Feineinstellung

Falls der neue Kernel mit den vom laufenden Kernel übernommenen Einstellung bootet, können Sie die Einstellungen anpassen (zum Beispiel in der neuen Kernversion hinzugekommene Treiber aktivieren). Kompilieren Sie den Kernel neu, so werden nur von der Veränderungen betroffene Teile des Quellcodes neu übersetzt.

Die Tabelle "Hauptmenü Kernel-Konfiguration" bietet einen Überblick über wichtige Einträge der erste Menüebene der Kernelkonfiguration. Die in der Tabelle fehlenden Menüpunkte sind meist nur für Experten interessant. So sollten Sie den Networking Support nur anpassen, wenn Sie der Netzwerk-Unterstützung des Kernels wirklich vertraut sind. Treiber zu entfernen, die Sie nicht benötigen, sollte in 2.6-Kerneln nicht mehr zu Problemen führen. Im Version 2.4 brach der Kompiliervorgang dagegen relativ häufig ab, wenn verschiedene Treiber sich gegenseitig voraussetzten und die Abhängigkeit im Konfigurationswerkzeug nicht richtig aufgelöst war.

Aktivieren Sie nie Debug-Optionen, da diese oft die Systemgeschwindigkeit stark beeinträchtigen. Legen sie außerdem stets Backups der Datei .config an, bevor Sie eine funktionierende Kernelkonfiguration weiter verändern.

Wenn das System wie gewünscht läuft, können Sie in der menu.lst noch den Wert des default-Eintrags anpassen, um den neuen Kernel als Standard-Bootoption festzulegen. Weiter Informationen auf Englisch finden Sie im Kernel-Build-HOWTO [5], Hintergrundinformationen rund um den Kernel bietet die schon erwähnte Site Kernelnewbies.org [6].

Hauptmenü Kernel-Konfiguration

Menüeintrag Funktion Standardeinstellung
Code maturity level options experimentelle Treiber zur Auswahl freigeben aktiv
Processor Type and features Einstellungenen zur Processor-Architektur Normalerweise sollte nur die Processor family angepasst werden.
Power management options besonders für Notebooks relevant können ohne Gefahr aktiviert werden
Networking nur für Spezialisten (z. B. Bluetooth- und Infrarot-Support) unverändert übernehmen
Device Drivers Treiber für Hardware-Geräte konfigurieren nach Bedarf anpassen
File systems Support für Dateisystem-Typen zum Verzicht auf eine Initial Ramdisk eventuell anpassen

Glossar

on demand

Nachladen von als Modul kompiliertem Kernel-Programmcode bei Bedarf (zum Beispiel beim Einstecken eines USB-Geräts).

Initial Ramdisk

Filesystem im RAM, das der Kernel aus einem Image, das ihm der Bootloader (Grub oder Lilo) übermittelt, in den Arbeitsspeicher lädt. Es enthält alle Module, die für den Zugriff auf das Root-Dateisystem nötig sind.

Infos

[1] Software-Suspend2-Patch (alternative Suspend-Funktion): http://www.suspend2.net/

[2] Changelog des Kernel in "human-readable"-Form: http://kernelnewbies.org/LinuxChanges

[3] Mirrors zum Download des Kernel-Quellcode: http://kernel.org/mirrors/countries/html/DE.html

[4] Bootsplash-Patch: http://bootsplash.org/ und http://www.bootsplash.de/

[5] Ausführliche englische Anleitung zum Kompilieren des Linux-Kernels: http://www.digitalhermit.com/linux/Kernel-Build-HOWTO.html

[6] Tipps und Informationen zum Linux-Kernel nicht nur für Freaks: http://kernelnewbies.org/

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