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Pinguin-Trio

Drei vorinstallierte Linux-Desktops

LinuXPC

Shuttle LinuXPC SD3002Q/W

Unter dem Brand LinuXPC vertreibt der Mini-PC-Hersteller Shuttle seit Herbst 2007 ein XPC-Modell mit vorinstalliertem OpenSuse 10.2 oder mit dem Suse Linux Enterprise Desktop 10 (SLED). Das Q-Modell mit OpenSuse (SD3002Q) kostet rund 480 Euro, für die SLED-Variante (SD3002W) verlangt Shuttle 530 Euro.

Beim XPC lassen sich ähnliche Mängel feststellen wie beim Dell Inspiron: Das mitgelieferte Betriebssystem unterstützt Teile der Hardware nicht oder zumindest nicht optimal. So hat Shuttle etwa im BIOS das Suspend-to-RAM zugunsten des Stand-By-Modus deaktiviert, da weder OpenSuse 10.2 noch SLED erfolgreich aus dem Suspend aufwachen. Unter OpenSuse 10.2 funktioniert immerhin der Stand-By-Modus, beim SLED ließ er sich nicht aktivieren. Nicht viel besser sieht es mit der Grafik aus: Beide Suse-Varianten nutzen noch den alten i810-Treiber für die Intel-Grafik, damit lassen sich jedoch über den DVI-Ausgang keine höheren Auflösungen als 1024x786 einstellen. Über den VGA-Ausgang tritt dieses Problem nicht auf. Nutzen Sie die 64-Bit-Version von OpenSuse, arbeitet das System zudem nicht im 3D-Modus – das gilt auch für OpenSuse 10.3 und aktuelle Ubuntu-Versionen.

Nicht nachvollziehen konnten wir das Partitionslayout des XPC: Shuttle richtete auf der 250 GByte großen Festplatte eine 7,5 GByte große Root-Partition sowie eine 60 GByte große erweiterte Partition ein, auf der sich als logische Partition /home und der Swap-Bereich befinden. Der unpartitionierte Platz lässt sich somit nur noch in zwei primäre Partitionen einteilen, weitere logische sind nicht mehr möglich. Linux-Profis stört dieser Umstand wohl weniger; Einsteiger dürften sich aber wundern, warum Sie nur einen Bruchteil der 250 GByte nutzen können.

Der Shuttle-Rechner arbeitet leise, eignet sich jedoch wegen des DVD-Brenners von NEC nicht als Wohnzimmer-PC. Das Laufwerk macht einen höllischen Lärm und lässt sich mit Linux-Tools nicht heruntertakten. Um einen DVD-Film wirklich genießen zu können, müssen Sie somit eine sehr laute HiFi-Anlage besitzen.

Trotz dieser Probleme lässt sich der SD3002W als Linux-tauglich empfehlen. Mit aktuellen Distributionen funktioniert Suspend-to-RAM problemlos, die Schwierigkeiten mit dem DVI-Ausgang treten unter Ubuntu 7.04 und OpenSuse 10.3 ebenfalls nicht mehr auf. Auch die 7.1-Soundausgabe klappt bei aktuellen Distributionen auf Anhieb (Abbildung 4). Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 15 Watt rechtfertigt sich über die Jahre auch der Preis. Setzen Sie nicht auf eine Celeron-CPU, sondern geben zusätzlich rund 100 Euro für eine Intel-Core2-Duo-Prozessor aus, verwandelt sich der Mini-PC in einen echten Kraftprotz: Das Testsystem brauchte lediglich 38 Minuten, um die Kernelquellen von Ubuntu 7.04 zu übersetzen.

Abbildung 4: Über das Gnome-Mischpult lassen sich sämtliche Kanäle der 7.1-Soundausgabe separat steuern.

