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Filme mit Plextor Convertx umwandeln

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Die Dokumentation warnt ausdrücklich, dass gorecord ausschließlich als Beispielanwendung dient. Als direkte Folge kämpft der Benutzer mit zwei großen Nachteilen: Zum einen kümmert sich das Aufnahmeprogramm nicht um die Synchronisation zwischen Video- und Audiomaterial – was vor allem bei langen Aufzeichnungen zu Problemen führt. Dort hinkt der Ton dem eigentlichen Geschehen deutlich hinterher. Abhilfe schaffen einige inoffizielle, beziehungsweise modifizierte Versionen von gorecord, die diesen Misstand beheben [4].

Als zweiten Pferdefuß legt gorecord sämtliches Filmmaterial stur in einem AVI-Container ab. Das Ergebnis lässt sich somit nicht einfach auf eine Video-DVD brennen. Abhilfe schafft hier Ffrecord, das auf der bekannten Videosoftware Ffmpeg basiert [4]. Alternativ bearbeiten Sie die Aufnahmen mit dem kommerzielle Videoschnittprogramm MainActor [5]. Wie Sie die Converterbox zur Zusammenarbeit mit MythTV bringen, lesen Sie im Kasten "Convertx und MythTV".

Convertx und MythTV

Der Support für Convertx hängt von mehrere Faktoren ab. Zunächst müssen Programme die Video4Linux2-Schnittstelle unterstützen. Damit scheiden bereits alle Anwendungen aus, die sich rein auf die Vorgängervariante versteifen.

Zudem bietet die Video4Linux2-Schnittstelle keine direkte Unterstützung für externe Videokonverter. Daher mussten die Treiberentwickler eigene, proprietäre Erweiterungen einbauen, die eine Anwendung kennen und unterstützen muss.

Darüber hinaus liefert die Konverterbox ausschließlich komprimiertes Material. Anwendungen, die nur unkomprimierte Bilder (raw) jonglieren, scheiden somit ebenfalls aus. Zu diesen Programmen zählen beispielsweise xawtv oder mplayer.

Übrig bleiben damit laut Micronas-Homepage derzeit nur MythTV (ab Version 0.18) [6], Spook [7] und wis-streamer [8], wobei die letzten beiden Videostreaming-Server darstellen.

Um in der Media-Center-Software MythTV die Unterstützung für die Convertx-Box zu aktivieren, starten Sie das MythTV Setup-Programm in einem Terminalfenster via mythtv-setup.

Abbildung 4: Auch MythTV spricht mit dem externen Videokonverter.

Im Hauptmenü wählen Sie TV-Karten, dann (Neue TV-Karte) und ändern den Kartentyp auf USB MPEG-4 Enkoder (Plextor Convertx u.a.). Setzen Sie nun noch das Audiogerät auf /dev/dsp1. Die anderen Werte belassen Sie auf ihren Voreinstellungen.

Nach dem Start des MythTV-Frontends über den Befehl mythfrontend wählen Sie im Menü Verschiedenes, Konfiguration, TV und schließlich Aufnahmeprofile. Hier aktivieren Sie den Eintrag USB Mpeg4 Encoder (Plextor Convertx, etc). Stellen Sie nun die gewünschten Eckdaten, wie die zu verwendende Auflösung ein. Ab sofort erkennt MythTV den externen Konverter. Eine ausführliche Besprechung von MythTV finden Sie in der LinuxUser-Ausgabe 09/2006 [9].

Fazit

Auch mit der Convertx-Box und den speziellen Treibern bleibt die Videodigitalisierung per USB unter Linux eine Herausforderung. Hauptproblem bilden diesmal nicht die Treiber, sondern die mangelhafte Unterstützung durch die professionellen Videoanwendungen. Wer jedoch etwas Bastelarbeit nicht scheut, umgeht mit dem Convertx zumindest schon einmal die aufwendige Komprimierung, die ansonsten der PC in stundenlanger Rechenarbeit selbst erledigen müsste. Interessierte C-Programmierer finden zudem im Treiberpaket alles, was sie zum Entwickeln von eigenen Programmen für Convertx benötigen.

Glossar

V4L2

Video4Linux 2, die zweite Generation der Video4Linux-API. Sie beseitigt eine Reihe designbedingter Bugs ihres Vorgängers und findet sich in Kernel-Versionen ab 2.5.x.

Infos

[1] VHS-Kassetten via Firewire digitalisieren: Marcel Hilzinger, "Firewire-Werk", EasyLinux 07/2006, S. 45.

[2] Treiber-Download: http://oss.wischip.com

[3] Hotplug: O. Frommel, M. Hilzinger, R. Rebe: "Mit heißer Nadel", LinuxUser 03/2005, S. 91, http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/03/091-hotplug/

[4] Convertx unter Linux: http://colabti.de/convertx/

[5] MainActor: http://www.mainconcept.de

[6] MythTV: http://www.mythtv.org

[7] Spook: http://www.litech.org/spook/

[8] Wis-streamer: http://www.live555.com/wis-streamer/

[9] MythTV: Peter Kreußel, "Vorratshaltung", LinuxUser 09/2006, S. 38, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/09/038-mythtv/

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Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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