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Frisch serviert

Alte Hardware als Server weiterverwenden

Warum Ihren ausgemusterten PC im Wertstoffhof entsorgen? Richten Sie ihn besser als kleinen Server ein, der die wichtigsten Dienste im Heimnetz offeriert.

Familie Meier hat Zuwachs bekommen: Der neue High-End-Rechner soll zukünftig die zahlreichen Spiele von Sohn Peter beschleunigen. Dessen alte Kiste wandert jedoch nicht gleich auf den Elektroschrott, sondern in die hauseigene Abstellkammer. Dort soll sie dem väterlichen Linux-System als Backup-Rechner dienen – der letzte Festplattencrash hinterließ doch zu schmerzliche Erinnerungen. Da der Hausherr sowieso schon ein paar Strippen durch den Hausflur zieht, stöpselt er kurzerhand noch den Windows-Computer von Sohn Peter ein. Dieser erhält nicht nur ein eigenes Backup-Verzeichnis auf dem Server, er darf ab sofort auch den bislang nur mäßig genutzten Tintenstrahldrucker mit seinen Hausaufgaben belasten. Um die Ausdrucke nicht immer im väterlichen Arbeitszimmer abholen zu müssen, zieht der Drucker gleich mit in den Serverraum um.

Drei Wünsche

Backup-, Drucker- und Windows-Server: Um diese drei Wünsche zu erfüllen, genügen bereits eine handelsübliche Linux-Distribution und ein paar kleinere Handgriffe. Da eine grafische Oberfläche auf dem neuen alten Server nicht erforderlich ist, genügt sogar ein etwas älteres Computermodell als Unterbau. Alle weiteren Voraussetzungen für die folgenden Schritte sind schnell abgehandelt: Jeder PC erhält eine Netzwerkkarte, die über das Konfigurationsprogramm der Lieblingsdistribution eine eigene, feste IP-Adresse erhält – in der Regel geschieht das bereits bei der Installation. Sofern ein vorhandener DSL-Router die Adressen automatisch vergibt, achten Sie darauf, dass der gleiche Computer immer die selbe IP-Adresse erhält.

TIPP

Sie können selbstverständlich auch Namen für die Rechner vergeben, müssen dann aber darauf achten, dass jeder Rechner die Namen der anderen erkennt – beispielsweise durch entsprechende Einträge in der Datei /etc/hosts.

Auf dem Server installieren Sie nun ein aktuelles Linux Ihrer Wahl und legen dort für jeden Nutzer ein eigenes Benutzerkonto an – im Beispiel also eines für den Vater und eines für Sohn Peter.

Bitte lächeln

Als erstes erhält der Hausherr sein automatisches Backup. Genau für diese Zwecke existiert das kleine Werkzeug Rsnapshot. Gemäß seinem Namen legt es einen Schnappschuss eines beliebigen Verzeichnisses an und sichert ihn anschließend auf einem anderen Medium. In diesem Fall soll Rsnapshot auf dem Server laufen. In bestimmten Abständen holt es sich automatisch alle geänderten Dateien vom Computer des Vaters und legt sie auf der Festplatte des Servers ab. Damit das möglichst sicher über die Bühne geht, muss auf den beteiligten PCs die Secure Shell, kurz SSH installiert sein. Auf allen halbwegs aktuellen Distributionen ist das standardmäßig der Fall – meist in Form des Pakets openssh oder openssh-server. Auch auf dem Server müssen alle SSH-Programme greifbar sein und auf dem Rechner mit den Originaldaten der SSH-Daemon sshd im Hintergrund laufen. Sie lesen richtig: Der SSH-Server muss in diesem Fall auf dem Rechner des Vaters, der ja eigentlich ein Client ist, arbeiten.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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