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Geräteschuppen

Udev & Co.

Mounten oder Skripten?

Wie die Tabelle "Udev: Konstanten und Variablen" zeigt, definieren Sie über RUN bei Bedarf ein auszuführendes Programm in der Regel. Wollen Sie das Gerät /dev/backup in einem Rutsch nach /media/backup mounten, erweitern Sie die Regel zum Beispiel so:

SUBSYSTEM=="block", SYSFS{idProduct}=="2338", SYSFS{idVendor}=="152d", NAME="backup", RUN+="/bin/mount /dev/backup /media/backup"

Achten Sie darauf, den vollständigen Pfad zum Programm (hier: /bin/mount) anzugeben. Den Einhängepunkt /media/backup legen Sie vorher mit Root-Rechten und dem Kommando mkdir an:

$ mkdir /media/backup

Danach können Sie das Backup-Programm von Hand starten. Alternativ erstellen Sie für das Gerät einen entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/fstab[2], der beispielsweise so aussehen könnte:

/dev/backup /media/backup ext3 users,atime,noauto,rw,nodev,exec,nosuid 0 0

In diesem Fall integrieren Sie die Mount-Anweisung direkt ins Backup-Skript, sodass die externe Platte vor der Datensicherung eingehängt wird. In der Udev-Regel ersetzen Sie "/bin/mount ... dann durch den Pfad zum Backup-Skript:

…, RUN+="/home/huhn/bin/sicherung.sh"

Kampf dem Netzwerkkarten-Chaos

Enthält der Rechner eine einzige Ethernet-Karte, heißt diese (nach der Einrichtung) in der Regel eth0. Wandert eine zweite Karte, zum Beispiel ein WLAN-Gerät, in die Maschine, heißt diese (abhängig vom Treiber) eventuell ath0 oder eth1. Möchten Sie, dass die Netzwerkkarten immer denselben Namen erhalten, erstellen Sie eine entsprechende Regel. Anstelle von idProduct oder idVendor geben Sie hier hinter SYSFS{address} die MAC-Adresse der Netzwerkkarte an. Diese finden Sie über den Befehl ifconfig heraus:

$ /sbin/ifconfig
eth0  Protokoll:Ethernet  Hardware Adresse 00:10:A7:21:36:7C
…
ath0  Protokoll:Ethernet  Hardware Adresse 00:00:C0:77:D8:F5
…

Die entsprechenden Regeln könnten anschließend so aussehen, wie in Listing 3 zu sehen.

Listing 3
KERNEL=="eth*", SYSFS{address}=="00:10:A7:21:36:7C", NAME="eth0"
KERNEL=="eth*", SYSFS{address}=="00:00:C0:77:D8:F5", NAME="wlan0"

Glossar

Devfs

Der Vorgänger von Udev. Das Device-Filesystem verwaltete bis Kernel 2.4 die Dateien im Verzeichnis /dev. Zu den Aufgaben gehörte unter anderem das Erstellen und Löschen der Gerätedateien von Wechselmedien. Darüber hinaus war Devfs für die Rechteverwaltung zuständig und regelte damit den Zugriff der Benutzer auf die Geräte.

Hotplug

Das Hotplug-System steuert die Initialisierung von Hardware. Das gilt nicht nur für während des Bootens gefundene Hardware, sondern auch für Geräte, die während der Laufzeit hinzugefügt und entfernt werden.

Userspace

Bereich des Arbeitsspeichers, der für Benutzeranwendungen reserviert ist (also für Programme und Daten, die nichts direkt mit dem Kernel zu tun haben).

HAL

Hardware Abstraction Layer; der HAL-Daemon stellt Informationen (zum Beispiel Treiberinformationen, Laufwerkstypen und so weiter) über alle verfügbaren Geräte für die Programme zur Verfügung.

Infos

[1] Udev-Homepage: http://www.kernel.org/pub/linux/utils/kernel/hotplug/udev.html

[2] Mount und Fstab: Heike Jurzik, "Ganz schön anhänglich", LinuxUser 05/2006, S. 94, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/05/094-zubefehl/

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Kommentare
udev und die MAC-Adressen
netwalker (unangemeldet), Sonntag, 15. Februar 2009 22:08:26
Ein/Ausklappen

Netter, hilfreicher Beitrag.

Leider werd ich aus Listing 3 nicht schlau:
Da sind die Buchstaben der MAC-Adressen in Grossbuchstaben
angegeben. Andere seiten weisen ausdrücklich auf Kleinbuchstaben hin. Was gilt denn nun? ist das evtl. Versions-abhängig?

Gruss
Netwalker


Bewertung: 199 Punkte bei 18 Stimmen.
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Re: udev und die MAC-Adressen
Dude (unangemeldet), Donnerstag, 16. Juli 2009 12:03:01
Ein/Ausklappen

Ist egal. Wird so oder so in Großbuchstaben konvertiert.


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