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Heimstudio

LMMS 0.3.0

01.12.2007 Das Linux Multimedia Studio kann sich durchaus mit kommerziellen Alternativen messen, auch wenn davon nur wenig auf den ersten Blick zu erkennen ist. Wir schauen genauer hin.

Wer Musik mit Hilfe eines Computers einspielen möchte, greift eher nicht zuerst zum Linux-PC – professionelle Produkte gibt es vor allem für die Plattformen Windows und Mac OS. Doch mit dem Linux Multimedia Studio (LMMS, [1]) existiert für die digitale Musikproduktion eine echte Open-Source-Alternative zu den kommerziellen Anwendungen. Das Programm vereint verschiedene MIDI-Sequencer mit digitalen Klangerzeugern und LADSPA- sowie VST-Effekten. Bislang hinkte LMMS der Windows- und Mac-Konkurrenz deutlich hinterher, insbesondere in Hinsicht auf Funktionsumfang und Stabilität. Jetzt unternimmt das Projekt mit der Version 0.3.0 einen neuen Anlauf auf dem Linux-Desktop und verspricht, genau diese Schwächen auszubügeln.

Installation

Bei einigen Distributionen gehört LMMS bereits zum Lieferumfang: Etwa beim neuen Debian "Lenny", dem ebenfalls jungen Ubuntu "Gutsy" (apt-get install lmms) sowie den OpenSuse-Versionen der 10er-Serie, wo Sie das Programm über das Packman-Repository [2] erreichen.

Wer nicht mit diesen Distributionen arbeitet, übersetzt LMMS 0.3.0 aus den Quellen [3] und richtet das Programm mit Administratorenrechten über configure, make und make install ein. Voraussetzung sind ein funktionierender C-Compiler, die Bibliothek libc6-dev sowie aktuelle Entwicklerversionen von Qt3 oder Qt4.

Nach der Installation starten Sie LMMS wahlweise aus der Konsole über lmms oder – falls vorhanden – über den entsprechenden Eintrag in der Programm-Rubrik Multimedia. Sollte sich bei Ihnen dann aber eine Vorversion von LMMS melden, müssen Sie diese erst deinstallieren und dann die Einrichtung der aktuellen Version wiederholen.

Echo, Reverb, Flanger & Co

Eine der Neuheiten von LMMS in der Version 0.3.0 stellt die Unterstützung von Plugins dar. Damit ist es jetzt möglich, alle Instrumenten- und Sample-Spuren mit Effekten auszustatten. Dafür können Sie sowohl vorhandene LADSPA- und VST-Effekte wie auch LMMS-eigene Effekt-Plugins nutzen. Allerdings steht an Bordeffekten derzeit nur einer zur Verfügung, ein Bass-Booster-Plugin.

Damit Sie nicht erst etliche LADSPA-Effekte herunterladen und installieren müssen, bringt LMMS eine ganze Reihe von wichtigen Standard-Plugins in Form der LADSPA-Bibliothek CAPS (C* Audio Plugin Suite) mit. Um diese Effekte zu nutzen, geben Sie bei Einstellungen | Einstellungsdialog anzeigen im Reiter Verzeichnisse zunächst den Pfad zu diesen Effekten an. Möchten Sie außerdem vorhandene VST-Effekte nutzen, müssen Sie hier auch diesen Pfad eintragen. Moderne Distributionen beinhalten zusätzliche Sammlungen wie fil-plugins, swh-plugins oder tap-plugins, die Sie über Ihren Paketmanager einrichten.

Um nun einer MIDI-Spur einen dieser Effekte hinzuzufügen, klicken Sie im Song-Editor auf den Instrumenten-Eintrag, zum Beispiel TripleOscillator, und dann auf den kleinen Reiter FX. Dort finden Sie unter dem Titel Effekt-Kette eine noch leere Liste vor. Klicken Sie unter der Liste auf Hinzufügen, um den Effektauswähler-Dialog zu öffnen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schon von Haus aus bringen Linux-Distributionen zahlreiche Effekt-Plugins mit, die Sie im LMMS für Ihre Instrumentenspuren verwenden können.

Nach der Auswahl eines Effekts per Doppelklick oder über die Schaltfläche Hinzufügen erscheint das Plugin nun einsatzbereit in der Effekt-Kette. Die meisten Effekte besitzen veränderbare Parameter, die Sie entweder direkt oder per Klick auf Regler in einem Extra-Fenster erreichen. Interessant ist die Option Im Automations-Editor öffnen, die Sie per Rechtsklick auf einen Regler aktivieren. In dem Editor zeichnen Sie mit der Maus eine Kurve, die die Regler anschließend wie von Zauberhand steuert.

Fügen Sie über diesen Weg nach Belieben weitere Effekte hinzu, die Sie in der Spur einfach in Reihe schalten. Um diese Kette anschließend zu aktivieren, klicken Sie auf das kleine LED-Symbol neben dem Eintrag Effekt-Kette. Möchten Sie die Effekte testen, nutzen Sie unterhalb des Fensters die kleine Klaviatur.

Für Sample-Spuren gestaltet sich die Auswahl von Effekten ähnlich. Allerdings entfällt der FX-Reiter zugunsten eines Buttons mit Lautsprecher-Symbol, der sich links neben der Spurenbeschriftung befindet. Ein Klick darauf öffnet die bereits bekannte Effekt-Kette.

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LinuxUser 03/2012

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