Fazit

Trotz einiger Mängel beim mitgelieferten Betriebssystem stellen Dell und Shuttle zwei Rechner bereit, die mit den allerneuesten Linux-Distributionen problemlos zusammenarbeiten. Von einem perfekt vorkonfigurierten System kann aber in beiden Fällen nicht die Rede sein. Besser sieht es beim Esprimo P2511 von Lincomp aus: Hier gibt es nach dem Anschalten und Durchklicken des OEM-Wizards eigentlich nichts mehr zu tun.

Übersicht

Modell

Insprion 530

Lincomp Esprimo Edition P2511

LinuXPC SD3002Q/W

Hersteller Dell Fujitsu-Siemens Shuttle
CPU Intel Core Duo E2140 Intel Celeron 420 Intel Core 2 Duo E4400
Takfrequenz 1,6 GHz 1,6 GHz 2,0 GHz
RAM 512 MByte 512 MByte 1024 MByte
Festplatte Seagate ST3160815AS, 160 GByte SATA Western Digital WD800JD-55MU, 80 GByte SATA SAMSUNG SP2504C, 250 GByte SATA
CD/DVD Lite-On DH-16W1S, DVD+/-RW, SATA Lite-On DH-16D1S, DVD-ROM, SATA Sony/NEC AD-7170A, DVD+/-RW, IDE
Steckplätze 4 x RAM (1 belegt), 4 x SATA (2 belegt), 1 x 64-Bit PCI-E (belegt), 1 x 16-Bit PCI-E, 2 x PCI 2 x RAM ( 1 belegt) 3 x SATA (2 belegt), 1 x PCI-E, 1 x PCI 2 x RAM (2 belegt), 2 x SATA (1 belegt), 1 x IDE, 1 x PCI-E (64-Bit, belegt), 1 x PCI
Anschlüsse (Front) 4 x USB 2.0, Kopfhörer, Mikrofon, 8 in 1 Kartenleser 2 x USB 2.0, Kopfhörer, Mikrofon 2 x USB 2.0, 1 x Firewire 400 Mini
Anschlüsse (Rückseite) 4 x USB 2.0, 7.1-Sound, Fast-Ethernet, VGA 6 x USB 2.0, Kopfhörer, Mikro, Line-In, 1 x seriell, VGA, Fast-Ethernet 4 x USB 2.0, 1 x Firewire 400, Maus und Tastatur (PS/2), 7.1-Sound, VGA, DVI, 1 x seriell, Gigabit-Ethernet
Grafikkarte Nvidia Geforce 8300 GS 128 MByte, Intel G33 (onboard, shared memory) Intel GM950 (shared memory) Intel 945G (shared memory)

Linux-Unterstützung

Installiertes Betriebssystem Ubuntu 7.04 Ubuntu 7.04 OpenSuse 10.2 (Q) / Suse Linux Enterprise Desktop 10 mit SP1 (W)
3D-Support X X X
Suspend (Disk/Ram/Standby) X / X / 0 X / X / 0 X / * / X
Cardreader X (alle gängigen Formate) 0 0
Speedstep X 0 X
Stromverbrauch (Max./Typ./Susp./Aus) 130W / 80W / 12W / 12W 90W / 70W / 11W / 11W 80W / 15W / 15W / 2W

Preis und Support

Support nur gegen Aufpreis nur gegen Aufpreis
Garantie 12 Monate, bis 5 Jahre gegen Aufpreis 12 Monate 24 Monate
Bezugsquelle http://dell.de/ubuntu https://de.lincomp.eu/ http://sys.eu.shuttle.com/home.jsf
Preis ca. ab 360 Euro (ohne Monitor) 365 Euro ab 480 Euro (Testkonfiguration: 750 Euro)

X = Linux-kompatibel, 0=Nicht vorhanden * = vorhanden, aber nicht unterstützt

Infos

[1] Dells Ubuntu-Images: http://linux.dell.com/dru/images/

[2] Lincomp: https://de.lincomp.eu

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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LinuxUser 06/2012

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