.
Ältere Einträge rutschen am unteren Rand des Blogs in ein Archiv. Für bestimmte Unterseiten – wie das obligatorische Impressum in Deutschland – wäre dies jedoch fatal. Aus diesem Grund kennen beide Systeme noch so genannte statische, also unveränderliche Seiten.


