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Schlanke Desktop-Umgebung XFCE 4.0

01.01.2004 Es muss nicht immer KDE oder GNOME sein. Mit XFCE steht ein Desktop-Environment zur Verfügung, das schnell und einfach funktioniert. Wir haben die frisch überarbeitete Version unter die Lupe genommen.

Eine Desktop-Umgebung ist bequem. Wenn sie aber durch ihre Größe den Rechner lahmlegt, wird der Vorteil schnell zur Last. XFCE ist kleiner als KDE oder GNOME und gilt schon einige Zeit als Geheimtipp. Mit Version 4.0 schlägt das Desktop-Projekt ein neues Kapitel auf. Praktisch alle XFCE-Anwendungen wurden neu geschrieben. Nicht etwa um Bewährtes umzukrempeln, sondern weil XFCE nun die Version 2 des GUI-Toolkits GTK verwendet.

Schönere Schriften

GTK2 beschert XFCE Verbesserungen wie Schriften-Antialiasing und Unicode-Unterstützung. Letzteres macht unter anderem die Darstellung von Texten in vielen Sprachen mit exotischen Schriften möglich. Anwendungen wie der Dateimanager profitieren vom verbesserten Baum-Widget in GTK2.

Kasten 1: Installation und Start von XFCE

XFCE auf das eigene System zu bekommen ist kein Hexenwerk: Dank einer breiten Fan-Basis liegen unter [2] Pakete für fast alle aktuellen Distributionen bereit. Wer schon einmal XFCE installiert hat, muss sich umstellen. Das frühere Gesamtpaket haben die Entwickler nun in viele kleine aufgeteilt, was dem modularen Aufbau der Software entspricht. So müssen Anwender, die nur an der Werkzeugleiste (englisch Panel) interessiert sind, sich nicht mit für sie unnötigen Platzfressern, wie einem weiteren Fenstermanager, herumschlagen.

Die Installation aller Komponenten gelingt am schnellsten, indem Sie ins Paketverzeichnis wechseln und als root rpm -i *.rpm aufrufen, sofern Ihr System den Paketmanager rpm verwendet. Ob sich eine neue Version parallel zu einer älteren betreiben lässt, hängt von den verwendeten Paketen ab. Verweigert rpm die Installation mit Meldungen über conflicts, entfernen Sie den älteren XFCE über die Paketverwaltung.

Gibt es für Ihre Distribution keine Pakete, übersetzen Sie das Programm aus den Quellen [3]. Wenn Sie die nötige Zeit investieren wollen (ungefähr zwei Stunden auf einem Pentium II mit 350 Mhz), finden auf unserer Heft-CD die Datei Src-Installation.txt mit einer ausführlichen Kompilieranleitung. Lesen Sie zuerst den Abschnitt Besonderheiten: Er weist auf drei Fallstricke hin, über die Selbstkompilierer häufig stolpern.

Startschuss

Am einfachsten bauen Sie XFCE in Ihren Desktop ein, wenn Sie sich normalerweise im Textmodus auf Ihrem System einloggen, die X-Oberfläche also nicht von selbst startet. Finden Sie mit which startxfce4 heraus, wo das Startskript für Ihren neuen Desktop liegt, und tragen Sie in die Datei ~/.xinitrc die Zeile

exec /pfad/zu/startxfce4
@KL:ein. Falls Sie eine <C>~/.xinitrc<C> Ihres Distributors verwenden, legen Sie vorher vom Original eine Sicherheitskopie an.

Wer sich grafisch einloggt, muss seinen Login-Manager mit der neuen Oberfläche bekannt machen. Die Standardversion xdm wertet die Datei ~/.xsession aus, in die Sie oben genannte Zeile schreiben. Anwender der KDE-Variante KDM fügen XFCE dessen Auswahlliste im Kontrollzentrum unter Systemverwaltung | Anmeldungsmanager | Sitzungen hinzu. Tragen Sie dort startxfce4 oder den vollen Pfad ein. Falls Sie XFCE über die Paketverwaltung installiert haben, war der Paketbauer vielleicht schon so freundlich, XFCE ins Startkonzept der GUI Ihrer Distribution zu integrieren.

Erster Eindruck

Wer XFCE bereits kennt, fühlt sich sofort daheim. Nur die neu hinzugekommene Task-Leiste am oberen Bildschirmrand und die aufpolierte Optik verraten, dass eine neue Version läuft (Abbildung 1). Standardmäßig startet XFCE mit vier virtuellen Arbeitsflächen, zwischen denen Sie über den Pager in der Werkzeugleiste (Panel) wechseln. Alternativ bedienen Sie sich der Tastenkombinationen [Strg-Alt-Pfeil rechts] und [Strg-Alt-Pfeil links] oder benutzen das Rad Ihrer Maus.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die neue Version des XFCE Desktop in der Default-Konfiguration bringt die Taskleiste mit, die am oberen Bildschirmrand zu sehen ist

Über das Kontextmenü des Desktops starten Sie entweder eine der drei Standardanwendungen (Mozilla, xterm und den Dateimanager xffm) oder Sie öffnen über Programm ausführen ein Schnellstartfenster. Das Fenster-Handling gestaltet sich ähnlich wie bei anderen Desktop-Umgebungen: Von links nach rechts liegen in der oberen Fensterleiste Buttons für das Menü, zum Festpinnen, Aufrollen, Minimieren, Maximieren und Schließen. Etwas ungewöhnlich ist, dass XFCE die Fenster bei einem Doppelklick auf den Rahmen nicht einrollt, sondern sie maximiert. Mit einem Klick der mittleren Maustaste auf eine freie Stelle der Arbeitsoberfläche blenden Sie die desktopübergreifende Fensterliste ein (Abbildung 2). Darüber steuern Sie Ihr Ziel direkt an oder eröffnen einen weiteren virtuellen Desktop (Workspace).

Abbildung 2

Abbildung 2: Alle Fenster im Blick

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Infos zur Publikation

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LinuxUser 05/2014

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