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Linux für die Hosentasche

Linux auf dem USB-Stick

Debian-basiertes Pendrive Linux installieren

Die Pendrive-Seite [2] zeigt nicht nur ausführlich, wie Sie zahlreiche Distributionen auf USB-Sticks installieren: Die Site-Betreiber bieten auch eine sehr empfehlenswerte Distribution namens Pendrive Linux an (Abbildung 5), die auf Debian Etch basiert. Wir zeigen, wie Sie auch dieses Debian-Derivat auf den USB-Speicher spielen – und gehen wieder davon aus, dass Linux den Stick über die Gerätedatei /dev/sdb anspricht.

Abbildung 5: Pendrive Linux nimmt nicht den gesamten Platz des 2 GByte großen USB-Sticks aus dem Test ein. Daher verwandeln Sie die zweite Partition in einen Datenspeicher.

Zunächst überschreiben Sie den kompletten Stick mit Nullen aus /dev/zero wie oben beschrieben. Eine Partition mit Dateisystem legen Sie nicht an. Stattdessen brauchen Sie die Image-Datei von Pendrive Linux, die Sie von der Heft-DVD holen. Über

# dd if=pendrivelinux.img of=/dev/sdb

spielen Sie das Image auf den Stick, das bereits den Bootloader, die Partition und das Dateisystem mitbringt. Achten Sie auch hier darauf, die richtige Gerätedatei anzugeben. Nun können Sie bereits vom Stick booten: Allerdings verbraucht das Image lediglich um die 400 MByte. Es bleibt meist noch reichlich Platz, den Sie nun in eine Datenpartition verwandeln.

Starten Sie dazu Fdisk über fdisk /dev/sdb. Sie steuern das Programm über Tastenkürzel: Mit [N] legen Sie zunächst eine neue Partition an, die Sie über [P] in eine primäre Partition verwandeln. Da Pendrive Linux selbst die erste Partition belegt, drücken Sie [2], um eine zweite Partition für den freien Platz anzulegen. Akzeptieren Sie dann die vorgegebenen Werte für den Anfangs- und den Endzylinder der Partition jeweils über [Eingabe]. Tippen Sie [W], um die Partitionstabelle zu schreiben. Anschließend hängen Sie den Stick mit Root-Rechten über umount /media/pdlinux aus dem Dateisystem aus, ziehen ihn aus dem USB-Port und stecken ihn anschließend wieder ein. Im zweiten Schritt legen Sie für die eben erschaffene zweite Partition (/dev/sdb2) ein Dateisystem an, das Ext2, Ext3, ReiserFS heißen darf:

# mkfs.ext2 -b 4096 -L Daten /dev/sdb2

Versuche, eine VFAT-Partition zu erstellen, scheiterten im Test. Bei einem Neustart geben Sie statt live einfach usb ein, damit Pendrive Linux die Daten auf dem Stick speichert. Ein chown -R user:user /media/Daten sorgt dafür, dass Sie nach dem Booten auch auf die Datenpartition schreiben können.

Multimedia für unterwegs

Neben Pendrive Linux und DSL gibt es auch spezialisierte Distributionen wie Geexbox, die einem bestimmten Zweck dienen. Geexbox bootet lediglich einen MPlayer, der es ermöglicht, Bilder, Filme und DVDs auf beliebigen Rechnern anzusehen, ohne dass dort ein Player installiert sein muss.

Um die nur knapp 7 MByte kleine Distribution auf so einen Stick zu spielen, laden Sie zunächst das aktuellste ISO-Image von der Webseite [3] herunter und brennen es als Datei-Image auf eine handelsübliche CD – K3b kann so etwas beispielsweise. Dann booten Sie den Rechner mit dem Brenner von dieser CD (dazu müssen Sie natürlich die Bootreihenfolge im BIOS ändern) und drücken rasch [F1], sobald der Eingabe-Cursor auftaucht. So gelangen Sie zum Bootprompt.

Stöpseln Sie den USB-Stick in den Rechner, geben Sie install ein und drücken Sie [Eingabe]. Geexbox bootet und lädt ein Kommandozeileninterface, das Ihnen verschiedene Fragen stellt. Zunächst geben Sie Ihre Tastaturbelegung an, im deutschsprachigen Raum gilt [qwertz]. Dann zeigt Ihnen der Geexbox-Installer Gerätedateien an, und Sie wählen Ihren USB-Stick aus. Geben Sie hier die falsche Gerätedatei an, überschreibt der Installer (später) womöglich Ihre reguläre Festplatte.

Im nächsten Schritt wählen Sie Grub als Bootloader, anschließend startet der Installer Cfdisk zum Partitionieren der Festplatte. Über das Menü unten löschen Sie mit [Delete] vorhandene Partitionen. Über [New] | [Primary] legen Sie eine neue primäre Partition an und geben dann bei [Size (in MB)] die gewünschte Größe ein. Über [Type] bestimmen Sie das Dateisystem ([83] für Linux – kein FAT32, damit kommt Geexbox nicht klar) und machen die Partition zum Schluss über [Bootable] ausführbar. Der Menüpunkt [Write] schreibt die fertige Partitionstabelle, über [Quit] verlassen Sie das Programm.

Nun folgen noch weitere Fragen. Der Installer will wissen, wohin Sie Geexbox installieren möchten. Geben Sie hier wieder den Pfad zum USB-Stick an, etwa /dev/sdb1. Ein erneutes Partitionieren lehnen Sie über [No] ab. Bejahen Sie die nächste Frage, konfigurieren Sie die Netzwerkeinstellungen. Das müssen Sie nur, wenn Sie auf Ressourcen im lokalen Netzwerk oder im Internet zugreifen wollen. Dann fragt der Installer nach der Bildschirmauflösung: [1024x768] dürfte eine gute Wahl sein. Als Farbtiefe wählen Sie am besten [24 Bit], als Sprache [de] [de] im deutschen Sprachraum.

Verwenden Sie eine Fernbedienung oder einen DVB-Receiver, geben Sie in den nächsten beiden Menüs jeweils das passende Modell an. Sie steuern Mplayer dann mit einer Fernbedienung oder sehen über die Geexbox fern – genaueres verrät die Dokumentation auf der Webseite [4]. Abschließend fragt der Installer noch, ob er einen Bootsplash einrichten soll, dann installiert sich die Distribution auf den USB-Stick.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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LinuxUser 06/2012

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