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Schnelle Schachtel

Filme mit Plextor Convertx umwandeln

01.11.2006 Wer seine Videosammlung digitalisieren und auf DVD brennen möchte, ist in der Regel auf ein Firewire-Gerät angewiesen. Der Konverter Convertx von Plextor gehört zu den wenigen Geräten, die auch über USB funktionieren.

Die zahlreichen Videokassetten im Schrank warten schon seit geraumer Zeit auf ihre Umwandlung in eine DVD. Linux-Besitzern bereitet diese Aufgabe jedoch gleich mehrfaches Kopfzerbrechen: Zunächst muss das Filmmaterial irgendwie in das freie Betriebssystem hinein, um dort anschließend eine langwierige Wandlung ins MPEG2-Format über sich ergehen zu lassen. Aus rechtlichen Gründen fehlen die dafür nötigen Softwarewerkzeuge jedoch in den meisten Distributionen. Hat man schließlich die passenden Tools im Internet aufgetrieben, schlägt man sich meistens auch noch mit kryptischen Parametern auf der Kommandozeile herum.

Schnell schielt man da neidisch auf die schillernde Windows-Welt. Deren Nutzer dürfen auf zahlreiche kleine Kästchen zurückgreifen, die das Videomaterial nicht nur auf der einen Seite entgegen nehmen, sondern über eine USB-2.0-Leitung auch gleich wieder komprimiert ausspucken. Unter Linux funktionieren nur wenige dieser USB-Geräte, meist fällt auch die Qualität der Aufnahme nicht zufriedenstellend aus.

Als Alternative bietet sich eine Lösung über Firewire an [1] – oder Plextors Convertx. Die silberne Schachtel nimmt analoges Videomaterial entgegen und wandelt es noch vor der Weitergabe an den Computer wahlweise nach MPEG1, MPEG2 oder MPEG4. Der kleine Konverter ist derzeit nicht nur gegenüber seiner Konkurrenz unschlagbar billig, er versteht sich auch als eines der wenigen Geräte mit Linux. Diese Fähigkeit verdankt er seinem Innenleben: Dort werkelt ein GO7007-Chip von WIS Technologies (mittlerweile Micronas), für den der Hersteller auf seinen Internetseiten eigene Linux-Treiber anbietet [2]. Plextor selbst verweist zwar auf das entsprechende Paket, unterstützt es aber nicht aktiv.

Technische Daten

Hersteller Plextor
Modell Convertx PX-M402U
Videoeingang S-Video, Composite
Audioeingang Composite
PC-Schnittstelle USB 2.0
TV-Standards PAL, NTSC, SECAM
Videoausgabe MPEG1, MPEG2, MPEG4, DivX, WMV, AVI
Lieferumfang Konverter, Netzteil, Kabel (USB, Video, Audio), Windows-Software
Straßenpreis (ca.) 80 Euro

Lizenzwirrwarr 

Die Dateien des GO7007-Treibers unterliegen verschiedenen Lizenzmodellen. Das Kernelmodul und die Software gorecord stehen unter der GPL. Sie dürfen modifiziert, kostenfrei kopiert und verwendet werden. Eine Ausnahme bildet die mitgelieferte Firmware: Sie liegt nur in binärer Form als Closed Source vor. Immerhin darf man sie kostenfrei nutzen und mit dem gesamten Paket weitergegeben.

Voraussetzungen

Die Treiber liegen als Open-Source-Software zum Download bereit. Für ihren Einsatz benötigt man zwingend einen Linux-Kernel ab Version 2.6.10. Diese Voraussetzung erfüllen alle halbwegs modernen Linux-Distributionen. Ältere Kernel der 2.6er Serie sind ob ihre fehleranfälligen USB-2.0-Unterstützung verrufen und somit weniger empfehlenswert.

Den bereits mehrfach erwähnten USB-2.0-Anschluss setzt der Konverter zwingend voraus. Falls Sie ihn an einen normalen USB-Anschluss hängen, fließen die Daten viel zu langsam, was letztendlich zu ruckelnden Filmen führt. Den Ton liefert das Convertx-Kästchen über das ALSA-System an, die Bilder laufen über die Video4Linux-2-Schnittstelle (V4L2). Allerdings unterstützen zahlreiche Videoanwendungen V4L2 nicht oder nur lückenhaft. Glücklicherweise liegt dem Treiber das Kommandozeilenprogramm gorecord bei: Es nimmt das Videomaterial entgegen und legt es auf der Festplatte ab.

Installation

Zusätzlich zum Archiv mit den Treibern benötigen Sie noch die Kernelquellen Ihrer Distribution. Unter Suse Linux installieren Sie dazu das Paket kernel-source von der CD/DVD und führen danach ein Update durch. Bei Ubuntu genügt ein apt-get install linux-headers, wobei Sie darauf achten müssen, die Header-Dateien zum passenden Kernel zu installieren. Danach richten Sie im Verzeichnis /usr/src einen Link auf die Header-Dateien ein:

ln -s linux-headers-2.6.16-26-i6↩
86 linux

Auf einigen Systemen benötigen Sie zudem noch fxload. Es überträgt die Firmware, die im Convertx werkelt und mit dem eigentlichen Linux-Treiber kommuniziert. Nun öffnen Sie ein Terminalfenster, melden sich per su root beziehungsweise sudo su (unter Ubuntu) als Systemadministrator an und wechseln in das Verzeichnis der GO7007-Treiber:

cd wis-go7007-linux-0.9.8

Hier stößt ein einfaches make die Übersetzung an. Ein abschließendes make install verankert die fertigen Treiber im System. Die meisten aktuellen Distributionen nutzen ein Udev-System, das ohne das alte Paket hotplug auskommt. Das Convertx-Treiberpaket berücksichtigt dies automatisch, dennoch kann es auf einigen Distributionen (etwa Ubuntu 6.06) zu Problemen kommen. Sollte der Treiber im gleich folgenden Schritt nicht geladen oder erkannt werden, hilft eine Übersetzung mittels make install USE_UDEV=y. Weiterführende Hintergrundinformationen zum Thema Plug&Play unter Linux liefert der LinuxUser-Artikel unter [3].

Sofern make eine fehlende Datei namens genksyms bemängelt, wechseln Sie zunächst im Terminalfenster in das Verzeichnis mit den Kernelquellen: cd /usr/src/linux. Dort rufen Sie das Kernel-Konfigurationsprogramm mittels make xconfig auf (Gnome-Nutzer verwenden make gconfig). Laden Sie nun über den entsprechenden Menüpunkt die aktuelle Konfiguration. Bei den meisten Distributionen versteckt sie sich im Verzeichnis /boot in der Datei config-Kernelversion . Speichern Sie die geladene Konfiguration und beenden Sie das Programm. Unter Suse Linux können Sie anstelle dieser Schritte auch einfach die Befehle make cloneconfig und make prepare eingeben. Tippen Sie nun noch make modules ein. Wieder zurück im GO7007-Treiberverzeichnis, sollte die Übersetzung nun durchlaufen.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


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