FENSTER-VORSCHAU
deskTOPia: skippy
Zeigt her Eure Fenster
Mit dem Kommando
skippy &
starten Sie Skippy im Hintergrund. Erhalten Sie die Fehlermeldung X Error of failed request: BadAccess (attempt to access private resource denied (Abbildung 1), liegt das daran, dass Skippy die vordefinierte Shortcut-Taste [F11] nicht reservieren kann. Das passiert wenn bereits der Fenstermanager [F11] alleine oder in Kombination mit einer anderen Taste als Shortcut nutzt. Unter Fluxbox wechseln Sie beispielsweise mit [F11] auf Arbeitsfläche Nummer 11. Um den Fensterwähler trotzdem zu nutzen, passen Sie entweder die Tastenkürzel des Window-Managers oder die von Skippy an. Mit welchem Shortcut Sie die Fensterliste einblenden, steht in der eben angelegten Konfigurationsdatei .skippyrc im Abschnitt [general]. Ersetzen Sie in der Zeile
keysym = F11
das F11 durch eine einzelne bislang ungenutzte Taste. Normale Buchstaben und Zeichen dürfen Sie nicht verwenden, sondern nur Funktions- oder Sondertasten. Nach der Erfahrung vieler Skippy-Anwender, eignet sich [Rollen] besonders gut, da kaum ein Fenstermanager diese Taste reserviert. Die passende Zeile in der .skippyrc für [Rollen] lautet
keysym = Scroll_Lock
Nach Ausräumen aller Tastaturkonflikte sehen Sie erst einmal nichts von Skippy, wenn Sie das Programm aufrufen. Es hält sich dezent im Huntergrund, bis Sie die in der .skippyrc definierte Taste drücken, standardmäßig [F11]. Dann bringt der Skippy nacheinander alle geöffneten Fenster in den Vordergrund, um sie zu fotografieren. Danach schaltet das Programm in den Vollbildmodus und präsentiert eine Vorschau aller laufenden Programme (Abbildung 2).
Nicht aktive Fenster erscheinen halbtransparent, das aktive färbt Skippy fliederfarben ein. Mit den Pfeiltasten bewegen Sie sich durch die einzelnen Programme und wählen das gewünschte Fenster mit Druck auf [Eingabe] aus. Alternativ klicken Sie die gewünschte Anwendung einfach an. Für das gerade aktive Fenster blendet Skippy einen Tooltip mit dem Fensternamen ein, wie Sie ihn auch in der Titelleiste der Anwendung lesen. Sobald Sie Ihre Wahl getroffen haben, bringt Skippy das ausgewählte Fenster in den Vordergrund und schaltet zum Desktop zurück. Wollen Sie die Vorschauansicht verlassen, ohne ein Fenster zu aktivieren, beenden Sie den Auswahlmodus mit Druck auf die Escape-Taste.
Manchmal ist Skippy nicht ganz auf dem Laufenden und blendet auch noch Fenster ein, die Sie längst geschlossen haben. Drücken Sie dann [Strg-F11] anstelle von [F11]. Damit weisen Sie den Fensterwähler explizit an, die Vorschau zu aktualisieren.
Feinschliff
So spektakulär Skippy auch ausschaut, die voreingestellten Farben passen nicht zu jedem Desktop-Design. In der .skippyrc stylen Sie die Fenstervorschau nach Ihrem Geschmack. Der Abschnitt [normal] definiert die Farben für inaktive, der Abschnitt [highlight] die für aktive Fenster. Die Optionen für die Farbgestaltung tragen in beiden Abschnitten denselben Namen. Hinter tint = geben Sie den Farbton an, in dem Skippy Fenster darstellt, mit border= legen Sie die Rahmenfarbe fest. Skippy akzeptiert sowohl Farbwerte in HTML-Notation als auch Farbnamenan. HTML-Werte finden Sie am leichtesten mit einem Programm wie kcolorchooser heraus. Welche Farbnamen das System akzeptiert, verrät der Aufruf showrgb | less. So erhalten Sie mit den Einträgen aus Listing 1 eine Vorschau, die inaktive Fenster in einem Blauton und das aktive Programm hellgelb darstellt (Abbildung 3). Bei den mit einer Raute beginnenden Zeilen handelt es sich um Kommentare, die die einzelnen Optionen erklären.
Listing 1
Farbdefinitionen in der
~/skippyrc[normal] #Helligkeit brightness = 0.0 #Tönung der Fenster tint = light sky blue #Transparenzgrad (von 0 bis 255) – je niedriger der Wert, #desto durchsichtiger erscheint ein Fenster opacity = 200 #Rahmenfarbe border = SteelBlue [highlight] brightness = 0.05 tint = #FFFFB8 opacity = 255 border = #A4A7A2
Infos
[1] Skippy: http://thegraveyard.org/skippy.php
[2] freedesktop.org-Standards: http://www.freedesktop.org
[3] XFCE-Artikel: Andrea Müller, "Aufpoliert", LinuxUser 01/2004, S.52 ff.
[4] icewm-Artikel: Andrea Müller, "Jungbrunnen aus Eis", LinuxUser 02/2003, S. 62 f.
[5] WindowMaker-Artikel: Joachim Moskalewski, "Fensterbauer", LinuxUser 09/2002, S. 64 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/09/064-desktopia/wmaker.html



