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Tonstudio@home

Aufnehmen, Schneiden und Sampeln am Linux-PC

Mit WineAsio arbeiten

WineAsio ermöglicht es, auf Linux eine Windows-VST-Umgebung in einem Asio-Host zu betreiben. Dazu tragen Sie den WineAsio-Treiber in die Wine-Registry ein. Auf der Kommandozeile erledigen Sie das mit regsvr32 wineasio.dll als User. Beim ersten Aufruf von Wine werden diverse Dateien im Home-Verzeichnis initialisiert .

Mit Winecfg verfügen Sie über ein grafisches Interface, um ein paar Grundeinstellungen zu erledigen: Unter dem Reiter Audio wählen Sie OSS ab und ALSA an. (Abbildung 3). Das benötigen Sie für die Midi-Unterstützung. Es empfiehlt sich auch, unter Grafik | Emuliere einen virtuellen Desktop einzustellen. Dies verhindert, das Dialogfenster hinter dem Hauptfenster einer Applikation verschwinden.

Abbildung 3: Mit Winecfg nehmen Sie bequem die notwendigen Einstellungen an der freien Windows-Emulation Wine vor.

Nun können Sie sofort anfangen, die VST-Umgebung [10] einzurichten. Navigieren Sie in das DVD-Verzeichnis LinuxUser/jacklab-extras/. Entpacken Sie JackLab_WineAsio_Demo.tar.gz in ein temporäres Verzeichnis. Den Ordner VSTplugins kopieren Sie nach /home/Username /.wine/drive_c/ auf die Festplatte. Da es sich bei .wine um ein verstecktes Verzeichnis handelt, wählen Sie in Konqueror im Menü Ansicht den Eintrag Versteckte Dateien anzeigen aus.

Reaper installieren

Aus dem Verzeichnis ASIO-VST_Hosts öffnen Sie reaper1888-install.exe mit Wine. Im Reaper-Installationsprogramm bestätigen Sie einfach die die Voreinstellungen. Achten Sie aber darauf, dass Jack läuft. Ist dies der Fall, bejahen Sie getrost die Frage Start Reaper now?. Die Fehlermeldung nach dem Start dürfen Sie dagegen ignorieren. Wählen Sie unter Options | Preferences den Voreinstellungsdialog. Unter Audio | Device wählen Sie dann ASIO aus (Abbildung 4).

Abbildung 4: Wählen Sie über die Reaper-Voreinstellungen den WineAsio-Treiber aus.

Unter Midi Devices geben Sie ihr Midigerät an. Unter Plugins | VST geben Sie nun den den Pfad C:\VSTplugins ein. Ist alles eingestellt und bestätigt, müsste der Demo-Song starten. Das Erkennen der VST-Plugins klappt allerdings erst nach einem Neustart von Reaper.

Rufen Sie 4-vst-demo.rpp aus dem Verzeichnis Demo_Setups auf. Spielt die Software die Sequenz ohne Probleme ab, dann sind Sie am Ziel: Sie haben nun alle Möglichkeiten eines Windows-VST-Studios – nur ohne Betriebssystem von Microsoft. Im Verzeichnis ASIO-VST_Hosts befindet sich auch ein englischsprachiges Manual zu Reaper [11]. Wer sich einigermaßen mit Sequenzern auskennt, findet sich schnell mit dem Programm zurecht. Bei EnergyXT2 [12] läuft die Installation ähnlich einfach ab: Die energyXT2-install.exe starten, den VST-Pfad einrichten und das Beispielsetup jazzything.xt aufrufen – fertig.

Ardour2-Beispielprojekt

In LinuxUser 07/2007 [13] finden Sie bereits einen kleinen Workshop zu Ardour. Einige Beispieldateien auf der DVD zeigen, was die Software konkret drauf hat. Nachdem Sie Ardour2 gestartet haben, laden Sie über den Reiter Projekt öffnen das Beispielprojekt. Klicken Sie auf das Schaltfeld neben Durchsuchen, navigieren Sie zum Verzeichnis LinuxUser/jacklab-extra/ auf der DVD, entpacken Sie Ardour2-LU-Demo.tar.bz2 und rufen Sie anschließend LU-Demo.ardour auf.

Ardour bietet die Möglichkeit, den momentanen Zustand des Projekts als Schnappschuss festzuhalten. Dahinter verbirgt sich nichts anderes ist als eine weitere Ardour-Datei im Projektverzeichnis. Dies erleichtert den kreativen Umgang mit dem Audiomaterial enorm, da Sie so verschiedene Arrangements Ihres Songs erstellen, ohne bereits gelungene Mixes zu verlieren. Wechseln Sie im Panel rechts von der Leinwand zum Reiter Schnappschüsse. In der Beispieldatei finden Sie außer dem Basisprojekt fünf Schnappschüsse mit aussagekräftigen Namen.

Klicken Sie auf 01: nach Aufnahme, um den Schnappschuss zu laden. Hier sehen Sie die rohe Aufnahme einer Laute. Laden Sie nun Schnappschuss 02: normalisiert u. kleine Korrektur (Abbildung 5). Hier wurden Anfang und Ende der neuen Region getrimmt, so dass unnötige Stille und Nebengeräusche rausfallen.

Abbildung 5: Kleine Korrekturen nach der Aufnahme erledigen Sie elegant mit Ardour2.

Wenn Sie die etwas zu lange Pause gleich am Anfang nach etwa zwei Takten stört, dann entfernen Sie die wie folgt: Zoomen Sie mit [Strg]+[Mausrad] an die Stelle heran, bringen Sie den Mauszeiger über die Stelle (kurz vor dem nächsten Anschlag), und trennen Sie die Region mittels [S] in zwei Teile auf. Jetzt schieben Sie die zweite Region um ein Stück nach links, hören sich das Ergebnis an und korrigieren es bei Bedarf.

An der sich überlappenden Stelle entsteht ein weicher Übergang ("Crossfade"), den Sie über das Kontextmenü mit Crossfade | Bearbeiten nachjustieren. Alternativ böte sich an dieser Stelle auch eine schnelle Kurve an (Optionen | Crossfades | Kurz).

Der Schnappschuss 03: Effekte demonstriert den Umgang mit Effekten. Mittels [Alt]+[M] öffnen Sie das Mixerfenster. Vor und nach dem Fader befinden sich leere Flächen, in die Sie die LADSPA-Effekte sowie Send- und Insert-Wege (ähnlich einem Hardware-Mischpult) einfügen. Per Kontextmenü erreichen Sie alle Funktionen, frisch eingefügte Plugins sind erstmal stumm ("Bypass"). Sie aktivieren diese gleich beim Einsetzen oder durch einen Doppelklick auf den Namen im Plugin-Editor.

Um den Schnappschuss 02 zu exportieren, wählen Sie im Menü Projekt | Exportieren | Projekt als Audiodatei exportieren aus. Das Feld rechts im Dialog enthält eine Matrix. Hier aktivieren Sie Links für master: out-1 und Rechts für master: out-2 (Abbildung 6). Mit Durchsuchen wählen Sie noch Speicherort und Dateinamen, ein Klick auf Exportieren löst die Funktion aus. Eine Tabelle mit allen Tastaturkürzeln und Mausaktionen findet sich im Ardour-Handbuch [14]. Außerdem gibt es im JackLab-Wiki ein ergänzendes Tutorial. [19]

Abbildung 6: Vergessen Sie beim Exportieren aus Ardour2 nicht das Häkchen bei Master Out.

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LinuxUser 06/2012

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