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Außer Haus

Sechs Online-Bürosuiten im Vergleich

Online-Offices versprechen die Möglichkeit zum unbeschränkten Arbeiten und Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg. Doch das klappt nicht mit allen Vertretern dieser Gattung.

Dezentrales Arbeiten, Heimarbeitsplätze und global agierende Unternehmen sind heute alltäglich. Doch auch der Ruf nach Teamarbeit lässt sich noch immer deutlich vernehmen. Da stellt sich vielen Arbeitsgruppen die Frage, wie man eine Zusammenarbeit über große Entfernungen oder gar Kontinente hinweg realisiert. Eine Möglichkeit stellen Online-Offices dar.

Neben kollaborativen Fähigkeiten bieten die Büroanwendungen im Netz einen großen Vorteil: Man kann die Anwendungen einfach per Anmeldung ganz ohne Installation nutzen. Neben den Bürosuiten im Internet gibt es auch noch so genannte Online-Desktops. Die bieten nicht nur vorinstallierte Anwendungen und die Möglichkeit der Zusammenarbeit, sondern lassen sich zumeist noch um weitere Programme erweitern.

Die Internetbüros haben 24 Stunden am Tag geöffnet und können zumeist kostenlos genutzt werden – bei einigen Vertretern jedoch nur mit abgespeckten Funktionsumfang oder anderen Limitierungen. Für unbeschränktes Arbeiten verlangt der jeweilige Anbieter dann Bares. Bei den meisten Angeboten gilt es zu Bedenken: Klar und deutlich signalisiert das kleine Wörtchen "Beta" im Namen den Status einer sich in Entwicklung befindlichen Anwendung. Im Alltag kommt das ganz unterschiedlich zum Tragen, wie Sie im Folgenden lesen. Während einige Anwendungen nahezu vollständig und fehlerlos daherkommen, hapert es bei anderen noch mächtig.

Die Testumgebung

Wir testeten sieben verschiedene Ansätze zur Online-Büroarbeit. Zu den Vertretern der reinen Online-Offices zählen die Webanwendung des Suchmaschinenanbieters Google (Google Docs, deutsch: "Text & Tabellen") sowie die Anwendungen Ajax13, Zoho und Thinkfree Office. Aus der Kategorie Online-Desktops haben wir uns Ulteo geschnappt. Weder in die eine noch in die andere Schublade passen die Angebote von Adobe und Microsoft.

Für den Test präparierten wir je ein Textdokument, eine Tabelle und eine Präsentation sowohl im freien als auch im proprietären Format. Alle waren nicht übermäßig komplex und sollten zeigen, ob die Anwendungen mit alltäglichen Herausforderungen zurechtkommen. Wir verzichteten auf Makro-Funktionen, multimediale Inhalte oder andere, eher spezielle Bestandteile. Wir testen die grundlegenden Funktionen und legten dabei unseren Schwerpunkt auf Benutzbarkeit und Übersichtlichkeit. Als Testsysteme kamen zwei technisch durchschnittliche Rechner mit Ubuntu 8.04 mit den Browsern Firefox, Konqueror, Galeon und Opera zum Einsatz.

Zoho.com

Zoho.com [1] überrascht mit einer Fülle an Anwendungen. Neben dem Office-Bundle aus Textverarbeitung ("Writer"), Tabellenkalkulation ("Sheet") und Online-Präsentationssoftware ("Show") wartet Zoho mit einer reichhaltigen Auswahl anderer Programme auf, die sich anschicken, das Leben von Web-Nutzern angenehmer zu machen. Darunter fallen unter anderem ein Notizbuch, ein Programm zum Bauen von Webapplikationen, ein Organisationstool, eine Datenbankanwendung, ein Projektmanager und eine Finanzverwaltung. Die Arbeit mit allen Applikationen geht erstaunlich flüssig von der Hand, sodass man kaum bemerkt, dass man auf einem weit entfernten Server arbeitet. Zudem lassen sich erstellte Dokumente mit einem Mausklick aus den Anwendungen heraus veröffentlichen und anderen zugänglich machen.

Zoho Writer hinterlässt auf den ersten Blick einen sehr gelungenen Eindruck. Zum einen hat der Anbieter das Programm zu großen Teilen lokalisiert, zum anderen steht es in seiner Funktionsvielfalt einer einfachen Desktop-Textverarbeitung in nichts nach. Das Programm kommt mit Fuß- und Kopfzeilen klar, beherrscht mehrere Formatvorlagen, erlaubt das parallele Bearbeiten mehrerer Dokumente und bringt für viele Sprachen eine Rechtschreibprüfung mit. Zudem kann es mit Inhaltsverzeichnissen umgehen und bringt einen integrierten Formeleditor sowie eine Thesaurus-Funktion mit.

Bilder lassen sich recht genau positionieren. Auch die Tatsache, dass der Anwender die Eigenschaften von Tabellen weitgehend selbst bestimmen kann, fällt positiv auf. Beim Import der Open-Document-Testdatei hatte Zoho Writer nur mit der Position des Bildes und mit den Seitenrändern Probleme. Das Bild ließ sich im Nachhinein zwar noch verschieben, allerdings konnten wir den Text anschließend nicht dazu bewegen, neben dem Bild zu laufen. Beim Import des MS-Office-Texts rückten sowohl das Bild als auch die Bildunterschrift an eine andere Position. Allerdings stimmten hier noch die Seitenränder (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ungewohnt: Die Bedienoberfläche von Zoho Writer erinnert wenig an herkömmliche Textverarbeitungungen.

Fertige Dokumente exportiert Zoho Writer ins Open-Document- oder Microsoft-Office-Format sowie als PDF, Latex- oder RTF-Datei. Die resultierenden Dokumente entsprachen in den von uns getesteten Formaten bis auf kleinere Verschiebungen in etwa dem, was wir auch in der Online-Anwendung vor Augen hatten.

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Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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